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Kommandantenschüler: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 4. März 2026, 08:59 Uhr

Dienststellung Kommandantenschüler
Ein Kommandantenschüler (auch Kommandantenanwärter) war ein erfahrener Offizier, der bereits als I. Wachoffizier (I. W.O.) an der Front gedient hatte und sich im unmittelbaren Übergang zum eigenen Kommando befand. Diese Funktion diente der finalen taktischen und charakterlichen Formung zukünftiger U-Boot-Kommandanten durch ein bewährtes Mentorensystem.
Voraussetzungen & Ausbildungsweg
Voraussetzungen: Dienstgrad meist Oberleutnant zur See oder Kapitänleutnant. Nachweis überdurchschnittlicher Eignung auf Frontbooten (z. B. Typ VII C) und offizielle Empfehlung durch den bisherigen Kommandanten.
Theoretische Phase: Absolvierung des Kommandanten-Lehrgangs bei der 2. U-Lehrdivision in Gotenhafen sowie des Kommandanten-Schießlehrgangs auf Übungsbooten (oft Typ II).
Praktische Phase: Einsatz als Zusatz-Kommandant auf einem Frontboot zur Beobachtung erfahrener Kommandanten im Gefecht. Fokus auf taktische Feinheiten der Angriffsführung und Menschenführung unter Stress.
Abschluss: Erteilung der „Frontreife-Erklärung“ durch den betreuenden Kommandanten oder Flottillenchef. Danach Kommandierung zur Baubelehrung oder Übernahme eines Bootes.
Spezifische Merkmale & Besonderheiten
Mentorensystem: Bekannte „Asse“ wie Lehmann-Willenbrock oder Topp fungierten oft als Lehrmeister. Dieser direkte Transfer von „Front-Know-how“ war essenziell für die operative Schlagkraft der nächsten Generation.
Status an Bord: Der Kommandantenschüler besaß den Status eines Zusatzoffiziers. Er war in die Bordroutine integriert, trug jedoch keine primäre Verantwortung für die Wache, um sich voll auf die taktische Beobachtung konzentrieren zu können.
Beurteilung: Die abschließende Beurteilung durch den Frontkommandanten am Ende der Ausbildungsfahrt war das entscheidende Kriterium für die Freigabe zum eigenen Kommando.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Qualitätssicherung: Das System sicherte ein konstant hohes taktisches Niveau innerhalb des Offizierskorps, insbesondere bei der Einführung neuer Taktiken gegen alliierte Suchgruppen.
Personalhistorie: In den Stammrollen BArch RM 121/642 markiert dieser Status die letzte Stufe der Frontbewährung. In Biografien ist diese Phase (oft auf Booten wie U 143 oder U 147) ein zentraler Wendepunkt der Karriere.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Auswahl und Beurteilung von Kommandantenschülern.
BArch RM 98 Kriegstagebücher (KTB) der Frontboote (Vermerke über Anwesenheit und Ausbildung von Kommandantenschülern an Bord).
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Befugnisse und den Status von Zusatzoffizieren an Bord von U-Booten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Laufbahnstruktur der U-Boot-Offiziere).
Hessler, Günter "The U-Boat War in the Atlantic" (Analyse des Mentorensystems zur Steigerung der operativen Schlagkraft).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939–1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Enthält Daten zu den Ausbildungsphasen der Kommandanten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132