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Befehlsübermittler-Artilleriezentrale

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Datenblatt Befehlsübermittler-Artilleriezentrale
der Befehlsübermittler in der Artilleriezentrale eine hochspezialisierte Schlüsselfigur. Da die technische Datenübertragung in den 1920er Jahren noch anfällig war, bildete der Mensch das entscheidende Bindeglied in der Feuerleitung.
Funktion und Hierarchie
Der Befehlsübermittler war in der Artilleriezentrale, die tief im Schiffsinneren (meist unter der Panzerkalotte) lag, stationiert. Er unterstand direkt dem Artillerie-Mechaniker oder dem Artillerieoffizier. Seine Aufgabe war es, die vom Artillerierechner (einem mechanischen Analogrechner) ermittelten Werte für Entfernung und Seite ohne Verzögerung an die Geschütztürme weiterzugeben. In der personell begrenzten Reichsmarine wurden für diese Position nur Soldaten mit höchster Konzentrationsfähigkeit und absoluter Stressresistenz ausgewählt.
Ausbildung und Drill
Akustische Übermittlung: Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung war das Sprechen durch das Sprachrohr oder die Nutzung früher Telefonanlagen. Die Soldaten lernten eine künstliche, extrem deutliche Artikulation, um gegen den Gefechtslärm und die Vibrationen der Maschinenanlage anzukommen.
Mechanische Redundanz: Parallel zur mündlichen Weitergabe bediente der Befehlsübermittler mechanische Stellungsanzeiger (ähnlich dem Signaldienst). Fiel der Strom aus, mussten die Werte manuell über Kurbelinduktoren übertragen werden. Dieser Drill war das Fundament für die spätere Zuverlässigkeit auf den Einheiten der 1. Minensuchhalbflottille.
Zusammenarbeit: Er arbeitete eng mit dem Flaggleutnant und dem navigatorischen Personal zusammen, da Kursänderungen des eigenen Schiffes (Daten aus dem Fahrgerät-Lehrgang) sofort in die Schießdaten eingerechnet werden mussten.
Bedeutung für künftige Kommandanten
Für die Seeoffiziere der Fähnrichskompanie (Crews der 1920er Jahre) war das Verständnis für diese Position essentiell. Sie lernten während ihrer Zeit als Divisionsoffizier, dass die Feuerkraft des Schiffes von der fehlerfreien Arbeit des Befehlsübermittlers abhing. Diese Erfahrung in der präzisen Datenkette nahmen sie später mit auf die U-Boote, wo die Kommunikation zwischen Zentrale, Kommandant am Sehrohr und den Schützen an der Flak nach denselben Prinzipien der Exaktheit funktionierte.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 20 Dienststellen der Reichsmarine. Direktrecherche Invenio. Enthält die Ausbildungsvorschriften für das Personal der Artilleriezentralen.
Bundesarchiv, Signatur RM 45 Marineartillerie. Dokumentiert die technischen Anlagen und die Rollenverteilung in der Feuerleitung der 1920er Jahre.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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