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Türkische silberne Liyakat-Medaille mit Säbeln

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt Türkische silberne Liyakat-Medaille mit Säbeln
Die Türkische Liyakat-Medaille (Verdienstmedaille) in Silber mit Säbeln (daher das „s.“ in den meisten Unterlagen). In der Kaiserlichen Marine wurde dieser Orden im Ersten Weltkrieg häufig an deutsche Marineangehörige verliehen, die im Rahmen der deutsch-türkischen Waffenbrüderschaft im Mittelmeerraum oder an den Dardanellen eingesetzt waren.
Aussehen und Gestaltung
Die Medaille: Eine kreisrunde Silbermedaille mit einem Durchmesser von etwa 25 Millimetern. Auf der Vorderseite befindet sich das osmanische Staatswappen (Tughra des Sultans) über gekreuzten Fahnen und Waffen. Auf der Rückseite steht eine arabische Inschrift, die „Treue und Tapferkeit“ bedeutet, sowie das Jahr der Stiftung (1308 nach islamischer Zeitrechnung, entspricht 1890).
Die Säbel: Da es sich um eine Auszeichnung für den Kriegseinsatz handelte, wurde auf dem Band eine Spange mit zwei gekreuzten Säbeln getragen. Diese signalisierte, dass die Medaille für Tapferkeit vor dem Feind verliehen wurde.
Das Band: Das Band ist rot mit zwei grünen Seitenstreifen.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
In der Tradition der Reichsmarine und später der Kriegsmarine war diese Medaille ein seltener Beleg für die frühen Auslandseinsätze der U-Boot-Pioniere:
U-Boot-Krieg im Mittelmeer: Viele Kommandanten der späteren Reichsmarine (Crews vor 1918) erhielten diese Medaille während ihres Dienstes auf den im Mittelmeer (Pola oder Konstantinopel) stationierten U-Booten der Kaiserlichen Marine. Sie dokumentierte die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der osmanischen Marine.
Personalreserve und Tradition: Ein Offizier oder Deckoffizier, der diese Medaille an seiner Ordensspange trug, galt als erfahrener „Orientfahrer“. Dieses Wissen über die Gegebenheiten im Mittelmeer war später bei der Planung von Operationen der Kriegsmarine in diesem Raum (Schnittstelle zum Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte) von großem Wert.
Dokumentation: Die Verleihung wurde in der Personalakte (Bestand Pers 6) als ausländischer Orden mit Tragegenehmigung geführt. In den Stützpunkten, wie dem U-Stützpunkt Bergen, war der Anblick solcher kaiserlichen Auszeichnungen bei älteren Stabsoffizieren ein Zeichen für personelle Kontinuität über drei Epochen hinweg.
Terminologie: Schwerter vs. Säbel
In deutschen Personalakten (Bestand Pers 6) findet man tatsächlich oft den Eintrag „Türkische silberne Liyakat-Medaille mit Schwertern“. Das liegt daran, dass die deutschen Dienststellen ausländische Tapferkeitsauszeichnungen analog zu den eigenen Statuten klassifizierten.
Die Realität: Die osmanische Auszeichnung nutzte als Symbol für den Kriegseinsatz zwei gekreuzte Säbel (Kiliclar), die auf einer kleinen Metallspange am Band befestigt waren. Der Eintrag: Wenn du in einem Lebenslauf „türk. s. Med. m. Schw.“ liest, ist damit zweifelsfrei die silberne Liyakat-Medaille für militärische Verdienste gemeint.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Diese Auszeichnung war besonders bei Offizieren der Kaiserlichen Marine verbreitet, die später in der Reichsmarine den Grundstock für die neue U-Boot-Waffe bildeten. Sie markierte den Einsatz in den Dardanellen oder im Schwarzen Meer. Kommandanten, die diese Medaille trugen, hatten oft auf den ersten U-Booten (wie U 21 oder den UB-Booten) im Mittelmeer gedient. Dieses „orientalische“ Erbe brachte eine besondere Expertise in der subtropischen Seekriegführung mit, die später in die Lehrpläne der Marine-Kriegsakademie einfloss.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 1 Kaiserliche Marine. Invenio Online-Recherche. In den Verleihungslisten wird oft zwischen der zivilen und der militärischen (mit Säbeln/Schwertern) Version unterschieden.
Militaria-Lexikon Details zur osmanischen Symbolik an deutschen Ordensspangen.
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