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Sonderführer

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Status / Laufbahn Sonderführer (Kriegsmarine)
Als Sonderführer wurden Zivilpersonen in ein militärisches Dienstverhältnis berufen, die über unersetzliche Spezialkenntnisse verfügten, jedoch keine reguläre Offiziers- oder Unteroffiziersausbildung besaßen. Sie wurden in einem Offizier- oder Unteroffizier-Rang entsprechend ihrer zivilen Qualifikation geführt (z. B. Sonderführer (K) entsprach dem Kapitänleutnant). Einsatzgebiete waren vor allem das Dolmetscherwesen, technische Spezialgebiete, das Bauwesen sowie die Kriegsberichterstattung (Marine-Propaganda). Sonderführer trugen Uniformen, die durch spezifische Kragenspiegel und schmalere Schulterstücke von den regulären Laufbahnen unterschieden wurden.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Nutzung ziviler Expertise (Ingenieure, Nautiker, Dolmetscher, Meteorologen); fachliche Beratung der Kommandanten und Stäbe.
Rangstufen: Eingruppierung von Unteroffizier-Rängen (G, O) bis zu Offizier-Rängen (K, MA, B entsprechend KapLt, KorvKpt, FrgKpt).
Befugnis: Die Befehlsgewalt war auf das fachliche Spezialgebiet beschränkt; sie besaßen keine allgemeine truppendienstliche Disziplinargewalt.
Ende 1945: Mit der Entlassung aus dem Militärdienst und der Auflösung der Wehrmacht nach der Kapitulation beendet.
Spezifische Merkmale
Uniformierung: Blaue Marineuniform mit blaugrauen Kragenspiegeln; Schulterstücke mit geflochtenen Schnüren ohne die breite Unterlage der regulären Offiziere.
Fachwissen: Unverzichtbar in besetzten Gebieten zur Kommunikation mit lokalen Behörden oder zur Instandsetzung komplexer Industrie- und Werftanlagen.
Status: Sonderführer waren keine Beamten, sondern Soldaten auf Zeit für die Dauer eines besonderen Auftrags oder des Krieges.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Propaganda: Marine-Sonderführer der Propagandakompanien (PK) begleiteten U-Boote auf Feindfahrt für Film- und Bildberichte (z. B. Lothar-Günther Buchheim).
Meteorologie: Einsatz von Sonderführern als Meteorologen auf Wetter-U-Booten oder in fernen Wetterfunkstellen (z. B. Grönland/Spitzbergen).
Technik: Spezialisten der Werftindustrie wurden als Sonderführer in die Frontstützpunkte entsandt, um komplexe Reparaturen an U-Boot-Sektionen zu leiten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Bestimmungen über die Verwendung und Uniformierung von Sonderführern (M.Dv. 260).
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit der Dienststellung „Sonderführer“ (z. B. in Marinenachrichtenabteilungen).
BArch RM 8 OKM / Marinepersonalamt: Unterlagen zur Rekrutierung von zivilen Fachkräften für den Sonderführer-Status.
Literaturverweise
Schlicht / Angolia „Die Kriegsmarine - Uniformen und Ausrüstung 1933–1945“ (Details zu den Abzeichen der Sonderführer).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Personalwesen und Sonderlaufbahnen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Fachspezialisten).
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