Aktionen

Fliegerhorst (Schwerin): Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

(Die Seite wurde neu angelegt: „{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center" |- | style="width:2%" | |- | || colspan="3"…“)
 
 
(3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:80%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 +
 
 +
|-
 +
|
 +
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
 +
 
 +
|-
 +
| style="width:25%" |
 +
| style="width:75%" |
 +
|-
 +
! Dienststellung
 +
! '''Fliegerhorst Schwerin (Görries)'''
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| colspan="3" | Der Flugplatz Schwerin-Görries entwickelte sich von einem frühen Landesflugplatz (1913) über die Stationierung der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) zu einem bedeutenden Fliegerhorst der Luftwaffe (1935–1945). Nach großflächigen Umbauarbeiten und der Errichtung moderner Infrastruktur inklusive Werften und Schießständen diente das Areal als wichtiger Ausbildungs- und Auffrischungsstandort für Jagd- und Kampfverbände. Neben dem Schulbetrieb (Blindflugschule B34) erlangte Görries strategische Bedeutung als Endmontagestätte unter dem Decknamen „Vosswerk“, wo Lizenzbauten der Focke-Wulf Fw 190 und Fw 200 für die Dornier-Werke gefertigt wurden. Trotz schwerer Luftangriffe im August 1944 und April 1945 blieb der Platz bis kurz vor Kriegsende ein operativer Knotenpunkt im norddeutschen Luftraum.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Entwicklung: || colspan="3" | 1913–1927 Landesflugplatz; ab 1932 DVS-Flughafen; ab 1935 Einrichtung der Fliegerhorstkommandantur und Beginn des militärischen Vollausbaus.
 +
|-
 +
 
 +
| Vosswerk: || colspan="3" | Ab 1944 Verlagerungsstandort der Norddeutschen Dornierwerke (NDW) für die Montage und Erprobung von Focke-Wulf Fw 190 und Fw 200 "Condor".
 +
|-
 +
 
 +
| Infrastruktur: || colspan="3" | Komplexes Areal mit Flugzeugwerft, Munitionsbunkern, Krankenstation und spezialisierten Blindflugeinrichtungen am nordöstlichen Rand des Rollfeldes.
 +
|-
 +
 
 +
| Zerstörung: || colspan="3" | Massive alliierte Bombenangriffe im August 1944 und April 1945 führten zur weitgehenden Vernichtung der Hochbauten und zur Verlegung der Produktion.
 +
|-
 +
 
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Stationierte fliegende Einheiten (Auswahl)
 +
 
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Kampfverbände: || colspan="3" | I./StG 162 (1935–37), III./KG 152 (1937–38), II./LG 1 (1938–39), II./KG 26 (1939) sowie Gruppen der KG 28 und KG 40.
 +
|-
 +
 
 +
| Jagdverbände: || colspan="3" | III./JG 54 (1943), I./JG 5 (1944), III./JG 6 (1944) sowie II./JG 27 in der finalen Phase im April 1945.
 +
|-
 +
 
 +
| Ausbildung: || colspan="3" | 1941–1945 permanente Stationierung der Flugzeugführerschule B34 für die spezialisierte Blindflugausbildung im Instrumentenflug.
 
|-
 
|-
| style="width:2%" |
+
 
 +
| ||
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |  
+
! colspan="3" | Relevanz für die Marine / U-Boot-Waffe
  
Der Flugplatz Schwerin-Görries war von 1913 bis 1927 Landesflugplatz unter Verwaltung der „Mecklenburgischen Flugplatz-Gesellschaft Görries-Schwerin mbH“, ab 1932 Flughafen II. Ordnung und von 1935 bis 1945 ein Fliegerhorst der Luftwaffe in Schwerin-Görries.  
+
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
 
 +
| Fw 200 Montage: || colspan="3" | Als Fertigungsstätte für die Fw 200 "Condor" (KG 40) sicherte Schwerin den Nachschub für die wichtigste Luftaufklärungskomponente der U-Boot-Waffe im Atlantik.
 +
|-
 +
 
 +
| Blindflugtraining: || colspan="3" | Die Ausbildung in Görries stellte sicher, dass Besatzungen der Seefernaufklärer auch unter widrigen Wetterbedingungen Fühlung zu alliierten Geleitzügen halten konnten.
 +
|-
 +
 
 +
| Biografischer Marker: || colspan="3" | In den Personalakten dokumentiert die Stationierung in Schwerin-Görries eine Phase der technischen Rüstung oder der spezialisierten Blindflug-Qualifizierung.
 +
|-
  
Erst die 1932 erfolgte Aufwertung als Zivilflughafen der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) weckte den ehemaligen Landesflugplatz aus seinem Dornröschenschlaf. Die letzte öffentliche Flugveranstaltung fand am 23.06.1934 auf dem Flugplatz statt, als Schwerin noch einmal Etappenort im Deutschlandflug wurde. Im September erwarb die DVS das gesamte Flugplatzgelände von der Stadt und begann mit groß angelegten Umbauarbeiten. Die Rogahner Straße wurde stillgelegt, die Gebäude der Industrieansiedlungsgesellschaft, der FBS und der Fokkerwerke teilweise abgerissen und ein neues Rollfeld angelegt. Am nordöstlichen Ende des Areals entstanden Wirtschaftsgebäude, Flugzeughallen, Mannschafts- und Offiziersunterkünfte, mehrere große Schießstände für Waffentests, Munitionsbunker, eine Flugzeugwerft, eine Leitstelle mit Feuerwache und eine Krankenstation. Mit Einrichtung der Fliegerhorstkommandantur begann 1935 wieder der militärische Flugbetrieb.
+
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
  
Vor und während des Zweiten Weltkrieges diente Görries verschiedenen Ausbildungsstaffeln, Jagd- und Kampfgeschwadern als Zwischenstation. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgewählter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe, die hier zwischen 1935 und 1945 stationiert waren.
+
|-
 +
| ||
 +
|-
  
00.10.1935 - 00.03.1937 - I./StG 162 (I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 162) - Heinkel He 50, He 51, Henschel Hs 123
+
| BArch RL 20 || colspan="3" | Fliegerhorstkommandanturen: Akten zur Standortverwaltung Schwerin-Görries, Ausbaupläne und Berichte über Luftschäden (1935–1945).
 +
|-
  
00.03.1937 - 00.10.1938 - III./KG 152 (III. Gruppe des Kampfgeschwaders 152) - Dornier Do 23
+
| BArch RL 3 || colspan="3" | Generalluftzeugmeister: Unterlagen zur Lizenzfertigung der Dornier-Werke im "Vosswerk" und Abnahmeprotokolle für Fw 190/200.
 +
|-
  
00.11.1938 - 00.08.1939 - II./LG 1 (II. Gruppe des Lehrgeschwaders 1) - Heinkel He 111
+
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Individuelle Nachweise über Stammpersonal der Blindflugschule B34 und Werftpersonal der NDW am Standort Schwerin.
 +
|-
  
00.09.1939 - 00.10.1939 - II./KG 26
+
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Literaturverweise
  
00.12.1939 - 00.02.1940 - I./KG 28
+
|-
 +
| ||
 +
|-
  
00.08.1943 - 00.12.1943 - III./JG 54 (III. Gruppe des Jagdgeschwaders 54) - Messerschmitt Bf 109 G
+
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe und den Dienststellungen in den Fliegerverbänden).
 +
|-
  
00.10.1944 - 00.10.1944 - I./JG 5
+
| Koos, Volker || colspan="3" | Luftfahrt zwischen Ostsee und Breitling (Details zur Typenerprobung und den Schulungsstandorten in Warnemünde und Schwerin).
 +
|-
  
00.10.1944 - 00.12.1944 - III./JG 6
+
| Dierich, Wolfgang || colspan="3" | Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945 (Detaillierte Darstellung der Stationierung und der Gruppenverlegungen).
 +
|-
  
00.04.1945 - 00.04.1945 - II./JG 27
+
| ||
 +
|-
  
Im Frühling 1940 war auf dem Flugplatz eine Bombergruppe für Einsätze gegen Großbritannien stationiert. Seitdem kamen verschiedene Bombereinheiten und Transportgruppen zum Auffrischen und Aufrüsten zum Fliegerhorst. Die Norddeutschen Dornierwerke Wismar verlegten im Frühjahr 1944 den Bau von Lizenzflugzeugen auf verschiedene Standorte. Unter dem Decknamen „Vosswerk“ wurden in Görries Focke-Wulf Fw 190 und Fw 200 zusammengebaut. Test- und Trainingsflüge mit Fw 200 führte beispielsweise die IV. Gruppe des KG 40 vor Ort durch. Von 1941 bis 1945 wurden in Görries durch die Flugzeugführerschule B34 Blindflugschüler im Instrumentenflug ausgebildet.
+
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 +
|-
  
Amerikanische und britische Bomben fielen im August 1944 und im April 1945 auf den Flugplatz Görries und zerstörten die meisten Gebäude. Nach den Luftangriffen verlegten die NDW den Bau und die Testflüge nach Lübeck-Blankensee, Neustadt-Glewe und Perleberg.
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
|-
 
|-
 +
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 1. März 2026, 11:16 Uhr

Dienststellung Fliegerhorst Schwerin (Görries)
Der Flugplatz Schwerin-Görries entwickelte sich von einem frühen Landesflugplatz (1913) über die Stationierung der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) zu einem bedeutenden Fliegerhorst der Luftwaffe (1935–1945). Nach großflächigen Umbauarbeiten und der Errichtung moderner Infrastruktur inklusive Werften und Schießständen diente das Areal als wichtiger Ausbildungs- und Auffrischungsstandort für Jagd- und Kampfverbände. Neben dem Schulbetrieb (Blindflugschule B34) erlangte Görries strategische Bedeutung als Endmontagestätte unter dem Decknamen „Vosswerk“, wo Lizenzbauten der Focke-Wulf Fw 190 und Fw 200 für die Dornier-Werke gefertigt wurden. Trotz schwerer Luftangriffe im August 1944 und April 1945 blieb der Platz bis kurz vor Kriegsende ein operativer Knotenpunkt im norddeutschen Luftraum.
Historischer Kontext & Organisation
Entwicklung: 1913–1927 Landesflugplatz; ab 1932 DVS-Flughafen; ab 1935 Einrichtung der Fliegerhorstkommandantur und Beginn des militärischen Vollausbaus.
Vosswerk: Ab 1944 Verlagerungsstandort der Norddeutschen Dornierwerke (NDW) für die Montage und Erprobung von Focke-Wulf Fw 190 und Fw 200 "Condor".
Infrastruktur: Komplexes Areal mit Flugzeugwerft, Munitionsbunkern, Krankenstation und spezialisierten Blindflugeinrichtungen am nordöstlichen Rand des Rollfeldes.
Zerstörung: Massive alliierte Bombenangriffe im August 1944 und April 1945 führten zur weitgehenden Vernichtung der Hochbauten und zur Verlegung der Produktion.
Stationierte fliegende Einheiten (Auswahl)
Kampfverbände: I./StG 162 (1935–37), III./KG 152 (1937–38), II./LG 1 (1938–39), II./KG 26 (1939) sowie Gruppen der KG 28 und KG 40.
Jagdverbände: III./JG 54 (1943), I./JG 5 (1944), III./JG 6 (1944) sowie II./JG 27 in der finalen Phase im April 1945.
Ausbildung: 1941–1945 permanente Stationierung der Flugzeugführerschule B34 für die spezialisierte Blindflugausbildung im Instrumentenflug.
Relevanz für die Marine / U-Boot-Waffe
Fw 200 Montage: Als Fertigungsstätte für die Fw 200 "Condor" (KG 40) sicherte Schwerin den Nachschub für die wichtigste Luftaufklärungskomponente der U-Boot-Waffe im Atlantik.
Blindflugtraining: Die Ausbildung in Görries stellte sicher, dass Besatzungen der Seefernaufklärer auch unter widrigen Wetterbedingungen Fühlung zu alliierten Geleitzügen halten konnten.
Biografischer Marker: In den Personalakten dokumentiert die Stationierung in Schwerin-Görries eine Phase der technischen Rüstung oder der spezialisierten Blindflug-Qualifizierung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RL 20 Fliegerhorstkommandanturen: Akten zur Standortverwaltung Schwerin-Görries, Ausbaupläne und Berichte über Luftschäden (1935–1945).
BArch RL 3 Generalluftzeugmeister: Unterlagen zur Lizenzfertigung der Dornier-Werke im "Vosswerk" und Abnahmeprotokolle für Fw 190/200.
BArch PERS 6 Personalakten: Individuelle Nachweise über Stammpersonal der Blindflugschule B34 und Werftpersonal der NDW am Standort Schwerin.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe und den Dienststellungen in den Fliegerverbänden).
Koos, Volker Luftfahrt zwischen Ostsee und Breitling (Details zur Typenerprobung und den Schulungsstandorten in Warnemünde und Schwerin).
Dierich, Wolfgang Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945 (Detaillierte Darstellung der Stationierung und der Gruppenverlegungen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132