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Küstenwehrabteilung I

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Datenblatt Küstenwehrabteilung I
Die Küstenwehrabteilung I (K.W.A. I) war ein grundlegender Verband der frühen Reichsmarine und eine wichtigsten Keimzellen für das spätere Offizierskorps der U-Boot-Waffe.
Entstehung, Funktion und Ende
Entstehung: Die Abteilung wurde am 1. Januar 1921 im Rahmen der Umstrukturierung der Seestreitkräfte nach dem Ersten Weltkrieg aufgestellt. Ihr Stammsitz war Swinemünde (an der Ostsee).
Funktion: Sie diente als kombinierter Stamm- und Ausbildungsverband für das Personal der Küstenverteidigung.
Grundausbildung: Durchführung der militärischen Basisausbildung für Rekruten des Ostseebereichs.
Artillerie-Fokus: Da sie dem Kommandanten der Seeverteidigung Swinemünde unterstand, lag ein Schwerpunkt auf der Ausbildung an Küstengeschützen und Flak.
Kaderbildung: Sie war eine „Parkstation“ für fähige Offiziere während der personellen Beschränkungen des Versailler Vertrages.
Ende: Mit der offiziellen Proklamation der Kriegsmarine und der damit einhergehenden massiven Expansion wurden die Küstenwehrabteilungen ab 1935 in die neuen Marine-Artillerieabteilungen (M.A.A.) überführt. Aus der K.W.A. I entstand primär die I. Marine-Artillerieabteilung (1. M.A.A.).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
In den Biografien der „älteren“ U-Boot-Kommandanten (Crews der 1920er Jahre) ist die Küstenwehrabteilung I oft der erste militärische Dienstort:
Diensteintritt: Viele spätere Spitzenoffiziere der U-Boot-Waffe begannen hier als Matrosen oder Fähnriche ihre Laufbahn.
Menschenführung: Junge Leutnants dienten hier als Zugführer, um das Handwerk der Ausbildung von Grund auf zu lernen.
Nautik: Da Swinemünde ein wichtiger Hafen war, erhielten die Offiziere hier erste praktische Erfahrungen im Küstendienst, die für die spätere Navigation in Randmeeren wertvoll waren.
Quellenangabe
Bundesarchiv Signatur RM 61 Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine / Küstenbefehlshaber. Invenio Online-Recherche. Enthält Unterlagen zur Organisation der Küstenverteidigung in Swinemünde.
Bundesarchiv Signatur PERS 6 Personalakten von Offizieren. Invenio Online-Recherche. Die frühen Beurteilungen aus Swinemünde sind oft sehr aufschlussreich für die Charakterisierung der späteren Kommandanten.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine (MDv 32).
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Band 3 (Kapitel über die Vorläuferverbände der Reichsmarine).
Tessin, Georg Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. (Wichtig für die Rückverfolgung der Stammeinheiten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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