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Führer der Minensuchboote Nord

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Führer der Minensuchboote Nord
Die Dienststelle des Führers der Minensuchboote Nord (F.d.M. Nord) wurde im November 1939 im Rahmen der Neuordnung der Sicherungskräfte in der Nordsee geschaffen. Sie unterstand operativ dem Befehlshaber der Sicherung der Nordsee (B.S.N.). Der F.d.M. Nord war verantwortlich für die taktische Führung, Ausbildung und Einsatzbereitschaft sämtlicher Minensuch- und Räumbootsflottillen im Bereich der Deutschen Bucht sowie der besetzten niederländischen und dänischen Nordseeküste. Zu den Kernaufgaben gehörte die Offenhaltung der Schifffahrtswege durch ständige Minenräumoperationen sowie der Geleitschutz für schwere Einheiten und Handelschiffe gegen Luft- und Überwasserangriffe.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: November 1939; hervorgegangen aus den Sicherungsverbänden der Marinestation der Nordsee.
Aufgabe: Taktische Führung der Minensuch- und Räumbootsflottillen; Planung von Räumoperationen; Geleitsicherung; Ausbildungskoordination.
Unterstellung: Befehlshaber der Sicherung der Nordsee (B.S.N.); truppendienstlich dem Flottenkommando zugeordnet.
Ende 1940: Im Zuge von Umgliederungen und der Ausweitung der Sicherungsbereiche wurden die Aufgaben teilweise in neue Sicherungs-Divisionen überführt.
Spezifische Merkmale
Einsatzraum: Gesamte Deutsche Bucht, Weser- und Elbmündung sowie die küstennahen Gewässer vor Holland und Jütland.
Führung: Besetzung durch erfahrene Stabsoffiziere (meist im Rang eines Kapitäns zur See), u. a. Kapitän zur See Friedrich Ruge.
Komplexität: Koordination von Räumarbeiten unter der Bedrohung durch die zunehmende alliierte Luftüberlegenheit und neue Minentypen (Magnetminen).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Wegesicherung: Der F.d.M. Nord war direkt für die Minenfreiheit der U-Boot-Auslaufwege von Wilhelmshaven und Cuxhaven in die Nordsee verantwortlich.
Geleitschutz: Bereitstellung von Sicherungseinheiten zur Begleitung von U-Booten während der gefährdeten Überwasserfahrt im Küstenvorfeld.
U-Jagd-Abwehr: Einsatz unterstellter Räumboote zur Aufklärung und Abwehr feindlicher U-Boot-Vorstöße in den Anlaufwegen der Deutschen Bucht.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 61 Minensuch- und Sicherungsverbände: Kriegstagebücher und Einsatzberichte des Führers der Minensuchboote Nord.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die operative Lage in der Nordsee und die Sicherung der U-Boot-Wegesysteme.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge der Offiziere im Stab des F.d.M. Nord (u. a. Friedrich Ruge, Kurt Böhmer).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Sicherungsstreitkräfte).
Ruge, Friedrich „Im Küstenvorfeld: Der Kampf der Minensuchboote, Flakjäger und Sperrbrecher“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Sicherungs-Führer).
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