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Marinerüstung K I/II

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt 'Marinerüstung K I/II
In der Organisationsstruktur des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM) waren die Abteilungen K I und K II die zentralen Instanzen für die Marinerüstung. Sie bildeten die Schnittstelle zwischen der militärischen Anforderung (was brauchen die U-Boote ?) und der industriellen Produktion (wer baut es ?).
Marinerüstung K I & K II
Einordnung: Beide Abteilungen gehörten zum Hauptamt Kriegsschiffbau (K). Während sich das Amt um die Konstruktion kümmerte, waren K I und K II für die wirtschaftliche und industrielle Umsetzung verantwortlich.
Abteilung K I (Rüstungswirtschaft und Rohstoffe)
Aufgaben: Koordination des gesamten Rohstoffbedarfs für den Schiffbau (Stahl, Kupfer, Kautschuk). In Zeiten des Mangels (ab 1942) entschied K I, welches Projekt (z. B. Schlachtschiff-Reparatur vs. U-Boot-Neubau) Vorrang erhielt.
Wirtschaftsführung: Verhandlungen mit den großen Werften (wie Germaniawerft oder Deschimag) über Kapazitäten und Lieferfristen.
Abteilung K II (Fertigung und Montage)
Aufgaben: Überwachung der eigentlichen Bauprogramme. K II war die Instanz, die den U-Boot-Bau in die Serie überführte.
Sektionsbau: Bei der Einführung des Typ XXI spielte K II eine Schlüsselrolle, da hier die dezentrale Fertigung in verschiedenen Fabriken im Binnenland und die Endmontage an der Küste koordiniert wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rüstungsschub 1943: Unter dem Druck der steigenden Verluste im Atlantik arbeiteten K I und K II eng mit dem Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Albert Speer) zusammen, um den U-Boot-Bau zur „Dringlichkeitsstufe I“ zu erheben.
Personal: In diesen Abteilungen dienten hochqualifizierte Marinebaubeamte und Offiziere der Ingenieurlaufbahn (Ing.), die oft zuvor als Leitende Ingenieure (LI) auf Frontbooten gedient hatten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung. Enthält die Rüstungsprogramme und Denkschriften zur Materiallage.
BArch RM 210 Hauptamt Kriegsschiffbau. Kernbestand für die internen Akten von K I und K II. Hier finden sich die Werftbelegungspläne.
BArch PERS 6 Personalakten. Dokumentiert Werdegänge von technischen Offizieren, die als Referenten in der Marinerüstung tätig waren.
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. In Band 1 wird die exakte Struktur des OKM mit den Abteilungen K I (Wirtschaft) und K II (Fertigung) sowie deren personelle Besetzung aufgeschlüsselt. Dies ist das wichtigste Nachschlagewerk für Dienststellungen.
Salewski, Michael Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945. Salewski analysiert die strategischen Entscheidungen. Hier erfährst du, wie die Rüstungsvorgaben von K I/II die operative Planung der U-Boot-Waffe beeinflussten.
Rössler, Eberhard Geschichte des deutschen U-Bootbaus. Das absolute Standardwerk. Rössler beschreibt detailliert die Rolle des Amtes K bei der Entwicklung des Sektionsbaus für den Typ XXI. Er erläutert, wie K II die industrielle Montage in den Sektionswerften steuerte.
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