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U-Lehrgang für Mannschaften: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Tauch- und Trimmlehre: Auch die Mannschaften mussten die physikalischen Grundlagen des U-Bootes verstehen. Sie lernten das Zusammenspiel der Flut- und Entlüftungsventile sowie die Bedeutung der Gewichtsverteilung. Jeder Soldat, vom Obermatrosen bis zum Steuermannsschüler, musste wissen, wie das Boot in einer Notsituation (z. B. nach Wassereinbruch) stabilisiert werden kann.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den endgültigen Übertritt von der Überwasserflotte zur U-Boot-Waffe. Bei Offizieren, die aus dem Mannschaftsstand aufstiegen, ist dieser Lehrgang oft der erste Beleg für die U-Boot-Spezialisierung.
 
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| BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Organisation der Mannschaftsausbildung an den U.L.D.
 
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Berichte des OKM über die Freiwilligenwerbung und Selektionsquoten für die U-Boot-Waffe
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 91 || colspan="3" | Dienststellen der U-Boot-Waffe - Invenio Online-Recherche. Dokumentiert die Ausbildungs- und Prüfungsrichtlinien der Lehr-Divisionen.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | Siehe [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/| Lexikon der Wehrmacht] Artikel über die Unterseeboots-Lehr-Divisionen und deren Ausbildungskapazitäten.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zum Ersatzwesen und der Ausbildung der Mannschaften)
 
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 13:51 Uhr

Datenblatt U-Lehrgang für Mannschaften
U-Lehrgang für Mannschaften war die obligatorische fachliche Basisausbildung für jeden Matrosen und Gefreiten, der nach der Grundausbildung zur U-Boot-Waffe versetzt wurde. Er diente dazu, die Soldaten physisch und technisch auf die extremen Bedingungen an Bord von U-Booten vorzubereiten.
Anfang, Ausbildungsorte und Dauer
Anfang: Die systematische Schulung begann ab 1935 an der U-Boots-Schule (später 1. Unterseeboots-Lehrdivision, 1. U.L.D.) in Neustadt in Holstein.
Die Ausbildung fand primär bei der 1. U-Lehrdivision (Pillau/Hamburg) oder der 2. U-Lehrdivision (Gotenhafen) statt. Die Dauer betrug im Regelfall vier bis sechs Wochen, wurde jedoch gegen Kriegsende (insbesondere für den Typ XXI) oft gestrafft.
Ausbildung
Tauchretter-Training: Das wichtigste Element war die Ausbildung am Tauchretter. In speziellen Tauchtöpfen mussten die Mannschaften das kontrollierte Aussteigen aus einem simulierten U-Boot-Wrack aus verschiedenen Tiefen üben. Dies diente nicht nur der Technikschulung, sondern auch als psychologisches Auswahlkriterium, um Soldaten mit Platzangst oder Panikneigung frühzeitig auszusortieren.
Tauch- und Trimmlehre: Auch die Mannschaften mussten die physikalischen Grundlagen des U-Bootes verstehen. Sie lernten das Zusammenspiel der Flut- und Entlüftungsventile sowie die Bedeutung der Gewichtsverteilung. Jeder Soldat, vom Obermatrosen bis zum Steuermannsschüler, musste wissen, wie das Boot in einer Notsituation (z. B. nach Wassereinbruch) stabilisiert werden kann.
Bordorganisation und Fachkunde: Der Lehrgang vermittelte die strikte Bordordnung gemäß der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293. Die Mannschaften wurden in ihre künftigen Rollen eingewiesen – etwa als Zentrale-Gast, Torpedogast oder Funkgast –, wobei sie die spezifischen Handgriffe lernten, die auf engstem Raum unter Stress fehlerfrei funktionieren mussten.
Abschluss und Versetzung: Erst nach bestandenem U-Lehrgang galt der Soldat als „U-Boot-tauglich“. Es folgte entweder die Kommandierung zur Baubelehrung eines Neubaus oder die Versetzung als Ersatzpersonal in die Personalreserve einer Frontflottille.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Physische und psychische Siebung: Der Lehrgang diente als härtester Filter. Nur wer im Druckkammer-Test und bei den Tauchübungen im Ausbildungsturm keine Klaustrophobie zeigte, durfte bleiben.
Schaffung von Allroundern: Da im Notfall jeder Mann jeden Handgriff beherrschen musste (z.B. das Schließen von Schotten), vermittelte der Lehrgang ein fachübergreifendes Basiswissen.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den endgültigen Übertritt von der Überwasserflotte zur U-Boot-Waffe. Bei Offizieren, die aus dem Mannschaftsstand aufstiegen, ist dieser Lehrgang oft der erste Beleg für die U-Boot-Spezialisierung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Organisation der Mannschaftsausbildung an den U.L.D.
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die fachliche Ausbildung und die Tauchretter-Schulung für U-Boot-Personal
BArch RM 3 / 1024 Berichte des OKM über die Freiwilligenwerbung und Selektionsquoten für die U-Boot-Waffe
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zum Ersatzwesen und der Ausbildung der Mannschaften)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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