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Divisionsleutnant: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der Divisionsleutnant fungierte als Adjutant oder Personalreferent im Stab einer Schiffsstammdivision und bildete die Schnittstelle zwischen der Divisionsführung und den einzelnen Ausbildungsabteilungen.
 
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| colspan="3" | Entstehung: Die Funktion wurde mit der massiven Vergrößerung der Landorganisation ab 1935 fest etabliert, um die Kommandeure von der ausufernden Bürokratie zu entlasten.
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| colspan="3" | Administrative Ausbildung: Für junge Offiziere war die Verwendung als Divisionsleutnant eine wichtige Schule in der Militärverwaltung. Diese Kenntnisse waren später bei der Führung eines U-Boot-Stützpunktes oder in der Flottillenadministration (z. B. als Adjutant eines Flottillenchefs) von großem Wert.
 
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| colspan="3" | Ende: Mit der Auflösung der Ersatzabteilungen im Mai 1945 endete die Funktion. In den letzten Kriegswochen wurden Divisionsleutnante oft als Kampfkommandanten für Marine-Schützen-Züge eingesetzt.
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| colspan="3" | Personalsteuerung: Der Divisionsleutnant war in den Auswahlprozess eingebunden, wenn Rekruten für Speziallaufbahnen wie die U-Boot-Waffe gesichtet und den entsprechenden U-Lehrgängen zugewiesen wurden.
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert diese Dienststellung oft eine Phase der Stabsbewährung an Land. Erscheint dieser Eintrag im Lebenslauf eines späteren Kommandanten, deutet dies auf eine frühzeitige Erkenntnis seiner administrativen und organisatorischen Fähigkeiten hin.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Aufgaben der Offiziere in den Stäben der Schiffsstammdivisionen
 
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| colspan="3" | Karrierestart: Junge Leutnants dienten nach ihrer Beförderung oft als Divisionsleutnant an einer Marineschule oder Stammabteilung, um die Personalverwaltung der Marine von Grund auf kennenzulernen.
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Bestimmungen über die personelle Verwaltung und das Meldewesen innerhalb der Marinestationen (1939–1944)
 
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| colspan="3" | Frontpause: Erfahrene Kommandanten, die wegen Krankheit oder zur Erholung von der Front wegkommandiert wurden, übernahmen diese Position oft an den U-Boots-Lehrdivisionen (ULD), um dort den personellen Nachwuchs zu steuern.
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Personalstammrollen der Marinestationen mit Nachweisen über die Verwendung als Divisionsleutnant
 
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| Bundesarchiv Signatur PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. In den Beurteilungen wird oft die administrative Exaktheit und Menschenführung des Divisionsleutnants bewertet.
 
 
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| Bundesarchiv Abteilung PA (Berlin-Tegel) || colspan="3" | Personenbezogene Unterlagen. Hier finden sich die von den Divisionsleutnanten unterzeichneten Stammrollenblätter.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Hierarchie und den Dienststellungen in der Landorganisation)
 
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| Marine-Dienstvorschrift M.Dv. Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine. (Die fachliche Grundlage für die Arbeit des Div.Lt.).
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Divisionen und deren Stabsstruktur)
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| Hildebrand, Hans H.: || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur administrativen Laufbahnstruktur innerhalb der Kriegsmarine)
 
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 15:35 Uhr

colspan="3" | Ende: Die Bezeichnung entfiel weitgehend mit der Auflösung der Schiffsstammdivisionen und deren Überführung in die Marine-Lehrdivisionen ab Januar 1944.
Datenblatt Divisionsleutnant
Der Divisionsleutnant fungierte als Adjutant oder Personalreferent im Stab einer Schiffsstammdivision und bildete die Schnittstelle zwischen der Divisionsführung und den einzelnen Ausbildungsabteilungen.
Anfang und Funktion
Anfang: Die Dienststellung wurde mit der Einrichtung der Schiffsstammdivisionen (z. B. S.D.N. in Wilhelmshaven) ab 1920 geschaffen.
Rolle: Er führte die Personalpapiere (Stammrollen, Wehrpässe) einer gesamten Division (hier im Sinne eines organisatorischen Teils der Abteilung, ca. 400–600 Mann).
Aufgaben: Er war verantwortlich für die Urlaubsplanung, die Bearbeitung von Disziplinarstrafen, Beförderungsvorschläge und die Zuweisung von Ersatzpersonal an die Frontflottillen.
Schnittstelle: Er bildete die Brücke zwischen dem Abteilungskommandeur und den einzelnen Kompanieführern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Administrative Ausbildung: Für junge Offiziere war die Verwendung als Divisionsleutnant eine wichtige Schule in der Militärverwaltung. Diese Kenntnisse waren später bei der Führung eines U-Boot-Stützpunktes oder in der Flottillenadministration (z. B. als Adjutant eines Flottillenchefs) von großem Wert.
Personalsteuerung: Der Divisionsleutnant war in den Auswahlprozess eingebunden, wenn Rekruten für Speziallaufbahnen wie die U-Boot-Waffe gesichtet und den entsprechenden U-Lehrgängen zugewiesen wurden.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert diese Dienststellung oft eine Phase der Stabsbewährung an Land. Erscheint dieser Eintrag im Lebenslauf eines späteren Kommandanten, deutet dies auf eine frühzeitige Erkenntnis seiner administrativen und organisatorischen Fähigkeiten hin.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Aufgaben der Offiziere in den Stäben der Schiffsstammdivisionen
BArch RM 121 / 162 Bestimmungen über die personelle Verwaltung und das Meldewesen innerhalb der Marinestationen (1939–1944)
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen der Marinestationen mit Nachweisen über die Verwendung als Divisionsleutnant
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Hierarchie und den Dienststellungen in der Landorganisation)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Divisionen und deren Stabsstruktur)
Hildebrand, Hans H.: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur administrativen Laufbahnstruktur innerhalb der Kriegsmarine)
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