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| Dienststelle
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Schiffsartillerieschule (S.A.S.)
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| Die Schiffsartillerieschule war die zentrale Lehr- und Versuchseinrichtung der Kriegsmarine für die bordgestützte Artillerie. Sie bildete Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in der Handhabung aller Bordwaffen aus – von der leichten Flugabwehr bis zur schweren Seeziel-Artillerie.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Standorte: |
Ursprünglich in Kiel-Wik beheimatet, wurde der Lehrbetrieb für Seeziel-Artillerie 1937 nach Kappeln an der Schlei (Ellenberg) verlegt. Ein weiterer Hauptstandort war Saßnitz auf Rügen (Leichte Artillerie/Flak).
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| Unterstellung: |
Die S.A.S. unterstand der Inspektion der Marineartillerie. Mit Kriegsbeginn am 01.09.1939 wurde die Ausbildung gestrafft und der Fokus zunehmend von der Seeziel-Bekämpfung auf die Flugabwehr verschoben.
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| Das Ende: |
Mit der Gesamtkapitulation am 08.05.1945 endete der Schulbetrieb. In der Endphase wurde das Personal in Kappeln in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert, während Saßnitz durch Luftangriffe und den sowjetischen Vormarsch verloren ging.
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| Gliederung der Fachschulen & Abteilungen
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| Schiffsartillerieschule I (Kappeln): |
Herzstück für Seeziel-Artillerie. Fokus auf Feuerleitung und mathematische Schussbahnberechnungen für mittlere und schwere Kaliber (inkl. 8,8 cm und 10,5 cm für U-Boote).
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| Schiffsartillerieschule II (Saßnitz): |
Spezialisiert auf leichte Artillerie und Flugabwehr (2 cm und 3,7 cm). Hier wurde intensiv das Schießen auf bewegliche Luftziele und die Flugzeugerkennung trainiert.
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| Lehrabteilung für technisches Personal: |
Ausbildung von Waffenmechanikern und Feuerwerkern für die Wartung komplizierter Verschlüsse und Richtantriebe unter extremen Salzwasserbedingungen.
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| Schulschiff-Abteilung: |
Eigene Flottille (u. a. Bremse, Brummer, Hela) zur praktischen Anwendung der Theorie unter realen Seebedingungen und bei schwerem Seegang.
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| Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
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| Wachoffiziers-Ausbildung: |
Jeder W.O. musste die S.A.S.-Lehrgänge durchlaufen, da er an Bord für die Deckskanone verantwortlich war. Spezielle Simulatoren schulten das Schießen von schwankenden Plattformen aus.
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| Spezialisierung ab 1943: |
Aufgrund der Luftgefahr wurde die Schulung an der 3,7-cm-Flak zur absoluten Priorität für fast alle Wachoffiziere und Flak-Gasten der U-Boot-Waffe.
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| Instandhaltung: |
Die an der S.A.S. geschulten Waffenwarte sicherten die Funktionsfähigkeit der Geschütze in den Stützpunkten der U-Flottillen nach extremen Belastungen durch Tauchfahrten.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 45 |
Akten der Inspektion der Marineartillerie. Berichte über Ausbildungsergebnisse und die organisatorische Entwicklung der S.A.S. I und II.
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| BArch RM 123 |
Unterlagen der Schiffsartillerieschulen Kappeln und Saßnitz. Lehrgangspläne und Schießprotokolle der Seeoffizierjahrgänge.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten der Kriegsmarine. Nachweise über die Kommandierung von Spezialisten zu den technischen Lehrabteilungen der S.A.S.
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| Literaturverweise
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| Hummel, Karl-Heinz |
"Die deutsche Marineartillerie 1939–1945". (Detaillierte Chronik der Schulstandorte und Einheiten).
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zur Gliederung der Artillerieschulen).
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| Rössler, Eberhard |
"Die deutschen U-Boote und ihre Werften". (Informationen zur artilleristischen Erprobung und Bewaffnung).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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