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| Verband
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U-Bootzerstörer (S) Gruppe
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| Die U-Bootzerstörer (S) Gruppe war ein operativer Verband der Kriegsmarine, der aus Schnellbooten (S-Booten) bestand, die primär für die aktive U-Boot-Jagd ausgerüstet und geschult waren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schnellbootflottillen lag der Fokus dieser Gruppe auf der defensiven und offensiven U-Abwehr in Küstengewässern und Randmeeren. Durch ihre hohe Geschwindigkeit und geringe Tauchtiefe waren die Einheiten dieser Gruppe in der Lage, feindliche U-Boote auch in flachen Gewässern zu verfolgen, in denen größere Zerstörer operativ eingeschränkt waren.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Aufstellung: |
Formiert aus verfügbaren Schnellboot-Einheiten zur Verstärkung der Sicherungsstreitkräfte in den Hauptanlaufwegen der U-Boot-Waffe. Die Gruppe unterstand taktisch meist den Befehlshabern der Sicherung (B.d.S.).
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| Standort: |
Einsatzgebiete waren vornehmlich die Nordsee, der Ärmelkanal und die norwegische Küste. Die Gruppe operierte von vorgeschobenen Stützpunkten aus, um einen schnellen Zugriff auf geortete Feind-U-Boote zu gewährleisten.
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| Technik: |
Ausrüstung der Boote mit verbesserten Horchgeräten und speziellen Wasserbomben-Abwurfeinrichtungen. Die Boote fungierten als „schnelle Jäger“, die im Verbund mit der Luftaufklärung zur U-Jagd angesetzt wurden.
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| Ende 1945: |
Mit der Auflösung der Sicherungsverbände und der Einstellung der Offensivoperationen im Küstenvorfeld wurde die Gruppe bei Kriegsende aufgelöst; die Boote wurden teilweise dem Minenräumdienst zugeteilt.
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| Spezifische Merkmale
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| Jäger-Taktik: |
Entwicklung und Anwendung von Verfahren zum koordinierten Angriff mehrerer S-Boote auf ein getauchtes Ziel, um die Erfolgsaussichten der Wasserbombenwürfe durch enge Abwurfmuster zu erhöhen.
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| Ortungsdienst: |
Die Gruppe nutzte die akustische Überlegenheit ihrer Horcher, um feindliche U-Boote bereits in der Annäherungsphase an eigene Geleitzüge aufzuspüren und unter Wasser zu drücken.
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| Tarnung: |
Aufgrund der geringen Silhouette der S-Boote konnte die Gruppe Überraschungsangriffe auf feindliche U-Boote durchführen, die sich im Überwasser-Marsch oder im getauchten Zustand sicher wähnten.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Schutz der Reviere: |
Die Gruppe sicherte die Auslaufwege der Front-U-Boote gegen feindliche „Lauer-U-Boote“, wodurch die Verlustraten in der kritischen Phase der Revierfahrt gesenkt werden konnten.
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| Ausbildungshilfe: |
Erfahrungen aus den Jagdmanövern der Gruppe flossen in die Ausbildung der U-Boot-Kommandanten ein, um diese auf die Taktiken schneller Überwasser-Jäger vorzubereiten.
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| Geleitsicherung: |
Durch die Sicherung der eigenen Versorgungstransporte für die U-Boot-Stützpunkte in Norwegen gewährleistete die Gruppe die logistische Basis für den U-Boot-Krieg im Nordmeer.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 71 |
Schnellbootflottillen und U-Jagd-Verbände: Kriegstagebücher und Einsatzakten der U-Bootzerstörer (S) Gruppen in Nord- und Ostsee.
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| BArch RM 24 |
Befehlshaber der Sicherung: Unterlagen über die taktische Anweisung und operative Führung der S-Boot-Einheiten zur U-Abwehr.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über Kommandanten und technisches Personal, die auf den spezialisierten U-Jagd-Schnellbooten eingesetzt waren.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Sicherungsstreitkräfte und S-Boote).
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| Hümmelchen, Gerhard |
„Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg“ (Hinweise zur Spezialisierung einzelner Gruppen auf die U-Boot-Jagd).
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| Fock, Harald |
„Schnellboote“ (Band 2: Einsatzgeschichte und taktische Entwicklungen der deutschen S-Boot-Waffe).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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