Aktionen

Marinedienststelle Dünkirchen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Marinedienststelle Dünkirchen
Die Marinedienststelle Dünkirchen wurde nach der Besetzung der nordfranzösischen Küste im Juni 1940 eingerichtet. Sie unterstand administrativ dem Marinebefehlshaber Kanalküste (später Admiral Kanalküste) und truppendienstlich dem Seekommandanten Pas-de-Calais. Hauptaufgabe war die logistische Verwaltung des Hafens, die Instandsetzung der durch die vorangegangenen Kämpfe schwer zerstörten Infrastruktur sowie die Sicherung der Hafeneinfahrten. Dünkirchen diente als wichtiger Stützpunkt für Minensuch- und Räumboote sowie als Bereitstellungsraum für Landungsfahrzeuge während der Planung zum Unternehmen Seelöwe.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Juni 1940 nach dem Abschluss des Westfeldzugs; Sitz des Hafenkommandanten.
Aufgabe: Hafenkapitänsdienst; Wrackräumung; Überwachung der Seesperren; logistische Betreuung von Sicherungsflottillen; Werftbetrieb.
Unterstellung: Seekommandant Pas-de-Calais; Zusammenarbeit mit der Marine-Flak-Abteilung 816.
Ende 1945: Kapitulation der „Festung Dünkirchen“ am 09.05.1945; das Personal geriet in alliierte Kriegsgefangenschaft.
Spezifische Merkmale
Trümmerräumung: Massive Anstrengungen in den Jahren 1940/41, um das nach der Alliierten-Evakuierung (Dynamo) blockierte Hafenbecken wieder nutzbar zu machen.
Belagerung: Ab September 1944 wurde Dünkirchen zur Festung erklärt und bis Kriegsende von Marine-Einheiten im Erdkampf gegen kanadische und tschechische Truppen verteidigt.
Küstenschutz: Organisation des Nahschutzes gegen britische Schnellbootangriffe in den flachen Gewässern vor der flandrischen Küste.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nothafen: Dünkirchen fungierte als Nothafen für U-Boote bei Durchbrüchen durch die Straße von Dover oder bei Schäden durch Luftangriffe im Kanal.
K-Verbände: 1944/45 wichtiger Einsatz- und Wartungsstützpunkt für Kleinkampfmittel (Seehund, Biber) zur Bekämpfung des alliierten Nachschubs nach Antwerpen.
Nachrichtendienst: Die Dienststelle lieferte wichtige Beobachtungsdaten über alliierte Schiffsbewegungen für die Lagebeurteilung des BdU im Kanalbereich.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-III Seekommandant Pas-de-Calais: Akten über die Hafenorganisation und die Verteidigung der Festung Dünkirchen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Instandsetzung der Häfen an der Kanalküste und die operative Nutzung.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeiten in der Hafenkommandantur Dünkirchen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation an der Kanalküste).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Frankreich und die Kanalküste“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Seekommandanturen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132