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2. Annahmestelle für Offiziers Bewerber

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung 2. Annahmestelle für Offiziersbewerber
Die 2. Annahmestelle für Offiziersbewerber war eine zentrale Einrichtung der Kriegsmarine zur Sichtung und Auswahl des Führungsnachwuchses. Während die Wehrbezirkskommandos die allgemeine Erfassung vornahmen, erfolgte hier die tiefgehende fachliche und charakterliche Prüfung der Freiwilligen für die Seeoffizierslaufbahn. Die Bewerber durchliefen mehrtägige Prüfungsverfahren, die neben medizinischen Untersuchungen auch psychotechnische Tests und sportliche Leistungsnachweise umfassten. Da die U-Boot-Waffe einen stetigen Bedarf an hochbelastbaren Offizieren hatte, diente die Annahmestelle als wichtigster Filter, um die Eignung für die extremen Anforderungen des späteren Borddienstes bereits vor Beginn der Ausbildung festzustellen.
Aufgaben und Funktionen
Stellvertreter: Leitender Einstellungsoffizier der Annahmestelle; verantwortlich für die rechtmäßige Durchführung der Auswahlentscheidungen und die Einstufung in die jeweiligen Crews.
Innendienst: Führung der Bewerberakten und Koordination der Prüfungstermine sowie die statistische Erfassung der Annahme- und Ablehnungsquoten für das Oberkommando der Marine.
Personalführung: Fachliche Aufsicht über die beteiligten Marineärzte und Psychologen; Durchführung von Vorstellungsgesprächen zur Beurteilung der charakterlichen Eignung für das Offizierskorps.
Gefechtsstation: Sitz in den jeweiligen Marineoberkommandos; Sicherstellung der kontinuierlichen Ergänzung des Offiziersnachwuchses auch bei steigenden Verlustzahlen an der Front.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungshärte: Die strenge Auslese an der Annahmestelle galt als notwendige Voraussetzung, um die für U-Boot-Kommandanten erforderliche Härte und administrative Reife von Beginn an sicherzustellen.
Spezial-Personal: Besonders erfahrene Seeoffiziere der Crews 34 bis 36 dienten als Prüfer, um die praktischen Anforderungen des Seekrieges in das Auswahlprofil der Bewerber einfließen zu lassen.
Taktische Schule: Die frühzeitige Identifikation von Talenten für technische oder navigatorische Spezialisierungen legte den Grundstein für die spätere taktische Sicherheit in den U-Boot-Flottillen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die personelle Ergänzung des Offizierkorps und Richtlinien für die Annahmestellen der Kriegsmarine.
BArch PERS 6 Personalakten: Invenio-Nachweis über die Tätigkeit von Offizieren als Prüfer oder Leiter innerhalb der Annahmestellen für den Nachwuchs.
BArch RHD 18 M.Dv. 32: Offizielle Dienstvorschrift zur Regelung der Annahmebedingungen und des Prüfungsverfahrens für Offiziersanwärter der Marine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945 (Band 2, Abschnitt Personalwesen: Struktur der Annahmestellen und Ergänzung des Offizierkorps).
Rössler, Eberhard Die deutsche U-Boot-Waffe (Details zur spezifischen Auslese und den Anforderungen an den Offiziersnachwuchs für den Dienst unter Wasser).
Mallmann Showell, J. Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine (Einblicke in das Rekrutierungssystem und die Laufbahnbestimmungen für Offiziersbewerber).
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