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Kommandant: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Kommandant eines Kriegsschiffs trägt die alleinige Verantwortung für sein Schiff und dessen Besatzung auf Reisen und im Krieg. Er führt als Kommandozeichen einen Kommandowimpel im Mast seines Schiffes. Neben seiner seemännisch-militärischen Aufgabe fallen ihm, in Friedenszeit, im Ausland die Wahrnehmung diplomatischer oder offizieller Aufgaben als Vertreter Deutschlands zu.
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Bei den U-Boote reichten die Dienstgrade eines Kommandanten vom Leutnant zur See bis zum Kapitän zur See. Bei der U-Bootwaffe gab es bis Kriegsende 1401 [[Kommandanten]].
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Aktuelle Version vom 3. März 2026, 12:20 Uhr

Dienststellung Kommandant
Der Kommandant trug die uneingeschränkte Verantwortung für Schiff und Besatzung. Er war die zentrale Figur an Bord, deren taktisches Geschick, Nervenstärke und Menschenführung über Erfolg und Untergang der Einheit entschieden. Auf engstem Raum war er nicht nur militärischer Führer, sondern auch der psychologische Anker für seine oft sehr junge Besatzung.
Historischer Kontext & Organisation
Voraussetzungen: Die meisten Kommandanten stammten aus den aktiven Offiziersjahrgängen (Crews). Nach der Bewährung als I. Wachoffizier mussten sie den Kommandanten-Lehrgang sowie einen Kommandanten-Schießlehrgang (z. B. bei der 2. U-Lehrdivision) erfolgreich absolvieren.
Status & Hierarchie: Im Gegensatz zu Großkampfschiffen führte der Bootkommandant Einheiten mit flacherer Hierarchie und geringerer Besatzungsstärke (oft 10 bis 30 Mann). Die Dienststellung wurde mit der Indienststellung der jeweiligen Kleinkampf- oder Sicherungsfahrzeuge besetzt.
Disziplinargewalt: Der Kommandant besaß die volle Strafgewalt an Bord gemäß der Marine-Dienstvorschrift (M.Dv.) Nummer 293. Er war zudem für die Vorschläge zur Verleihung von Orden an seine Männer verantwortlich.
Taktische Führung & Repräsentation
Gefechtsführung: Im Einsatz war der Kommandant der einzige, der durch das Sehrohr blickte. Er wertete Navigationsdaten und Ortungsmeldungen aus, um den Angriffsbefehl zu geben. Beim Typ XXI musste er lernen, sich rein auf elektronische und akustische Lagemeldungen zu verlassen.
Berichterstattung: Nach der Feindfahrt rechtfertigte er den Einsatzbericht (Kriegstagebuch) gegenüber dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.). Seine Dokumentation bildete die Basis für die taktische Auswertung des gesamten Seekrieges.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungselite: Die Kommandanten bildeten das Rückgrat der Waffe. Fast jeder (wie Hans Buscher oder Johann Buttjer) hatte zuvor die harte Schule als I. W.O. auf einem Frontboot und die Zeit als Fahrschüler absolviert.
Personalhistorie: In den Stammrollen markiert die Ernennung zum Kommandanten den Gipfel der bordseitigen Laufbahn. Viele wurden aufgrund ihrer Erfolge (versenkte Tonnage) mit hohen Auszeichnungen wie dem Ritterkreuz geehrt. Dies galt analog auch für Kommandanten in den Torpedoboots- und Minensuchverbänden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 642 Personalbestimmungen und Bestallungsurkunden für Bootkommandanten der Kriegsmarine (Enthält Richtlinien zur Strafgewalt und Führung).
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere (Dokumentiert den Werdegang vom Wachoffizier über den Schießlehrgang bis zur Kommandierung als Kommandant).
BArch RM 92 Kriegstagebücher (KTB) der Unterseeboote und Sicherungsfahrzeuge (Gezeichnet und verantwortet durch den jeweiligen Kommandanten).
Literaturverweise
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". Band 1: "Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Umfassendes biografisches Werk über die Lebensläufe und Erfolge der Kommandanten).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Darstellung der Rangordnung, Befehlsgewalt und der personellen Struktur).
Merten, Karl-Friedrich "Nach Kompass. Lebenserinnerungen eines Seeoffiziers" (Persönliche Einblicke in die Last der Verantwortung und die Menschenführung als Kommandant).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132