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Operationsabteilung für U-Boote

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Operationsabteilung beim Befehlshaber der U-Boote
Die Operationsabteilung (BdU op.) war das Herzstück der U-Boot-Führung. Sie unterstand unmittelbar dem Befehlshaber der Unterseeboote (Großadmiral Dönitz) bzw. seinem Chef des Stabes. Die Abteilung war verantwortlich für die operative Planung, die Funkführung der U-Boot-Rudel auf hoher See, die Auswertung von Feindnachrichten und die taktische Ansetzung der Boote auf Geleitzüge. Hier wurden die täglichen Lageberichte erstellt, Brennpunkte der Seekriegführung analysiert und Befehle zur Bildung oder Auflösung von U-Boot-Aufstellungen (Gruppen) erteilt. Sie bildete das operative Gegenstück zur technischen Abteilung beim BdU.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Operative Führung der U-Boote im Atlantik, Mittelmeer und Nordmeer; Erstellung der Funkbefehle; Taktische Auswertung der KTB; Zusammenarbeit mit der Luftaufklärung.
Standorte: Wilhelmshaven (bis 1940); Paris/Kernével (bis 1942); Angers (bis 1943); Berlin/Bernau (Lager „Koralle“).
Struktur: Unterteilt in Referate für Westraum (Atlantik), Nordraum (Eismeer), Mittelmeer sowie Nachrichten- (A 4) und Waffenwesen (W).
Ende 1945: Kapitulation im Mai 1945; Übernahme der Geheimpapiere und Funkunterlagen durch alliierte Untersuchungskommissionen.
Spezifische Merkmale
Funkführung: Zentrale Steuerung der Boote über Kurzwellen-Funk; tägliche Lagebeurteilung anhand der einlaufenden Positions- und Sichtmeldung der Kommandanten.
Rudeltaktik: Entwicklung und Durchführung der „Wolfsrudeltaktik“ durch Zusammenfassung mehrerer Boote auf einen georteten Konvoi.
Personal: Besetzung durch die fähigsten Admiralstabsoffiziere der U-Boot-Waffe (z. B. Eberhard Godt als Chef der Abteilung).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Gehirn der Waffe: Ohne die präzise Koordination durch BdU op. wäre die großräumige Handelskriegführung gegen die alliierten Versorgungsrouten unmöglich gewesen.
Feindaufklärung: Enge Verzahnung mit dem B-Dienst zur Auswertung entzifferter feindlicher Funksprüche zur Umleitung der Rudel.
Taktik-Entwicklung: Sofortige Reaktion auf neue alliierte Abwehrmittel (Radar, Geleitträger) durch Änderung der Einsatzbefehle.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Kriegstagebücher der Operationsabteilung und operative Weisungen an die Flottillen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Abstimmung zwischen Skl/Op und BdU/Op.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit der Verwendung als „Referent in der Operationsabteilung beim BdU“.
Literaturverweise
Hessler, Günter „The U-Boat War in the Atlantic 1939–1945“ (Offizielle britische Studie auf Basis der Originalakten von BdU op.).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel: Die U-Boot-Führung).
Rohwer, Jürgen „Die Funkaufklärung und ihre Rolle im U-Boot-Krieg“.
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