Aktionen

3. Schnellbootsflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

(Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center" |- | style="width:2%" | |- | || colspan="3"…“)
 
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 +
 
 +
|-
 +
|
 +
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
 +
 
 +
|-
 +
| style="width:25%" |
 +
| style="width:75%" |
 +
|-
 +
! Verband
 +
! '''3. Schnellbootflottille'''
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| colspan="3" | Die 3. Schnellbootflottille wurde am 15.05.1940 in Kiel aufgestellt und entwickelte sich zu einem der einsatzstärksten Verbände der Kriegsmarine. Unter der Führung von Friedrich Kemnade operierte sie zunächst im Kanal und vor der holländischen Küste, bevor sie 1941 am Unternehmen „Barbarossa“ in der östlichen Ostsee teilnahm. Im November 1941 erfolgte die strategische Verlegung über Rhein und Rhone ins Mittelmeer. Dort sicherte die Flottille von Stützpunkten wie Augusta, Derna und Bizerta den Nachschub für das Afrika-Korps und bekämpfte alliierte Geleitzüge (Operation Torch). Nach dem Verlust Nordafrikas verlegte der Verband nach Sizilien und schließlich in die Adria. Ab Oktober 1944 bildete sie den Kern der neu gegliederten 3. Schnellbootflottille (aus 3., 7. und 24. Flottille) und operierte bis Kriegsende von Basen wie Pola und Triest aus im adriatischen und ägäischen Raum.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Aufstellung: || colspan="3" | 15.05.1940 in Kiel; Erstausrüstung mit den Booten S 10 bis S 13 sowie den Begleitschiffen Tsingtau und Adolf Lüderitz.
 +
|-
 +
 
 +
| Mittelmeer-Transfer: || colspan="3" | Nov. 1941: Einzigartige Verlegung der Boote über das europäische Flussnetz (Rhein-Rhone-Kanal) zum Einsatzraum Mittelmeer.
 +
|-
 +
 
 +
| Standorte: || colspan="3" | Kiel, Rotterdam, Boulogne, Pillau, Augusta, Derna, Bizerta, La Spezia, Venedig, Pola, Piräus.
 +
|-
 +
 
 +
| Ende 1945: || colspan="3" | Einsatz bis zur Gesamtkapitulation im Mai 1945; administrative Auflösung in der Adria nach den Rückzugskämpfen vom Balkan.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Spezifische operative Details
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Minenkrieg: || colspan="3" | Ab 1943 Schwerpunkt auf offensiven Minenunternehmen vor der tunesischen Küste und in der Straße von Sizilien zur Unterbindung des alliierten Nachschubs.
 +
|-
 +
 
 +
| S 54-Klasse: || colspan="3" | Ab August 1940 Zulauf der moderneren Boote (S 54 bis S 60), die durch ihre Seefestigkeit besonders für die weiten Distanzen im Mittelmeer geeignet waren.
 +
|-
 +
 
 +
| Unternehmen Beelzebub: || colspan="3" | Enge taktische Zusammenarbeit mit der 7. S-Flottille bei den heftigen Abwehrgefechten während der Räumung von Tunis im Mai 1943.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Taktik-Transfer: || colspan="3" | Viele S-Boot-Kommandanten wechselten aufgrund ihrer Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsangriff und in der Nachtnavigation später zur U-Boot-Waffe (z.B. Crew 37a).
 +
|-
 +
 
 +
| Hafenschutz: || colspan="3" | Die S-Boote der 3. Flottille sicherten in der Ägäis und Adria die Einlaufwege für U-Boote gegen feindliche Zerstörer und Schnellboote.
 +
|-
 +
 
 +
| Biografischer Marker: || colspan="3" | In den Stammrollen markiert der Dienst in der 3. S-Flottille eine Verwendung in einem hochdekorierten Eliteverband der Küstensicherung.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche]
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| BArch RM 71 / [Nr.] || colspan="3" | Schnellbootflottillen: Kriegstagebücher (KTB) der 3. S-Flottille mit detaillierten Gefechtsberichten aus dem Kanal, der Ostsee und dem Mittelmeer.
 +
|-
 +
 
 +
| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Akten zur operativen Unterstellung unter das Marinekommando Italien und Berichte über die Flussverlegung 1941.
 +
|-
 +
 
 +
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise für Offiziere wie Friedrich Kemnade mit Beurteilungen über die Führung des Verbandes in Nordafrika.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Literaturverweise
 +
 
 
|-
 
|-
| style="width:2%" |
+
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |
 
  
Die 3. Schnellbootflottille wurde am 15.05.1940 in Kiel aufgestellt. Kapitänleutnant Friedrich Kemnade übernahm am 23.05.1940 das Kommando. Ihm unterstanden die alten Boote "S 10" bis "S 13" sowie das Begleitschiff "Tsingtau". Ende Mai 1940 wurde das Begleitschiff "Adolf Lüderitz" in Dienst gestellt und der Flottille unterstellt. Am 09.08.1940 wurde das erste neue Boot der Flottille "S 54" in Dienst gestellt. Anschließend wurde die Flottille an der holländischen Küste und im englischen Kanal von Boulogne, Ostende und Rotterdam aus eingesetzt.  Am 27.05.1941 wurde die 3. Schnellbootflottille von der Kanalküste nach Kiel verlegt, um am Unternehmen „Barbarossa“, dem Angriff auf Russland teilzunehmen. Anschließend wurde die Flottille bis Herbst 1941 in der östlichen Ostsee von den Häfen Pillau, Libau, Windau, Riga und Turku eingesetzt. Im November 1941 wurde die Flottille über Rhein und Rhone in das Mittelmeer verlegt und dort dem Deutschen Marinekommando Italien, zeitweilig auch dem Deutschen Marinekommando Tunesien, unterstellt. Am 14.11.1941 erreichte die erste Gruppe der Flottille das Mittelmeer. Nach einer Instandsetzung in La Spezia verlegte die Flottille nach Augusta an der Ostküste Siziliens. Die zweite Gruppe folgte schnellstmöglich. Am 21. Mai 1942 verlegte die 3. Schnellbootflottille mit fünf Booten ("S 54", "S 56", "S 57", "S 58", "S 59") von Augusta an die nordafrikanische Küste. Als neuer Stützpunkt war Derna mit Unterstützung von Heerespionieren ausgebaut worden. Mit Ankunft der Boote "S 55" und "S 60" in Derna verfügte die Flottille über sieben Boote. Einige Tage später folgten "S 30" und "S 36". Anfang Juli 1942 verlegte die Flottille in den neuen Stützpunkt Mersa Matruh. Es folgte der Einsatz vor Nordafrika, Sizilien, sowie Kreta, dann im westlichen Mittelmeer im Raum Neapel, Toulon, Marseille. (Die Boote der Flottille wurden zeitweise getrennt eingesetzt, so befanden sich z. B. nach der Besetzung Siziliens durch die Alliierten 4 Boote im Thyrrhenischen Meer, 4 Boote in der Adria und 2 Boote in der Ägäis). Am 11.11.1942 verlegte die 3. Schnellbootflottille mit fünf Booten („S 60“, „S 35“, „S 57“, „S 56“ und „S 30“) nach La Goulette, dem Vorhafen von Tunis, um von dort den Nachschubverkehr für die Operation „Torch“ (Landung bei Oran und Algier) zu bekämpfen. „S 59“ kam zwei Tage später. Kurz darauf verlegte die Flottille nach Bizerta und von dort am 15.12.1942 nach Ferryville. Am 06.01.1943 erhielt die 3. Schnellbootflottille Verstärkung in Bizerta als die 7. Schnellbootflottille mit sieben Booten in den Hafen einlief. Beide Flottillen führten in der Folgezeit im Wesentlichen Minenlegeoperationen gegen den feindlichen Nachschub durch. Am 07.05.1943 liefen die Boote der beiden Flottillen das letzte Mal aus Bizerta aus, um befehlsgemäß nach Sizilien zurück zu verlegen. Die 3. Schnellbootflottille unterstand ab Juli 1943 der l. Schnellbootsdivision. Im November 1943 erfolgte über den Po die Verlegung der im Thyrrhenischen Meer befindlichen Boote nach Venedig. Mit dem 13.10.1944 wurde die 3. Schnellbootsflottille l. Gruppe der aus der 3., 7. und 24. Schnellbootsflottille neu gebildeten 3. Schnellbootsflottille. Bis Kriegsende erfolgte der Einsatz in der Adria und Ägäis. Haupteinsatzbasen waren Pola, Zara, Sibenic, Split, Dubrovnik, Cattaro und in der Ägäis Patras und Piräus.
+
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band 2, Kapitel zur Organisation der Schnellbootsverbände und deren Einsatzgebiete).
 +
|-
  
(Aus Lexikon der Wehrmacht)
+
| Hümmelchen, Gerhard || colspan="3" | Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg (Detaillierte Darstellung der Einsätze der 3. Flottille im Mittelmeerraum).
 
|-
 
|-
 +
 +
| Kemnade, Friedrich || colspan="3" | Die 3. Schnellbootflottille (Erlebnisbericht des langjährigen Flottillenchefs über die Einsätze von 1940 bis 1943).
 +
|-
 +
 +
| ||
 +
|-
 +
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
 +
! colspan="3" |
 +
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 +
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 +
|-
 +
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 1. März 2026, 09:28 Uhr

Verband 3. Schnellbootflottille
Die 3. Schnellbootflottille wurde am 15.05.1940 in Kiel aufgestellt und entwickelte sich zu einem der einsatzstärksten Verbände der Kriegsmarine. Unter der Führung von Friedrich Kemnade operierte sie zunächst im Kanal und vor der holländischen Küste, bevor sie 1941 am Unternehmen „Barbarossa“ in der östlichen Ostsee teilnahm. Im November 1941 erfolgte die strategische Verlegung über Rhein und Rhone ins Mittelmeer. Dort sicherte die Flottille von Stützpunkten wie Augusta, Derna und Bizerta den Nachschub für das Afrika-Korps und bekämpfte alliierte Geleitzüge (Operation Torch). Nach dem Verlust Nordafrikas verlegte der Verband nach Sizilien und schließlich in die Adria. Ab Oktober 1944 bildete sie den Kern der neu gegliederten 3. Schnellbootflottille (aus 3., 7. und 24. Flottille) und operierte bis Kriegsende von Basen wie Pola und Triest aus im adriatischen und ägäischen Raum.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: 15.05.1940 in Kiel; Erstausrüstung mit den Booten S 10 bis S 13 sowie den Begleitschiffen Tsingtau und Adolf Lüderitz.
Mittelmeer-Transfer: Nov. 1941: Einzigartige Verlegung der Boote über das europäische Flussnetz (Rhein-Rhone-Kanal) zum Einsatzraum Mittelmeer.
Standorte: Kiel, Rotterdam, Boulogne, Pillau, Augusta, Derna, Bizerta, La Spezia, Venedig, Pola, Piräus.
Ende 1945: Einsatz bis zur Gesamtkapitulation im Mai 1945; administrative Auflösung in der Adria nach den Rückzugskämpfen vom Balkan.
Spezifische operative Details
Minenkrieg: Ab 1943 Schwerpunkt auf offensiven Minenunternehmen vor der tunesischen Küste und in der Straße von Sizilien zur Unterbindung des alliierten Nachschubs.
S 54-Klasse: Ab August 1940 Zulauf der moderneren Boote (S 54 bis S 60), die durch ihre Seefestigkeit besonders für die weiten Distanzen im Mittelmeer geeignet waren.
Unternehmen Beelzebub: Enge taktische Zusammenarbeit mit der 7. S-Flottille bei den heftigen Abwehrgefechten während der Räumung von Tunis im Mai 1943.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Taktik-Transfer: Viele S-Boot-Kommandanten wechselten aufgrund ihrer Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsangriff und in der Nachtnavigation später zur U-Boot-Waffe (z.B. Crew 37a).
Hafenschutz: Die S-Boote der 3. Flottille sicherten in der Ägäis und Adria die Einlaufwege für U-Boote gegen feindliche Zerstörer und Schnellboote.
Biografischer Marker: In den Stammrollen markiert der Dienst in der 3. S-Flottille eine Verwendung in einem hochdekorierten Eliteverband der Küstensicherung.
Quellenverweise - | Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 71 / [Nr.] Schnellbootflottillen: Kriegstagebücher (KTB) der 3. S-Flottille mit detaillierten Gefechtsberichten aus dem Kanal, der Ostsee und dem Mittelmeer.
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung: Akten zur operativen Unterstellung unter das Marinekommando Italien und Berichte über die Flussverlegung 1941.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise für Offiziere wie Friedrich Kemnade mit Beurteilungen über die Führung des Verbandes in Nordafrika.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band 2, Kapitel zur Organisation der Schnellbootsverbände und deren Einsatzgebiete).
Hümmelchen, Gerhard Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg (Detaillierte Darstellung der Einsätze der 3. Flottille im Mittelmeerraum).
Kemnade, Friedrich Die 3. Schnellbootflottille (Erlebnisbericht des langjährigen Flottillenchefs über die Einsätze von 1940 bis 1943).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132