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Yachtschule Glücksburg

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildungseinheit Hanseatische Yachtschule Glücksburg
Die Yachtschule Glücksburg wurde 1925 vom Hanseatischen Yacht-Club gegründet und entwickelte sich unter der Nationalsozialistischen Herrschaft zu einer bedeutenden vormilitärischen und militärischen Ausbildungsstätte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Schule eng in das Ausbildungssystem der Kriegsmarine eingebunden. Sie diente der Ausbildung von Offiziersanwärtern und Unteroffiziersschülern in der praktischen Seemannschaft, dem Segelsport und der Kleinschifffahrt. Ziel war die Förderung des seemännischen Gefühls und der Charakterbildung auf Segelschulbooten unter harten Bedingungen in der Flensburger Förde.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: 1925 als zivile Schule; ab 1935 verstärkte staatliche und militärische Nutzung; enge Anbindung an die Marineschule Mürwik.
Standort: Glücksburg (Ostsee), direkt an der Flensburger Förde. Nutzung der dortigen Wasser- und Steganlagen.
Aufgabe: Praktische Seemannschaft; Segelausbildung; Navigationskurse; Ausbildung von Bootsführern für Kleinfahrzeuge; vormilitärische Schulung.
Ende 1945: Beschlagnahmung durch britische Truppen im Mai 1945; spätere Wiederaufnahme des zivilen Segelschulbetriebs unter dem DHH.
Spezifische Merkmale
Methodik: Die Ausbildung auf Segelbooten galt als unersetzlich für das Verständnis von Wind, Strömung und dem Verhalten kleiner Fahrzeuge auf See.
Eliteförderung: Die Teilnahme an den Lehrgängen in Glücksburg war ein prestigeträchtiger Bestandteil der Offiziersausbildung (Crew-Ausbildung).
Infrastruktur: Betrieb einer Vielzahl von Segelyachten und Kuttern, die im Krieg teils als Signal- oder Verbindungsboote eingesetzt wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Seemännische Basis: Zahlreiche U-Boot-Offiziere erhielten in Glücksburg ihren „seemännischen Schliff“, bevor sie zu den technischen U-Lehrgängen versetzt wurden.
Charakterbildung: Das Segeln in der Förde diente der Stärkung des Korpsgeistes und der schnellen Entscheidungsfähigkeit, die auf U-Booten lebensnotwendig war.
Kleinkampfverbände: 1944/45 wurden Segelinstruktoren der Yachtschule zur Ausbildung von Personal für die K-Verbände (z. B. Seehunde) herangezogen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Einbindung der Yachtschulen in das militärische Ausbildungswesen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Seeoffizieranwärter mit dem Vermerk „Lehrgang Yachtschule Glücksburg“.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Förderung des Segelsports als Teil der militärischen Ertüchtigung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Yachtschulen).
Jensen, Jürgen „Die Hanseatische Yachtschule in Glücksburg: Eine Chronik der Seemannschaft“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Marine-Schulstrukturen).
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