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Lehrgruppenführer: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Fachaufsicht: Der Lehrgruppenführer war verantwortlich für die einheitliche Vermittlung der Lehrinhalte gemäß den Marine-Dienstvorschriften. Er überwachte die Qualität der Ausbildung und stellte sicher, dass die Fähnriche zur See und Wachoffiziersschüler die notwendigen Kompetenzen für den Dienst auf U-Booten erwarben.
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| colspan="3" | Er war die nächsthöhere Instanz für Disziplinarangelegenheiten innerhalb der Lehrgruppe und achtete auf die Einhaltung der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung) bereits an Land.
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Gliederung der Marineschulen und die Befugnisse der Lehrgruppenführer
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 91 || colspan="3" | Dienststellen der U-Boot-Waffe - Invenio Online-Recherche. Enthält Stellenbesetzungspläne und Dienstordnungen der Lehr-Divisionen.
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| Bundesarchiv, Signatur Pers 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren - Dokumentiert die Verwendungen von Offizieren als Lehrgruppenführer.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation der Lehrstämme und Schulen)
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | Siehe [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/| Lexikon der Wehrmacht] Informationen zur Struktur der Marineschulen und der Gliederung in Lehrgruppen.
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Lehrabteilungen)
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| Hessler, Günter: || colspan="3" | The U-Boat War in the Atlantic (Informationen zur Rolle der erfahrenen Lehrgruppenführer bei der Sicherung der Ausbildungsqualität)
 
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 14:40 Uhr

Datenblatt Lehrgruppenführer
Ein Lehrgruppenführer war ein erfahrener Offizier (meist im Rang eines Kapitänleutnants oder Korvettenkapitäns), der die fachliche und disziplinarische Leitung einer Lehrgruppe an einer Marineschule oder einer Unterseeboots-Lehr-Division innehatte.
Anfang und Organisation
Anfang: Die Dienststellung wurde mit der Einrichtung der großen Marine-Ausbildungszentren (z. B. Marineschule Mürwik oder Schiffsartillerieschule) in der Reichs- und Kriegsmarine etabliert.
Der Lehrgruppenführer stand hierarchisch zwischen dem Kommandeur der Abteilung und den einzelnen Gruppenoffizieren. Eine Lehrgruppe fasste mehrere Ausbildungsklassen zusammen, die denselben Fachbereich (beispielsweise den Nachrichtenlehrgang oder den Torpedooffizierslehrgang) durchliefen.
Ende: Die Funktion bestand bis zur Kapitulation im Mai 1945.
Aufgaben
Fachaufsicht: Der Lehrgruppenführer war verantwortlich für die einheitliche Vermittlung der Lehrinhalte gemäß den Marine-Dienstvorschriften. Er überwachte die Qualität der Ausbildung und stellte sicher, dass die Fähnriche zur See und Wachoffiziersschüler die notwendigen Kompetenzen für den Dienst auf U-Booten erwarben.
Beurteilung: Er koordinierte die Eignungsberichte der ihm unterstellten Gruppenoffiziere und fällte die abschließende Entscheidung über die Fachreife eines Schülers. Sein Urteil war maßgeblich dafür, ob ein Anwärter zur Front versetzt oder für die Baubelehrung eines Neubaus vorgeschlagen wurde.
Praxisbezug: In den Unterseeboots-Lehr-Divisionen waren Lehrgruppenführer oft Offiziere mit langjähriger Fronterfahrung als Kommandant. Sie sorgten dafür, dass die Ausbildung nicht rein theoretisch blieb, sondern die harten Realitäten des U-Boot-Krieges berücksichtigte.
Disziplin: Er war die nächsthöhere Instanz für Disziplinarangelegenheiten innerhalb der Lehrgruppe und achtete auf die Einhaltung der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung) bereits an Land.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führung der U-Lehrdivisionen: In den U-Boot-Lehrdivisionen (U.L.D.) in Neustadt oder Gotenhafen leiteten Lehrgruppenführer die spezialisierten Abschnitte für Kommandanten, Wachoffiziere oder technisches Personal.
Prägung des Nachwuchses: Ein Lehrgruppenführer hatte maßgeblichen Einfluss darauf, welche Offiziere für den Fronteinsatz auf U-Booten als geeignet eingestuft wurden. Oft handelte es sich um dekorierte Frontoffiziere, die nach mehreren Feindfahrten als Experten an die Schulen berufen wurden.
Personalhistorische Einordnung: In den Personalunterlagen (BArch PERS 6) kennzeichnet die Verwendung als Lehrgruppenführer eine hohe fachliche Autorität und eine Führungsposition innerhalb der Ausbildungsorganisation der Marine.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Gliederung der Marineschulen und die Befugnisse der Lehrgruppenführer
BArch RM 121 / 162 Bestimmungen über die Durchführung der Ausbildung und die Beurteilungswesen an den Fachschulen (1939–1945)
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur personellen Besetzung der Lehrgruppen in den U.L.D.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation der Lehrstämme und Schulen)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Lehrabteilungen)
Hessler, Günter: The U-Boat War in the Atlantic (Informationen zur Rolle der erfahrenen Lehrgruppenführer bei der Sicherung der Ausbildungsqualität)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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