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Marine-Schützenbataillon 121

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Marine-Schützen-Bataillon 121
Das Marine-Schützen-Bataillon 121 wurde im März 1945 in Pillau (Ostpreußen) als Teil der Festungsbesatzung aufgestellt. Es rekrutierte sich aus Marinepersonal, das nach der Einstellung des regulären Dienstbetriebs in den dortigen Stützpunkten zur Infanterie umgegliedert wurde. Das Bataillon unterstand dem Seekommandanten Ostpreußen und wurde unmittelbar im Erdkampf gegen die vorstoßenden sowjetischen Truppen im Samland und im Stadtgebiet von Pillau eingesetzt. Ziel war die Sicherung der lebenswichtigen Evakuierungshäfen für Flüchtlinge und Verwundete. In den chaotischen Rückzugskämpfen im April 1945 wurde der Verband weitgehend aufgerieben; die Reste versuchten sich über die Frische Nehrung nach Westen abzusetzen oder gerieten beim Fall der Festung Pillau am 25.04.1945 in sowjetische Gefangenschaft.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: März 1945 in Pillau; gebildet als Alarmeinheit aus Personal der 1. Unterseeboot-Lehrdivision (U.L.D.) und anderen lokalen Marine-Dienststellen.
Einsatzraum: Verteidigungssektoren der Festung Pillau; Abriegelung der Landzugänge im Samland gegen die sowjetische 11. Gardearmee.
Bewaffnung: Behelfsmäßige Ausrüstung mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten; oft mangelhafte infanteristische Ausbildung des technischen Marinepersonals.
Ende 1945: Auflösung im Zuge der Vernichtung der Heeresgruppe Nord; Untergang im Kessel von Pillau oder verlustreiche Flucht über die Nehrung Ende April.
Spezifische operative Details
Barrikadenkampf: Einsatz als letzte Reserve im Häuserkampf innerhalb des Hafengebiets zur Deckung der ablegenden Transportschiffe (Unternehmen Hannibal).
Unterstellung: Taktisch dem Festungskommandanten Pillau beigeordnet; administrative Führung durch den Seekommandanten Ostpreußen im Rahmen der Marine-Sicherung.
Kampfkraft: Trotz hoher Moral der U-Boot-Spezialisten litt das Bataillon unter dem eklatanten Mangel an schweren Waffen und Artillerieunterstützung im direkten Erdkampf.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalopfer: Verwendung von hochqualifiziertem U-Boot-Nachwuchs der 1. U.L.D. als "Kanonenfutter" in einer Phase, in der die maritime Ausbildung bereits eingestellt war.
Letzter Schutz: Das Bataillon sicherte die letzten Verladungen von U-Boot-Ersatzteilen und Personal, bevor der Stützpunkt Pillau endgültig aufgegeben werden musste.
Biografischer Marker: In den Stammrollen markiert die Versetzung zum Bataillon 121 den endgültigen Übergang vom Seekrieg zum verzweifelten Überlebenskampf an Land.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 642 Stammrollen und Personalakten der Marinestation der Ostsee mit späten Einträgen zu den Alarmeinheiten im Raum Pillau.
BArch RM 7 / 2337 Seekriegsleitung: Akten zum Einsatz von Marine-Schützen-Verbänden in Ostpreußen und Berichte über die Räumung der Festung Pillau.
BArch RH 2 OKH / Fremde Heere Ost: Lagekarten und Berichte zur sowjetischen Offensive gegen das Samland und die Festung Pillau im April 1945.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zum Marine-Ersatzwesen und den Schützen-Verbänden im Osten).
Dieckert / Großmann Der Kampf um Ostpreußen (Detaillierte Schilderung der Endkämpfe im Samland und der Verteidigung von Pillau).
Tessin, Georg Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der Marine-Infanterie-Einheiten in den Festungsbereichen).
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