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U-Wachoffizierslehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der U-Wachoffizierslehrgang war das taktische Kernstück der Ausbildung. Hier wurden Offiziere, die zuvor ihre technischen Speziallehrgänge absolviert hatten, final für den Dienst an Bord eines Frontbootes qualifiziert. Er verknüpfte Einzeldisziplinen zu einem taktischen Ganzen und bildete die unmittelbare Vorstufe zur ersten Feindfahrt.
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| Zielgruppe: || colspan="3" | Leutnante und Oberleutnante zur See, vorgesehen als I. W.O. oder II. W.O. auf Frontbooten. Ziel war die eigenständige Wachenführung (getaucht/aufgetaucht) sowie die Beherrschung taktischer Angriffsverfahren.
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| Standorte: || colspan="3" | Theoretischer Teil meist bei der 1. U.L.D. (Pillau, Hamburg). Die praktische Schulung erfolgte bei der 2. U.L.D. (Gotenhafen) oder speziellen Ausbildungsgruppen in Neustadt (Holstein).
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| Simulatoren: || colspan="3" | Zentraler Bestandteil war das Training am Angriffssimulator (Taktik-Simulator). Hier wurden Angriffe auf Geleitzüge unter Zeitdruck geübt, ohne ein echtes Boot zu gefährden.
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! colspan="3" | Zentrale Ausbildungsinhalte & Besonderheiten
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| Sehrohr-Ausbildung: || colspan="3" | Präzises Schätzen von Entfernungen, Gegnerkursen und Geschwindigkeiten allein durch das Periskop als Grundlage der Zieldatenermittlung.
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| Tauchphysik & Trimmung: || colspan="3" | Verständnis der statischen und dynamischen Stabilität. Besonders wurde das Verhalten nach Wasserbombenverfolgung (unvorhersehbare Trimmänderungen) gedrillt.
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| Besonderheit „Stress-Screening“: || colspan="3" | Die Ausbilder provozierten im Simulator gezielt Systemausfälle oder plötzliche Fliegerangriffe. Wer hier die Beherrschung verlor oder zu langsam entschied, wurde trotz technischer Brillanz als W.O. abgelehnt.
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| Besonderheit „Hör-Taktik“: || colspan="3" | Vertiefung der taktischen Auswertung von Horchmeldungen zur Lokalisierung von Gegnern außerhalb der Sichtweite, in enger Abstimmung mit den Ergebnissen des Ortungslehrgangs.
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| Führungsschulung: || colspan="3" | Neben der Technik lag ein Schwerpunkt auf der Menschenführung in extremer räumlicher Enge und psychischer Belastung. Der W.O. musste lernen, die Disziplin der „Zentralegasten“ auch im schweren Gefecht aufrechtzuerhalten.
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| Kommandanten-Nachwuchs: || colspan="3" | Exzellente Leistungen führten oft zur frühzeitigen Empfehlung für den Kommandanten-Schießlehrgang (z. B. auf Typ XXIII).
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den endgültigen Eintritt in die operative U-Boot-Laufbahn. Erst mit diesem Abschluss galt ein Offizier als „frontreif“.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| || colspan="3" | Der '''U-Wachoffizierslehrgang''' aus der Sicht von Max-Martin Teichert:
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| || colspan="3" | Für Max-Martin Teichert begann am 1. Juli 1940 in Kiel-Wik, mit dem Artillerielehrgang (S.A.S.) der erste Teil des U.W.O.-Lehrgangs. Einige Scheingefechte auf See brachten die gewünschte Abwechselung in den sonst allzu trockenen Lehrgangsstoff.
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen. Beinhaltet Lehrgangspläne, Berichte über die Nutzung der Angriffssimulatoren und Beurteilungsrichtlinien für W.O.-Schüler.
 
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| || colspan="3" | Danach wurde die Teilnehmer zur 1. U.L.D. nach Pillau kommandiert. Hier begann am 29. Juli 1940 der praktische Teil des U.W.O-Lehrgangs. Fast jeden Tag und jede Nacht fuhren die Schüler zur See, wobei sie abwechselnd die Aufgaben des Kommandanten oder des Leitenden Ingenieurs übernahmen. Die erfahrenen Ausbilder zeigten den Lehrgangsteilnehmern alle Tricks des nächtlichen Überwasserangriffs und des Unterwasserangriffs bei Tag.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Seeoffiziere (Nachweise über die Qualifikation zum Wachoffizier und Beförderungsempfehlungen).
 
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| || colspan="3" | Tauchmanöver wurden vorsätzlich gestört, und die Lehrgangsteilnehmer hatten alle Hände voll zu tun, ihre Boote vor dem Absaufen zu bewahren. Bald waren sie in der Lage, Routine- und Notmaßnahmen im Schlaf zu beherrschen. Sie bekamen nie genügend Ruhe, um sich von den rauen Übungen zu erholen. Nur wenige Tage brachten ein klein wenig Erholung von der knallharten Ausbildung.
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| || colspan="3" | Die Ausbildung in Pillau setzte sich bis Ende September 1940 fort. Anschließend wurde die Lehrgangsteilnehmer wieder zur Marineschule in Flensburg-Mürwik kommandiert. Hier begann für sie am 1. Oktober 1940 der U.T.O-Lehrgang. Die Teilnehmer sollten mit der Torpedowaffe auf U-Booten näher vertraut gemacht werden. Fünf Wochen theoretischer Unterricht verbunden mit praktischen Übungsschießen dienten dazu, die Lehrgangsteilnehmer im Umgang mit dieser Waffe gründlich zu schulen.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| || colspan="3" | Für den am 3. November 1940 nachfolgenden U-Sperrlehrgang wurden die Teilnehmer zur Sperrschule nach Kiel-Wik versetzt. Der dreiwöchige Lehrgang verging schnell.
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| || colspan="3" | Am 24. November 1940 ging es wieder zurück an die Marineschule Flensburg-Mürwik. Der nun bevorstehende U-Nachrichtenlehrgang sollte der Abschluss der Unterseeboots-Ausbildung sein. Während dieses Lehrgangs wurde auch Seekriegstaktik gelehrt. Zudem führten die Ausbilder ihre Schüler in die neuste Nachrichten- und Funkmitteltechnik ein. Am 21.12.1940 war dieser letzte U-Lehrgang beendet.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Abschnitt U-Boot-Ausbildung).
 
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zum Ausbildungsweg der Offiziere und den Standorten der U.L.D.).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Technische Ausbildungsmittel).
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| || colspan="3" | Aus Kurt Adrian - "Kapitänleutnant Max-Martin Teichert" - Seite 43-44. [https://www.amazon.de/ZEITGESCHICHTE-Kapit%C3%A4nleutnant-Max-Martin-torpediert-Zeitgeschichte/dp/3881897704/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=3SS5LNLZ72U3I&dib=eyJ2IjoiMSJ9.lFQzuE6-ky4I2eJGNlGkXrIVvZFtOSyKcHRege1oiBXmBa-eKhWTiMBsBKAJ6OyJ0rFAT-hcFAwLiAb7kWeRQUmPoRZ-1Wa7NafMiUj2WcJdZAlGjyA3mGqU7xxJ4J6t5PFx83maFy0OzZrcnTufwSZ5v3HEs7w6bkt0qvIHBA0dPYhnYZGIYSArmakQFvxdwWzViqjCIAGeI3_hZkkv1eu30tMn-8qdinfBjlunFQP2R6kdq7uFF4_k5FSL4ONp.5jzqNM45eEhCdH4RqkKJRgRd2WfvKMfr_F7BN5_ixBE&dib_tag=se&keywords=Kapit%C3%A4nleutnant+Max-Martin+Teichert&qid=1709466932&sprefix=kapit%C3%A4nleutnant+max-martin+teichert%2Caps%2C1056&sr=8-1 | → Amazon]
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 3. März 2026, 12:31 Uhr

Ausbildung U-Wachoffizierslehrgang
Der U-Wachoffizierslehrgang war das taktische Kernstück der Ausbildung. Hier wurden Offiziere, die zuvor ihre technischen Speziallehrgänge absolviert hatten, final für den Dienst an Bord eines Frontbootes qualifiziert. Er verknüpfte Einzeldisziplinen zu einem taktischen Ganzen und bildete die unmittelbare Vorstufe zur ersten Feindfahrt.
Zielsetzung, Standorte & Durchführung
Zielgruppe: Leutnante und Oberleutnante zur See, vorgesehen als I. W.O. oder II. W.O. auf Frontbooten. Ziel war die eigenständige Wachenführung (getaucht/aufgetaucht) sowie die Beherrschung taktischer Angriffsverfahren.
Standorte: Theoretischer Teil meist bei der 1. U.L.D. (Pillau, Hamburg). Die praktische Schulung erfolgte bei der 2. U.L.D. (Gotenhafen) oder speziellen Ausbildungsgruppen in Neustadt (Holstein).
Simulatoren: Zentraler Bestandteil war das Training am Angriffssimulator (Taktik-Simulator). Hier wurden Angriffe auf Geleitzüge unter Zeitdruck geübt, ohne ein echtes Boot zu gefährden.
Zentrale Ausbildungsinhalte & Besonderheiten
Sehrohr-Ausbildung: Präzises Schätzen von Entfernungen, Gegnerkursen und Geschwindigkeiten allein durch das Periskop als Grundlage der Zieldatenermittlung.
Tauchphysik & Trimmung: Verständnis der statischen und dynamischen Stabilität. Besonders wurde das Verhalten nach Wasserbombenverfolgung (unvorhersehbare Trimmänderungen) gedrillt.
Besonderheit „Stress-Screening“: Die Ausbilder provozierten im Simulator gezielt Systemausfälle oder plötzliche Fliegerangriffe. Wer hier die Beherrschung verlor oder zu langsam entschied, wurde trotz technischer Brillanz als W.O. abgelehnt.
Besonderheit „Hör-Taktik“: Vertiefung der taktischen Auswertung von Horchmeldungen zur Lokalisierung von Gegnern außerhalb der Sichtweite, in enger Abstimmung mit den Ergebnissen des Ortungslehrgangs.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungsschulung: Neben der Technik lag ein Schwerpunkt auf der Menschenführung in extremer räumlicher Enge und psychischer Belastung. Der W.O. musste lernen, die Disziplin der „Zentralegasten“ auch im schweren Gefecht aufrechtzuerhalten.
Kommandanten-Nachwuchs: Exzellente Leistungen führten oft zur frühzeitigen Empfehlung für den Kommandanten-Schießlehrgang (z. B. auf Typ XXIII).
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den endgültigen Eintritt in die operative U-Boot-Laufbahn. Erst mit diesem Abschluss galt ein Offizier als „frontreif“.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen. Beinhaltet Lehrgangspläne, Berichte über die Nutzung der Angriffssimulatoren und Beurteilungsrichtlinien für W.O.-Schüler.
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere (Nachweise über die Qualifikation zum Wachoffizier und Beförderungsempfehlungen).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Abschnitt U-Boot-Ausbildung).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Details zum Ausbildungsweg der Offiziere und den Standorten der U.L.D.).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Technische Ausbildungsmittel).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132