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Hafenkommandantur Boulogne: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die Hafenkommandantur Boulogne wurde im Jahr 1940 nach der Besetzung der Stadt eingerichtet. Sie war verantwortlich für die Verwaltung des Hafens, die Instandsetzung der Kaianlagen sowie die Koordination der stationierten Sicherungs- und Versorgungsverbände. Aufgrund der Lage am Pas-de-Calais war sie ein logistischer Knotenpunkt für Operationen im Ärmelkanal.
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| colspan="3" | Die Hafenkommandantur Boulogne war eine wichtige logistische und administrative Dienststelle der Kriegsmarine an der Kanalküste im besetzten Frankreich. Sie war verantwortlich für den reibungslosen Betrieb des Hafens, die Zuweisung von Liegeplätzen, die Überwachung der Hafensicherheit sowie die Koordination der Instandsetzungsarbeiten. Aufgrund der strategischen Lage am Ärmelkanal war die Kommandantur zudem maßgeblich in die Verteidigungsplanung gegen alliierte Landungsversuche und die Sicherung der küstennahen Schifffahrtswege eingebunden.
 
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
 
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| colspan="3" | Entwicklung und Unterstellung: Im Februar 1941 ging aus der Hafenkommandantur die Dienststelle „Kommandant der Seeverteidigung Boulogne“ hervor. Im Dezember 1941 erfolgte eine erneute Umstrukturierung: Die Dienststelle wurde wieder zur Hafenkommandantur zurückgestuft und dem neu geschaffenen „Kommandanten der Seeverteidigung Pas-de-Calais“ unterstellt. Sie unterstand truppendienstlich dem Marinebefehlshaber Kanalküste.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Etabliert nach der Besetzung Nordfrankreichs im Juni 1940; administrativ dem Seekommandanten Pas-de-Calais unterstellt.
 
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| colspan="3" | Zugehörige Einheiten: Der Hafenkommandantur waren fachlich verschiedene Stellen unterstellt, darunter die Marine-Nachrichtendienststelle Boulogne, die Marine-Hafenabteilung Boulogne sowie die Hafenschutzflottille Boulogne. Zudem existierten eine Marineausrüstungs- und Versorgungsstelle sowie eine Zweigstelle des Torpedokommandos im Hafenbereich.
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| Standort: || colspan="3" | Boulogne-sur-Mer. Die Dienststelle nutzte die französische Hafeninfrastruktur und baute umfangreiche Bunkeranlagen für den Schutz der Dienststellen aus.
 
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Der Hafen blieb bis September 1944 in deutscher Hand, als kanadische Truppen im Zuge des Vormarsches nach der Invasion in der Normandie Boulogne erreichten. Nach heftigen Bombardements und fünftägigen schweren Kämpfen wurde das Gebiet am 22.09.1944 befreit. Zuvor wurden die Hafenanlagen weitgehend unbrauchbar gemacht.
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| Aufgabe: || colspan="3" | Überwachung des Hafenverkehrs, Leitung der Hafenkapitäne, Organisation der Flugabwehr im Hafenbereich und Sicherstellung der Versorgung.
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| Ende 1944: || colspan="3" | Mit der Eroberung der Stadt durch alliierte Truppen im September 1944 wurde die Hafenkommandantur offiziell aufgelöst.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale
 
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| colspan="3" | Stützpunkt für Sicherungsfahrzeuge: Die Hafenkommandantur koordinierte die Hafenschutzboote, die für die Sicherung der U-Boot-Auslaufwege im Ärmelkanal essentiell waren. Diese Boote schützten die wertvollen Einheiten beim Passieren der engen und oft verminten Küstengewässer vor alliierten Luftangriffen.
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| Invasionshafen: || colspan="3" | Boulogne war im Rahmen des Unternehmens "Seelöwe" als einer der Hauptabfahrtshäfen für die Invasionsflotte vorgesehen.
 
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| colspan="3" | Versorgung und Instandsetzung: Durch die Marineausrüstungsstelle Boulogne konnten kleinere Reparaturen und Versorgungsaufgaben für U-Boote durchgeführt werden, die den Ärmelkanal als Durchgangsroute in den Atlantik oder zu den Werften nutzten.
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| Luftangriffe: || colspan="3" | Aufgrund der exponierten Lage war die Hafenkommandantur massiven und kontinuierlichen Angriffen der Royal Air Force ausgesetzt.
 
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| colspan="3" | Nachrichtenwesen: Die unterstellte Marine-Nachrichtendienststelle Boulogne lieferte wichtige Wetter- und Feinddaten an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.), um die Passage von Booten durch die Straße von Dover taktisch vorzubereiten.
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| Verteidigung: || colspan="3" | In der Endphase 1944 wurde der Hafen zur "Festung" erklärt, wobei die Hafenkommandantur die Zerstörungsmaßnahmen zur Unbrauchbarmachung leitete.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (B.Arch.-M.A.) | [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| B.Arch. RM 45-III || colspan="3" | Akten der Dienst- und Kommandostellen der Kriegsmarine im Westraum (Dokumentiert die organisatorische Entwicklung der Hafenkommandantur).
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| Notstützpunkt: || colspan="3" | Boulogne diente als wichtiger Nothafen für U-Boote, die nach Gefechtsschäden im Kanal keine Zeit für den Marsch zu den großen Stützpunkten hatten.
 
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| B.Arch. RM 61 / 15 || colspan="3" | Unterlagen der Sicherungsdivisionen im Westraum (Enthält Berichte über die Hafenschutzflottille und deren Einsätze).
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| Sicherung: || colspan="3" | Die Hafenkommandantur koordinierte die Vorpostenboote und Räumboote, die den ein- und auslaufenden U-Booten im Küstenvorfeld Schutz gewährten.
 
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| B.Arch. RM 7 || colspan="3" | Akten der Seekriegsleitung (Belegt die strategische Bedeutung der Häfen am Pas-de-Calais).
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| Logistik: || colspan="3" | Bereitstellung von Brennstoff, Proviant und Munition für Boote auf dem Marsch durch den Ärmelkanal in den Atlantik.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Hafenkommandanturen).
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| BArch RM 47 || colspan="3" | Hafenkommandanturen in Frankreich: Akten über den täglichen Hafenbetrieb und die Verteidigungsmaßnahmen in Boulogne.
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Dienststellen im Bereich Pas-de-Calais).
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| BArch RM 35-II || colspan="3" | Admiral Kanalküste: Berichte über die logistische Bedeutung und den Ausbau der Festung Boulogne.
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. (Band 1, zu den Kommandobehörden der Kriegsmarine).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über die Kommandierung von Offizieren als Hafenkommandanten in Boulogne.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Landdienststellen: Die Hafenkommandanturen in Frankreich).
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| Koop / Schmolke || colspan="3" | „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Infrastruktur und Geschichte des Stützpunktes Boulogne).
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| Wegner, Günter || colspan="3" | „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Hafenkommandanten im besetzten Frankreich).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 3. März 2026, 14:41 Uhr

Dienststelle Hafenkommandantur Boulogne
Die Hafenkommandantur Boulogne war eine wichtige logistische und administrative Dienststelle der Kriegsmarine an der Kanalküste im besetzten Frankreich. Sie war verantwortlich für den reibungslosen Betrieb des Hafens, die Zuweisung von Liegeplätzen, die Überwachung der Hafensicherheit sowie die Koordination der Instandsetzungsarbeiten. Aufgrund der strategischen Lage am Ärmelkanal war die Kommandantur zudem maßgeblich in die Verteidigungsplanung gegen alliierte Landungsversuche und die Sicherung der küstennahen Schifffahrtswege eingebunden.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Etabliert nach der Besetzung Nordfrankreichs im Juni 1940; administrativ dem Seekommandanten Pas-de-Calais unterstellt.
Standort: Boulogne-sur-Mer. Die Dienststelle nutzte die französische Hafeninfrastruktur und baute umfangreiche Bunkeranlagen für den Schutz der Dienststellen aus.
Aufgabe: Überwachung des Hafenverkehrs, Leitung der Hafenkapitäne, Organisation der Flugabwehr im Hafenbereich und Sicherstellung der Versorgung.
Ende 1944: Mit der Eroberung der Stadt durch alliierte Truppen im September 1944 wurde die Hafenkommandantur offiziell aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Invasionshafen: Boulogne war im Rahmen des Unternehmens "Seelöwe" als einer der Hauptabfahrtshäfen für die Invasionsflotte vorgesehen.
Luftangriffe: Aufgrund der exponierten Lage war die Hafenkommandantur massiven und kontinuierlichen Angriffen der Royal Air Force ausgesetzt.
Verteidigung: In der Endphase 1944 wurde der Hafen zur "Festung" erklärt, wobei die Hafenkommandantur die Zerstörungsmaßnahmen zur Unbrauchbarmachung leitete.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Notstützpunkt: Boulogne diente als wichtiger Nothafen für U-Boote, die nach Gefechtsschäden im Kanal keine Zeit für den Marsch zu den großen Stützpunkten hatten.
Sicherung: Die Hafenkommandantur koordinierte die Vorpostenboote und Räumboote, die den ein- und auslaufenden U-Booten im Küstenvorfeld Schutz gewährten.
Logistik: Bereitstellung von Brennstoff, Proviant und Munition für Boote auf dem Marsch durch den Ärmelkanal in den Atlantik.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 47 Hafenkommandanturen in Frankreich: Akten über den täglichen Hafenbetrieb und die Verteidigungsmaßnahmen in Boulogne.
BArch RM 35-II Admiral Kanalküste: Berichte über die logistische Bedeutung und den Ausbau der Festung Boulogne.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Kommandierung von Offizieren als Hafenkommandanten in Boulogne.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Landdienststellen: Die Hafenkommandanturen in Frankreich).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte“ (Details zur Infrastruktur und Geschichte des Stützpunktes Boulogne).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Hafenkommandanten im besetzten Frankreich).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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