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Wasserbombe: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Wasserbombe wurde im Jahr 1916 in England entworfen. Die ersten Modelle waren mit gut 150 Kilogramm TNT versehen und konnten bis in einer Tiefe von 100 Meter zur Explosion gebracht werden. Die Bomben wurden über Ablaufgestelle am Heck ins Meer fallen gelassen. Bis zum 2. Weltkrieg änderte sich am Design der Wasserbombe wenig. Nach dem 1. Weltkriegs wurden auch Wasserbombenwerfer entwickelt. Eine Wasserbombe wurde auf einen so genannten Abschussstempel montiert und dieser dann von dem Werfer die am Heck an Backbord und Steuerbord angebracht waren bis zu 50 Metern an die Seite des Schiffs geschleudert. Somit konnte man richtige Wasserbombenteppiche legen welches die Trefferquote auf ein feindliches U-Boot wesentlich erhöhte.  
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Im Krieg erhöhte sich die Ladung der Wasserbomben auf bis zu 250 Kilogramm Sprengstoff. Im Jahr 1943 wurden der Sprengstoff TNT durch den neuen [[Torpex]] ersetzt. Die Wasserbomben waren nicht ideal zur U-Boot Jagd, wegen ihrer ungünstigen Stromlinienform sanken sie nicht so schnell und ließen dem U-Boot wenn es in großer Tiefe war sehr viel Spielraum zum ausweichen. Außerdem waren sie für ein U-Boot nur tödlich wenn sie in etwa 7 Meter Entfernung detonierten. Die Kapitäne der Geleitschiffe schätzten die Waffe aber da sie den Effekt des Terrors auf die U-Boot Besatzung erhöhte. In den meisten Fällen veranlassten schwere Schäden die U-Boote auch auf zu tauchen.  
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| Wabo-Typen: || colspan="1" | WBD: Schwere Wasserbombe (ca. 125 kg Sprengstoff), WBF: Mittlere Wasserbombe (ca. 60 kg Sprengstoff), WBG: Leichte Wasserbombe für kleinere Einheiten
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| Sinkgeschwindigkeit: || colspan="1" | Die Standard-Sinkgeschwindigkeit lag bei ca. 2,2 bis 3 Metern pro Sekunde. Dies bedeutete, dass ein U-Boot bei einer Detonationstiefe von 100 Metern etwa 35 bis 45 Sekunden Zeit für Ausweichmanöver hatte.
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| Zündbereiche: || colspan="1" | Die Zünder (z.B. WZ 34) konnten vor dem Abwurf auf Tiefen zwischen 10 und 200 Metern eingestellt werden. Gegen Kriegsende wurden verstärkt Zünder für Tiefen bis zu 300 Metern entwickelt, um den modernen Booten (Typ XXI) folgen zu können.
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| Besonderheit „Aspekt-Angriff“: || colspan="1" | Angreifer versuchten, die Bomben so zu platzieren, dass sie unter dem Kiel des Bootes detonierten. Wasser lässt sich nicht komprimieren; die Druckwelle wirkt nach oben gegen den weicheren Satteltank oder den Druckkörper am stärksten.
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| Taktik: || colspan="1" | Da der Angreifer im Moment des Überlaufens den Kontakt per ASDIC verlor (toter Winkel), musste die Sinkzeit der Wabo exakt mit der vorausberechneten Position des Gegners abgestimmt werden.
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| Schadenswirkung: || colspan="1" | Naheinschläge führten zu Lichtausfall, dem Bruch von Glasinstrumenten und dem Reißen von Schweißnähten. Ein Direkttreffer oder eine Detonation unter 10 m führte meist zum Totalverlust des Bootes.
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| Besonderheit „Schleichfahrt“: || colspan="1" | Um die akustische Ortung durch die Wabo-Träger zu erschweren, wurde an Bord absolute Ruhe befohlen (kein Sprechen, Filzschuhe), da die Jäger oft auch Horchgeräte zur Feinortung nutzten.
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| style="text-align:center" colspan="2" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 15:43 Uhr

Kampfmittel Wasserbombe (Wabo)
Die Wasserbombe war die primäre Offensivwaffe von Überwasserstreitkräften zur Bekämpfung getauchter U-Boote. Ihre Wirkung beruhte nicht auf dem direkten Treffer, sondern auf der Druckwelle der Unterwasserexplosion, die den Bootsrumpf durch kinetische Energie zerstören oder durch Erschütterung lebenswichtige Systeme außer Funktion setzen sollte.
Technische Daten und Typen
Funktionsweise: Auslösung durch einen hydrostatischen Druckzünder, der bei Erreichen einer voreingestellten Tiefe die Sprengkapsel zündete.
Wabo-Typen: WBD: Schwere Wasserbombe (ca. 125 kg Sprengstoff), WBF: Mittlere Wasserbombe (ca. 60 kg Sprengstoff), WBG: Leichte Wasserbombe für kleinere Einheiten
Sinkgeschwindigkeit: Die Standard-Sinkgeschwindigkeit lag bei ca. 2,2 bis 3 Metern pro Sekunde. Dies bedeutete, dass ein U-Boot bei einer Detonationstiefe von 100 Metern etwa 35 bis 45 Sekunden Zeit für Ausweichmanöver hatte.
Zündbereiche: Die Zünder (z.B. WZ 34) konnten vor dem Abwurf auf Tiefen zwischen 10 und 200 Metern eingestellt werden. Gegen Kriegsende wurden verstärkt Zünder für Tiefen bis zu 300 Metern entwickelt, um den modernen Booten (Typ XXI) folgen zu können.
Einsatz und Taktik der U-Boot-Jagd
Abwurfgeräte: Einsatz über Heckablaufbühnen (Rollenbahnen) oder seitlich feuernde Wabo-Werfer (K-Guns), um ein großflächiges Sprengmuster um den georteten Standort des U-Bootes zu legen.
Besonderheit „Aspekt-Angriff“: Angreifer versuchten, die Bomben so zu platzieren, dass sie unter dem Kiel des Bootes detonierten. Wasser lässt sich nicht komprimieren; die Druckwelle wirkt nach oben gegen den weicheren Satteltank oder den Druckkörper am stärksten.
Taktik: Da der Angreifer im Moment des Überlaufens den Kontakt per ASDIC verlor (toter Winkel), musste die Sinkzeit der Wabo exakt mit der vorausberechneten Position des Gegners abgestimmt werden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Psychologische Last: Die Wasserbombe war der Inbegriff der Belastung für die Besatzung. Das metallische Ping der Ortung gefolgt von den Detonationen erforderte höchste Disziplin und Vertrauen in die Führungskompetenz.
Schadenswirkung: Naheinschläge führten zu Lichtausfall, dem Bruch von Glasinstrumenten und dem Reißen von Schweißnähten. Ein Direkttreffer oder eine Detonation unter 10 m führte meist zum Totalverlust des Bootes.
Besonderheit „Schleichfahrt“: Um die akustische Ortung durch die Wabo-Träger zu erschweren, wurde an Bord absolute Ruhe befohlen (kein Sprechen, Filzschuhe), da die Jäger oft auch Horchgeräte zur Feinortung nutzten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Sperrwaffenschulen (zur technischen Erprobung und Zünderentwicklung der WBD/WBF-Typen).
BArch RM 7 Akten der Seekriegsleitung (zu den statistischen Auswertungen der Wabo-Wirkung gegen alliierte und eigene Einheiten).
Literaturverweise
Hartmann, Waldemar "Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zu den technischen Grundlagen der Wasserbomben und deren Zündsysteme).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (enthält technische Details zur baulichen Widerstandsfähigkeit gegen Wasserbommendruck).
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