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Wiederholungslehrgang für Funkoffiziere

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Wiederholungslehrgang für Funkoffiziere
Der Wiederholungslehrgang für Funkoffiziere war eine konzentrierte Fortbildungsmaßnahme zur Auffrischung und Aktualisierung der nachrichtentechnischen Kenntnisse. Er richtete sich primär an Offiziere des Beurlaubtenstandes (Reserve) oder Personal, das nach längerer Abwesenheit vom Borddienst reaktiviert wurde. Im Fokus stand die Wiederherstellung der Fertigkeit im Geben und Hören von Morsezeichen (Tempo-Training) sowie die Einweisung in zwischenzeitlich geänderte Dienstvorschriften und Verschlüsselungsverfahren. Die Ausbildung fand an den Marinenachrichtenschulen (z. B. Aurich oder Flensburg) statt und endete mit einer Leistungsprüfung. In den Personalunterlagen dokumentiert dieser Lehrgang die Wiederherstellung der vollen Einsatzfähigkeit als Funk- oder Nachrichtenoffizier auf Frontstützpunkten oder Einheiten der Flotte.
Ausbildungsinhalte & Schwerpunkte
Morse-Training: Intensives Training zur Steigerung der Sende- und Hörgeschwindigkeit unter Berücksichtigung der strengen Funkdisziplin (Vermeidung von individuellen Tast-Charakteristiken).
Schlüsselmittel: Aktualisierung des Wissens über die Enigma-Maschine (M3/M4) sowie die aktuellen Sonderschlüssel und Doppelbuchstabentauschtafeln für den operativen Funkverkehr.
Gerätetechnik: Einweisung in neu eingeführte Sender- und Empfängertypen (z. B. Kurzwellen-Kleinsender) sowie die Fehlerbehebung an Bord unter Gefechtsbedingungen.
Taktik-Update: Belehrung über neue feindliche Funkmess- und Peilverfahren (HF/DF) sowie die daraus resultierenden Änderungen im Kurzsignalwesen.
Spezifische Details & Ergänzungen
Reserve-Offiziere: Vorbereitung von Offizieren der Reserve auf ihre Mobilmachungs-Verwendung in den Nachrichtenzentralen der Seekommandanturen oder Flottillenstäbe.
Funkhorchdienst: Kurzeinweisung in die aktuellen Frequenzen und Rufzeichen der alliierten Seestreitkräfte zur Unterstützung der eigenen Funkaufklärung (B-Dienst).
Leistungsnachweis: Verpflichtende Abschlussprüfung zur Feststellung, ob die geforderten Mindest-Anschlagzahlen pro Minute für den aktiven Frontdienst wieder erreicht wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flottillen-Nachrichten: Unverzichtbar für Offiziere, die als Nachrichtenleiter in den U-Boot-Stützpunkten (z. B. Lorient, St. Nazaire) die Kommunikation mit den Rudeln auf See koordinierten.
Personalerhalt: Der Lehrgang sicherte die schnelle Verfügbarkeit von erfahrenem Führungspersonal in Phasen hoher personeller Verluste innerhalb der nachrichtentechnischen Laufbahnen.
Biografischer Marker: In den Personalakten dokumentiert dieser Lehrgang die Reaktivierung des fachspezifischen Wissens und den Übergang in eine aktive Frontverwendung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 142 Marine-Fachschulen: Akten über die Durchführung von Wiederholungslehrgängen für Funkpersonal und die entsprechenden Prüfungsbestimmungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Individuelle Nachweise über die Teilnahme an Wiederholungslehrgängen für Funk- und Nachrichtenoffiziere (Reserve).
BArch RM 3 / 1024 Marinepersonalamt: Bestimmungen über die Einberufung und fachliche Nachschulung von Reserveoffizieren der Nachrichtentruppe.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Nachrichtenausbildung und den Lehrgängen für Reserveoffiziere).
Giessler, Helmuth Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst (Details zur Ausbildungsorganisation und den technischen Anforderungen an Funkoffiziere).
Mallmann Showell The German Navy in World War Two (Kontext zur personellen Struktur und dem Reservewesen innerhalb der Kriegsmarine).
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