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Amt für U-Bootswesen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Amt für U-Bootswesen
Das Amt für U-Bootswesen (auch als U-Boot-Amt bezeichnet) war eine zentrale Dienststelle innerhalb der Kriegsmarine, die für die technische Entwicklung, Beschaffung und Instandhaltung der U-Boot-Waffe verantwortlich war. Es fungierte als Fachabteilung im Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) und koordinierte die Zusammenarbeit zwischen der operativen Führung (BdU), dem Amt für Kriegsschiffbau (K-Amt) und der Rüstungsindustrie. In der Endphase des Krieges unterstand es direkt dem Rüstungsstab von Albert Speer zur Umsetzung des Sektionsbauprogramms.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Hervorgegangen aus den spezialisierten Referaten für U-Boot-Bau im OKM; im Verlauf des Krieges zur eigenständigen Amtsgruppe erweitert.
Aufgaben: Festlegung technischer Anforderungen; Bauaufsicht auf den Werften; Materialplanung für Neubauten und Reparaturen; Entwicklung von Neukonstruktionen.
Leitung: Besetzung durch erfahrene Marine-Bauräte und technische Seeoffiziere; enge Abstimmung mit dem Hauptausschuss Schiffbau.
Ende 1945: Mit der Einstellung der Rüstungsproduktion im April 1945 und der anschließenden Kapitulation wurde das Amt aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Sektionsbau: Maßgebliche Rolle bei der organisatorischen Umstellung auf die industrielle Sektionsbauweise für die Typen XXI und XXIII.
Innovation: Steuerung der Entwicklung von Schnorchelanlagen, neuen Batterietypen und schallgedämpften Motoren zur Steigerung der Unterwasserleistungen.
Ressourcen: Zentrale Verwaltung der Kontingente für kriegswichtige Rohstoffe wie Stahl, Kupfer und Gummi innerhalb des U-Boot-Bauprogramms.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Schlagkraft: Das Amt bildete das technische Fundament für die Einsatzfähigkeit der Frontflottillen durch die Bereitstellung modernster Waffenträger.
Reparatur: Koordination der Werftkapazitäten in den besetzten Gebieten (z. B. Frankreich, Norwegen) zur schnellen Wiederherstellung beschädigter Boote.
Abnahme: Fachliche Zuarbeit für die U-Boot-Abnahmekommandos (U.A.K.) bei der technischen Überprüfung der Neubauten vor der Frontabstellung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die rüstungswirtschaftlichen Forderungen des BdU an das Amt für U-Bootswesen.
BArch RM 21 Marineabnahmekommandos: Unterlagen zur technischen Zusammenarbeit zwischen Bauma, U.A.K. und dem Amt.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Ingenieuroffizieren und Konstrukteuren im U-Boot-Amt.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Geschichte des deutschen U-Bootbaus“ (Details zur administrativen Rolle des Amtes im OKM).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Rüstungswesen: Die Fachämter).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Amtsgruppenleiter).
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