Aktionen

Korporalschaftsführer: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

(Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center" |- | style="width:2%" | |- | || colspan="3"…“)
 
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
 
|-
 
|-
| style="width:2%" |
+
| || colspan="3" |  
 +
 
 +
{| class="wikitable"
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |Jede Kompanie wird für den inneren und äußeren Dienst in mehrere Korporalschaften eingeteilt, deren Zahl nach der Stärke der Kompanie und der vorhandenen Unteroffiziere verschieden ist. An der Spitze einer jeden Korporalschaft steht ein '''Korporalschaftsführer''', kurz weg "der Korporal" genannt, an den ungeheure Anforderungen gestellt werden.
+
| style="width:25%" |
 +
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |Der Korporal ist immer im Dienst, das Wort Ruhe gibt es für ihn nicht, er ist den ganzen Tag tätig, vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Für Alles, was seine Leute tun, ist er verantwortlich.
+
! Datenblatt
 +
! '''Korporalschaftsführer'''
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |Die erste Anforderung, die man an ihn stellt, ist: strenge aber wohlwollende Behandlung der Untergebenen. Das klingt so leicht und einfach und ist doch so furchtbar schwer, wie schwer aber, kann nur Derjenige beurteilen, der selbst den bunten Rock angehabt hat und aus eigener Erfahrung weiß, was es heißt: Korporal zu sein. Die guten Element sind leicht zu lenken, aber es gibt auch Leute, die absichtlich ihrem Unteroffizier das Leben erschweren, die es darauf ablegen, ihn hineinfallen zu lassen, die sich innerlich freuen über jeden Tadel, den der Unteroffizier ihretwegen erhält. Solche gibt´s, und zwar mehr als man glaubt. Auch dann immer ruhig zu bleiben, nie zu schimpfen und zu schelten, auch dann immer der wohlwollende Vorgesetzte zu bleiben, erfordert viel Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung. Niemals darf er durch sein dienstliches oder außerdienstliches Benehmen Anlaß zu einer Klage oder zu einer Beschwerde geben. Ruhiges Auftreten in und außer Dienst, Vermeiden von zu großer Vertraulichkeit im Verkehr mit den Untergebenen, sind weitere Anforderungen, die an ihn gestellt werden.
+
| ||
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Der Korporalschaftsführer die unterste Ebene der militärischen Vorgesetztenhierarchie. Er bildete das direkte Bindeglied zwischen der Mannschaft und der Zug- bzw. Kompanieführung. In der U-Boot-Waffe war diese Funktion besonders in der kasernierten Ausbildung an Land sowie in der Organisation der Wachen an Bord von Bedeutung.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Historische Entwicklung und Einordnung
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Die Korporalschaft war die kleinste Einheit innerhalb der Matrosendivisionen. Der Führer (meist ein erfahrener Obermatrose oder Maat) war für die „Backsgemeinschaft“ (die Tisch- und Stubengemeinschaft) verantwortlich. BArch RM 31 (Kommandobehörden)
 +
|-
 +
| colspan="3" | Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): Aufgrund der kleinen Personalstärke von nur 15.000 Mann war der Korporalschaftsführer oft ein hochqualifizierter Spezialist, der neben der militärischen Führung auch die fachliche Ausbildung seiner Untergebenen in den Küstenwehrabteilungen übernahm.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Kriegsmarine (16.03.1935 – 08.05.1945): Mit dem Aufbau der U-Boot-Waffe wurde die Funktion zum Standard für junge Unteroffiziere (Maate). Jede Schiffsstammabteilung war in Kompanien, Züge und schließlich Korporalschaften gegliedert.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Kernaufgaben
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Erziehung und Ausbildung: Vermittlung von Grundfertigkeiten wie Exerzieren, Waffenpflege und allgemeinem Seemannsbrauchstum.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Disziplinarische Aufsicht: Er war der erste Ansprechpartner bei Problemen, aber auch verantwortlich für die Durchsetzung von Befehlen und die Einhaltung der Ordnung in der Unterkunft.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Fürsorge: Er überwachte den Zustand der Bekleidung und Ausrüstung seiner Männer und achtete auf deren Gesundheit und Verpflegung.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Gefechtsdienst: An Bord führte er im Gefechtsfall oft einen spezifischen Trupp (z. B. eine Munitionsgruppe oder einen Teil der Flak-Bedienung).
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Charakterschule: Die Dienststellung als Korporalschaftsführer galt als Test für die Eignung zum Portepee-Unteroffizier oder gar zum Kriegsoffizier.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Soziales Gefüge: Auf der extremen Enge eines U-Boots war die Fähigkeit, eine kleine Gruppe (Korporalschaft) ohne Reibungsverluste zu führen, überlebenswichtig.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| BArch RM 121 || colspan="3" | Ersatz- und Ausbildungsabteilungen. Dokumentiert die Gliederung der Ausbildungseinheiten in Korporalschaften.
 +
|-
 +
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. In den Beurteilungen wird oft explizit die Bewährung als Korporalschaftsführer erwähnt.
 +
|-
 +
| BArch RM 6 || colspan="3" | OKM. Enthält Dienstvorschriften zur inneren Führung der Korporalschaften.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
 +
|-
 +
| Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Personalwesen).
 +
|-
 +
| Hermann Teske (Hrsg.) || colspan="3" | Die deutschen Marinen 1848–1945.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" |
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 +
|-
 +
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 +
|-
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 15:51 Uhr

Datenblatt Korporalschaftsführer
Der Korporalschaftsführer die unterste Ebene der militärischen Vorgesetztenhierarchie. Er bildete das direkte Bindeglied zwischen der Mannschaft und der Zug- bzw. Kompanieführung. In der U-Boot-Waffe war diese Funktion besonders in der kasernierten Ausbildung an Land sowie in der Organisation der Wachen an Bord von Bedeutung.
Historische Entwicklung und Einordnung
Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Die Korporalschaft war die kleinste Einheit innerhalb der Matrosendivisionen. Der Führer (meist ein erfahrener Obermatrose oder Maat) war für die „Backsgemeinschaft“ (die Tisch- und Stubengemeinschaft) verantwortlich. BArch RM 31 (Kommandobehörden)
Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): Aufgrund der kleinen Personalstärke von nur 15.000 Mann war der Korporalschaftsführer oft ein hochqualifizierter Spezialist, der neben der militärischen Führung auch die fachliche Ausbildung seiner Untergebenen in den Küstenwehrabteilungen übernahm.
Kriegsmarine (16.03.1935 – 08.05.1945): Mit dem Aufbau der U-Boot-Waffe wurde die Funktion zum Standard für junge Unteroffiziere (Maate). Jede Schiffsstammabteilung war in Kompanien, Züge und schließlich Korporalschaften gegliedert.
Kernaufgaben
Erziehung und Ausbildung: Vermittlung von Grundfertigkeiten wie Exerzieren, Waffenpflege und allgemeinem Seemannsbrauchstum.
Disziplinarische Aufsicht: Er war der erste Ansprechpartner bei Problemen, aber auch verantwortlich für die Durchsetzung von Befehlen und die Einhaltung der Ordnung in der Unterkunft.
Fürsorge: Er überwachte den Zustand der Bekleidung und Ausrüstung seiner Männer und achtete auf deren Gesundheit und Verpflegung.
Gefechtsdienst: An Bord führte er im Gefechtsfall oft einen spezifischen Trupp (z. B. eine Munitionsgruppe oder einen Teil der Flak-Bedienung).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Charakterschule: Die Dienststellung als Korporalschaftsführer galt als Test für die Eignung zum Portepee-Unteroffizier oder gar zum Kriegsoffizier.
Soziales Gefüge: Auf der extremen Enge eines U-Boots war die Fähigkeit, eine kleine Gruppe (Korporalschaft) ohne Reibungsverluste zu führen, überlebenswichtig.
Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Ersatz- und Ausbildungsabteilungen. Dokumentiert die Gliederung der Ausbildungseinheiten in Korporalschaften.
BArch PERS 6 Personalakten. In den Beurteilungen wird oft explizit die Bewährung als Korporalschaftsführer erwähnt.
BArch RM 6 OKM. Enthält Dienstvorschriften zur inneren Führung der Korporalschaften.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Personalwesen).
Hermann Teske (Hrsg.) Die deutschen Marinen 1848–1945.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132