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Seemännische Nr. 2

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt Seemännische Nr. 2
In der Bordorganisation der Kriegsmarine und der Reichsmarine bezeichnete die Seemännische Nr. 2 eine feste Funktionsnummer innerhalb einer Geschützbedienung. Diese Nummerierung stellte sicher, dass bei Gefechtsalarm jeder Mann sofort und ohne Befehl seine spezifische technische Aufgabe am Geschütz übernahm.
Aufgaben und Funktionen
Artillerie-Rolle (Hauptaufgabe): Bei der Bedienung der Deckskanone (z. B. 8,8-cm oder 10,5-cm SK) war die Nr. 2 der Seitenrichtschütze.
Tätigkeit: Er war dafür verantwortlich, das Geschütz horizontal (links/rechts) auf das Ziel auszurichten. Er bediente das entsprechende Handrad und hielt die Optik im Ziel. Er arbeitete dabei eng mit der Nr. 1 (Höhenrichtschütze) zusammen.
Flak-Rolle: An den Flak-Geschützen übernahm die Nr. 2 ebenfalls die Funktion des Richtschützen für die Seite oder bediente bei kleineren Kalibern die Zieleinrichtung.
Seemännische Rolle: Bei Manövern an Deck (Anker lichten, Festmachen) war die Nr. 2 meist an einer der vorderen Stationen eingesetzt, oft direkt an der Ankerwinde oder als Führer einer Leine.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Präzision im Überwasserkampf: Auf U-Booten war die Nr. 2 (oft ein Artillerie-Gast oder ein sehr erfahrener Matrose) entscheidend für die Treffgenauigkeit der Deckskanone. Da das Boot ständig rollte und stampfte, war das präzise Halten der Seitenrichtung eine körperliche und konzentrative Höchstleistung.
Drill: Die Ausbildung der Nr. 2 erfolgte bereits in den Schiffsstammabteilungen unter Aufsicht der Rekruten-Unteroffiziere. Das blinde Zusammenspiel mit dem Höhenrichtschützen (Nr. 1) war Kern des Artillerie-Drills.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RHD 18. M.Dv. 200 Bordordnung für Kriegsschiffe. Definiert die exakte Aufgabenverteilung der Nummern 1 bis 6 für alle Geschütztypen.
BArch RM 11 Inspektion der Marineartillerie. Enthält Schießberichte, in denen die Leistung der Richtschützen (Nr. 1 und 2) bewertet wurde.
BArch PERS 6 Personalakten. Bei Artillerie-Spezialisten finden sich oft Vermerke über die Qualifikation als „geprüfter Richtschütze“.
Literaturverweise
Lohmann, Walter - Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Marine-Artillerie.
Köhl, Fritz: Vom Original zum Modell Uboottyp VII C. (Zeigt die Positionen der Bedienung am Geschütz).
Marinedienstvorschrift Nr. 170 Artillerie-Vorschrift für die Kriegsmarine. (Beschreibt die Bedienung durch die Nummern 1-6).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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