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9. Schiffsstammabteilung: Unterschied zwischen den Versionen

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! '''9. Schiffsstammabteilung (9. S.S.A.)'''
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| colspan="3" | Die 9. Schiffsstammabteilung (9. S.S.A.) war eine grundlegende Ausbildungseinheit der Kriegsmarine, die für die infanteristische und seemännische Basisausbildung von Rekruten zuständig war. In der Struktur der U-Boot-Waffe bildete sie oft die erste Station für Männer, die später als Spezialisten auf Frontbooten dienten. Ihre Geschichte ist geprägt von einer radikalen Umgliederung im Jahr 1944 und dem verlustreichen Erdeinsatz als Marine-Infanterie in den Vogesen gegen US-Verbände.
 
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| colspan="3" | Die 9. Schiffsstammabteilung wurde im April 1939 in Stralsund aufgestellt. Sie unterstand dem 2. Admiral der Ostsee bzw. dem 1. Schiffsstammregiment. Am 01.01.1944 wurde die Abteilung zur 3. Marine-Lehrabteilung umgegliedert. Am gleichen Tag wurde die Abteilung in Gotenhafen-Adlerhorst aus der 9. Ersatz-Marine-Artillerieabteilung neu aufgestellt und nach Saint Die in Westfrankreich verlegt. Sie unterstand dem 2. Admiral der Ostsee bzw. dem 3. Schiffsstammregiment. Im Oktober 1944 wurde die Abteilung im Erd-Einsatz gegen US-Truppen aufgerieben und anschließend aufgelöst. Die Reste wurden in das Heer eingegliedert.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formierung im April 1939 in Stralsund; erste Phase bis 1943 als klassische Rekrutenschule unter dem 1. Schiffsstammregiment (Ostsee).
 
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| Zäsur 1944: || colspan="3" | Am 01.01.1944 Umgliederung der ursprünglichen Abteilung zur 3. Marine-Lehrabteilung. Zeitgleiche Neuaufstellung in Gotenhafen-Adlerhorst.
 
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| Verlegung: || colspan="3" | Verlegung der neu formierten Abteilung nach Saint-Dié in den Vogesen (Westfrankreich) zur Landsicherung und Frontverstärkung.
 
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| colspan="3" | Lexikon der Wehrmacht [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/SchiffsStammAbt/SSA9.htm | → 9. Schiffsstammabteilung]
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| Ende 1944: || colspan="3" | Aufreibung der Abteilung im Oktober 1944 während der Schlacht in den Vogesen gegen US-Truppen; anschließende Auflösung und Eingliederung der Überlebenden in das Heer.
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| Rekrutenschulung: || colspan="3" | Vermittlung soldatischer Grundtugenden und seemännischer Basiskenntnisse als Voraussetzung für die spätere Spezialisierung an den U-Boots-Lehr-Divisionen.
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| Personalentzug: || colspan="3" | Die Umgliederung entzog der U-Boot-Waffe dringend benötigten Nachwuchs; Rekruten für die neuen Elektroboote (Typ XXI) fielen stattdessen als Infanteristen an der Westfront.
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| Strukturwandel: || colspan="3" | Der Weg über Saint-Dié markiert das Ende der geregelten Ausbildung für die U.L.D., da potenzielles Fachpersonal für die infanteristische Landsicherung "verheizt" wurde.
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| Erdsicherung: || colspan="3" | Einsatz im verlustreichen Verteidigungskampf zur Deckung der Rückzugsbewegungen im Westen, was zum Totalverlust zahlreicher personeller Reserven der Marine führte.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge von Rekruten mit dem Vermerk „9. S.S.A.“, die später in den Kämpfen um Saint-Dié als gefallen oder vermisst gemeldet wurden.
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Dokumentiert die strategische Entscheidung, Marinepersonal für den Erdkampf im Westen freizugeben.
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Standorte und Gliederung der Marine-Infanterie-Verbände).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 12:27 Uhr

Verband 9. Schiffsstammabteilung (9. S.S.A.)
Die 9. Schiffsstammabteilung (9. S.S.A.) war eine grundlegende Ausbildungseinheit der Kriegsmarine, die für die infanteristische und seemännische Basisausbildung von Rekruten zuständig war. In der Struktur der U-Boot-Waffe bildete sie oft die erste Station für Männer, die später als Spezialisten auf Frontbooten dienten. Ihre Geschichte ist geprägt von einer radikalen Umgliederung im Jahr 1944 und dem verlustreichen Erdeinsatz als Marine-Infanterie in den Vogesen gegen US-Verbände.
Historische Entwicklung und Standorte
Aufstellung: Formierung im April 1939 in Stralsund; erste Phase bis 1943 als klassische Rekrutenschule unter dem 1. Schiffsstammregiment (Ostsee).
Zäsur 1944: Am 01.01.1944 Umgliederung der ursprünglichen Abteilung zur 3. Marine-Lehrabteilung. Zeitgleiche Neuaufstellung in Gotenhafen-Adlerhorst.
Verlegung: Verlegung der neu formierten Abteilung nach Saint-Dié in den Vogesen (Westfrankreich) zur Landsicherung und Frontverstärkung.
Ende 1944: Aufreibung der Abteilung im Oktober 1944 während der Schlacht in den Vogesen gegen US-Truppen; anschließende Auflösung und Eingliederung der Überlebenden in das Heer.
Aufgaben und Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rekrutenschulung: Vermittlung soldatischer Grundtugenden und seemännischer Basiskenntnisse als Voraussetzung für die spätere Spezialisierung an den U-Boots-Lehr-Divisionen.
Personalentzug: Die Umgliederung entzog der U-Boot-Waffe dringend benötigten Nachwuchs; Rekruten für die neuen Elektroboote (Typ XXI) fielen stattdessen als Infanteristen an der Westfront.
Strukturwandel: Der Weg über Saint-Dié markiert das Ende der geregelten Ausbildung für die U.L.D., da potenzielles Fachpersonal für die infanteristische Landsicherung "verheizt" wurde.
Erdsicherung: Einsatz im verlustreichen Verteidigungskampf zur Deckung der Rückzugsbewegungen im Westen, was zum Totalverlust zahlreicher personeller Reserven der Marine führte.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Schiffsstammabteilungen der Kriegsmarine: Enthält die Aufstellungs- und Umgliederungsbefehle sowie Berichte zum Personaleinsatz im Westen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Rekruten mit dem Vermerk „9. S.S.A.“, die später in den Kämpfen um Saint-Dié als gefallen oder vermisst gemeldet wurden.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Dokumentiert die strategische Entscheidung, Marinepersonal für den Erdkampf im Westen freizugeben.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Schiffsstammabteilungen und Ersatzwesen).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, Standorte und Gliederung der Marine-Infanterie-Verbände).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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