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Küstenfliegergruppe 406: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | Die '''Küstenfliegergruppe 406''' wurde am 01.04.1937 in Holtenau mit einer Staffel ohne Gruppenstab aufgestellt. Am 01.07.1937 wurde diese 1. Staffel jeweils zur Hälfte in die Küstenfliegergruppe 706 und in die Bordfliegergruppe 196 eingegliedert.
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| || colspan="3" | Neu aufgestellt am gleichen Tag (01.07.1937) in List mit einem Stab und drei Staffeln. Ausgerüstet waren der Stab und die 1. Staffel mit der He 60, die 2. Staffel mit der Do 18 und die 3. Staffel mit der He 59. Bei Ausbruch des Krieges unterstand die Gruppe dem Führer der Luftstreitkräfte West. Am 22.10.1939 wurde die Gruppe in die Küstenfliegergruppe 506 eingegliedert. Neu aufgestellt am 22.10.1939 aus Teilen der Küstenfliegergruppen 306, 506, 106 und 306 mit drei Staffeln in Hörnum:
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! Verband
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! '''Küstenfliegergruppe 406'''
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| || colspan="3" | Stab in Hörnum mit der Do 18 aus dem Stab der Küstenfliegergruppe 306
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| colspan="3" | Die Küstenfliegergruppe 406 war ein zentraler Verband der Marineluftwaffe für die Seefernaufklärung und den Torpedoeinsatz. Gegründet 1937 in Holtenau und mehrfach umstrukturiert, operierte die Gruppe vor allem über der Nordsee, dem Nordatlantik und dem Eismeer. Ausgerüstet mit Mustern wie der Do 18, He 115 und der dreimotorigen BV 138, leistete die Gruppe essentielle Aufklärungsarbeit für die Kriegsmarine. Besonders bedeutsam war der Einsatz der Staffeln von Stützpunkten in Norwegen (Stavanger, Drontheim, Tromsø) gegen die alliierten Nordmeergeleitzüge. Während der Stab 1942 aufgelöst wurde, blieben die Staffeln bis zu ihrer Umgliederung oder Auflösung 1944 als "Augen der Flotte" aktiv und koordinierten ihre Einsätze eng mit den Überwasserstreitkräften und der U-Boot-Waffe.
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
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| Aufstellung: || colspan="3" | 01.04.1937 Holtenau; 01.07.1937 Neuaufstellung in List (Sylt) mit He 60, Do 18 und He 59.
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| Umgliederung 1939: || colspan="3" | Okt. 1939 Integration in Gruppe 506; zeitgleiche Neuaufstellung aus Teilen der Gruppen 106, 306 und 506 in Hörnum mit Do 18.
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| Standorte: || colspan="3" | List, Hörnum, Norderney; ab 1940 Expansion nach Stavanger, Drontheim (Norwegen), Brest (Frankreich) und Schellingwoude (Niederlande).
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| Ende: || colspan="3" | Stab aufgelöst Dez. 1942; Staffeln 1943 in Seeaufklärungsgruppen 130/131 überführt; 1. Staffel aufgelöst Okt. 1944 in Hommelvik.
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| || colspan="3" | 1. Staffel in Rantum mit der Do 18 aus der 2. / Küstenfliegergruppe 506
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! colspan="3" | Spezifische operative Details
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| || colspan="3" | 2. Staffel in Hörnum mit der Do 18 aus der 2. / Küstenfliegergruppe 106
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| || colspan="3" | 3. Staffel in Hörnum mit der Do 18 aus der 2. / Küstenfliegergruppe 306
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| BV 138 Fernaufklärung: || colspan="3" | Einsatz des "Fliegenden Holzschuhs" zur Langstreckenaufklärung über dem Eismeer; Ortung von PQ-Konvois unter extremen arktischen Bedingungen.
 
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| || colspan="3" | Im Dezember 1942 wurde der Gruppenstab aufgelöst. Die 2. Staffel wurde am 13.07.1943 zur 3. / Seeaufklärungsgruppe 130 und die 3. Staffel zur 1. / Seeaufklärungsgruppe 131. Die verbliebene 1. Staffel wurde im Oktober 1944 aufgelöst.
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| Torpedoeinsatz: || colspan="3" | Verwendung der He 115 durch die 1. Staffel als Torpedobomber gegen alliierte Frachter auf der Route nach Murmansk und Archangelsk.
 
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| || colspan="3" | 1939: Die Gruppe nahm von List auf Sylt aus unter dem Führer der Luftstreitkräfte West an Aufklärungseinsätzen über der Nordsee teil, bis sie am 22.10.1939 in die Küstenfliegergruppe 506 eingegliedert wurde.
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| Geleitzugschlacht: || colspan="3" | Maßgebliche Beteiligung an der Ortung und taktischen Beschattung des Konvois PQ 17 im Sommer 1942 zur Vorbereitung koordinierter Angriffe.
 
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| || colspan="3" | Die neu aufgestellte Gruppe unterstand erneut dem Führer der Luftstreitkräfte West und flog Einsätze über der Nordsee.
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| || colspan="3" | 1940: Die Gruppe wurde weiterhin beim Führer der Luftstreitkräfte West über der Nordsee eingesetzt. Der Stab verlegte am 03.09.1940 von Hörnum nach Norderney und anschließend im Oktober 1940 nach Brest-Süd. Die 1. Staffel war in Rantum stationiert und verlegte am 27.07.1940 nach Stavanger in Norwegen. Die 2. Staffel verlegte am 31.05.1940 von Stavanger ebenfalls nach Stavanger in Norwegen und von dort aus im Oktober 1940 nach Drontheim. Von hier aus flog die Staffel Aufklärungseinsätze über dem Nordatlantik gegen die britische Flotte und Geleitzüge. Die 3. Staffel lag bis zum 31.05.1940 in Hörnum und verlegte dann ebenfalls nach Stavanger. Am 22.07.1940 kehrte sie nach Hörnum zurück, verlegte am 12.08.1940 nach Norderney und am 18.08.1940 nach Vlissingen. Ab dem 02.09.1940 lag sie in Amsterdam-Schellingwoude. Von hier aus flog die Staffel Einsätze über der Nordsee.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| || colspan="3" | 1941: Zu Jahresbeginn lag der Stab der Küstenfliegergruppe 406 in Brest in Frankreich und die drei Staffeln in Norwegen und den Niederlanden. Der Stab verblieb das ganze Jahr über in Brest. Die 1. Staffel verlegte noch im Januar 1941 nach List, wo sie auf die He 115 umgerüstet wurde. Anschließend wurde sie ab April 1941 in Tromsö in Norwegen stationiert und wieder über dem Nordatlantik eingesetzt. Die Staffel fungierte als Torpedostaffel. Die 2. Staffel verlegte im Februar 1941 von Drontheim nach Hörnum und rüstete hier auf die BV 138 um. Anschließend kehrte sie im Mai 1941 wieder nach Trondheim zurück und wurde zu Fernaufklärungsaufgaben eingesetzt. Die 3. Staffel verlegte am 17. Februar von Schellingwoude nach Drontheim. Im November 1941 verlegte sie nach List, wo die Staffel ebenfalls auf die BV 138 umgerüstet wurde. Noch im Dezember 1941 wurde sie nach Tromsö verlegt und dort ebenfalls als Fernaufklärer eingesetzt.
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| || colspan="3" | 1942: Der Stab der Küstenfliegergruppe 406 lag weiterhin in Brest, bis er im Oktober 1942 aufgelöst wurde. Die 1. Staffel wurde weiterhin von Tromsö aus mit der He 115 zu Aufklärungs- und Torpedoeinsätzen eingesetzt. Die 2. Staffel lag in Drontheim und die 3. Staffel in Tromsö, ausgerüstet mit der BV 138 und eingesetzt als Fernaufklärer.
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| Zuarbeit B.d.U.: || colspan="3" | Funkmeldungen über gesichtete Geleitzüge bildeten die Grundlage für die Bildung von U-Boot-Rudeln im Nordatlantik und Nordmeer.
 
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| || colspan="3" | 1943: Die 1. Staffel war weiterhin in Tromsö eingesetzt, die 2. Staffel in Drontheim und die 3. Staffel in Tromsö. Die 2. Staffel wurde am 13.07.1943 zur 3. / Seeaufklärungsgruppe 130 und die 3. Staffel zur 1. / Seeaufklärungsgruppe 131
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| Seenotdienst: || colspan="3" | Unterstützung bei der Suche nach Überlebenden versenkter Einheiten und Sicherung der eigenen U-Boot-Stützpunkte gegen Überraschungsangriffe.
 
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| || colspan="3" | 1944: Die verbliebene 1. Staffel wurde von Tromsö aus über der Nordsee und dem Nordatlantik verlegt. Am 12.05.1944 wurde sie nach Tromsö und im Juli 1944 nach Hommelvik verlegt, wo sie im Oktober 1944 aufgelöst wurde.  
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| Biografischer Marker: || colspan="3" | In den Stammrollen dokumentiert der Dienst bei der 406er eine hochspezialisierte Verwendung in der kombinierten See-Luftkriegführung.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| || colspan="3" | Aus Lexikon der Wehrmacht → [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Kuestenfliegergruppen/Kuestenfliegergruppe406-R.htm | Küstenfliegergruppe 406]
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| BArch RL 10 || colspan="3" | Verbände der Luftwaffe: Kriegstagebücher und taktische Berichte der Küstenfliegergruppe 406 sowie deren Unterstellung unter den Führer der Luftstreitkräfte West.
 
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Akten zur operativen Zusammenarbeit zwischen der Marineluftwaffe und der Flottenführung im Nordmeer (1940–1944).
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| BArch RL 2-III || colspan="3" | Luftwaffe: Dokumentation zur Umrüstung der Staffeln auf BV 138 und He 115 sowie personelle Strukturpläne der Seeaufklärungsverbände.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe und den Küstenfliegerverbänden im skandinavischen Raum).
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| Koos, Volker || colspan="3" | Arado, Heinkel, Dornier - See- und Bordflugzeuge (Technische Daten und Einsatzprofile der bei der Gruppe 406 eingesetzten Flugzeugmuster).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur strategischen Kooperation zwischen Seestreitkräften und der Küstenaufklärung).
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 1. März 2026, 09:06 Uhr

Verband Küstenfliegergruppe 406
Die Küstenfliegergruppe 406 war ein zentraler Verband der Marineluftwaffe für die Seefernaufklärung und den Torpedoeinsatz. Gegründet 1937 in Holtenau und mehrfach umstrukturiert, operierte die Gruppe vor allem über der Nordsee, dem Nordatlantik und dem Eismeer. Ausgerüstet mit Mustern wie der Do 18, He 115 und der dreimotorigen BV 138, leistete die Gruppe essentielle Aufklärungsarbeit für die Kriegsmarine. Besonders bedeutsam war der Einsatz der Staffeln von Stützpunkten in Norwegen (Stavanger, Drontheim, Tromsø) gegen die alliierten Nordmeergeleitzüge. Während der Stab 1942 aufgelöst wurde, blieben die Staffeln bis zu ihrer Umgliederung oder Auflösung 1944 als "Augen der Flotte" aktiv und koordinierten ihre Einsätze eng mit den Überwasserstreitkräften und der U-Boot-Waffe.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: 01.04.1937 Holtenau; 01.07.1937 Neuaufstellung in List (Sylt) mit He 60, Do 18 und He 59.
Umgliederung 1939: Okt. 1939 Integration in Gruppe 506; zeitgleiche Neuaufstellung aus Teilen der Gruppen 106, 306 und 506 in Hörnum mit Do 18.
Standorte: List, Hörnum, Norderney; ab 1940 Expansion nach Stavanger, Drontheim (Norwegen), Brest (Frankreich) und Schellingwoude (Niederlande).
Ende: Stab aufgelöst Dez. 1942; Staffeln 1943 in Seeaufklärungsgruppen 130/131 überführt; 1. Staffel aufgelöst Okt. 1944 in Hommelvik.
Spezifische operative Details
BV 138 Fernaufklärung: Einsatz des "Fliegenden Holzschuhs" zur Langstreckenaufklärung über dem Eismeer; Ortung von PQ-Konvois unter extremen arktischen Bedingungen.
Torpedoeinsatz: Verwendung der He 115 durch die 1. Staffel als Torpedobomber gegen alliierte Frachter auf der Route nach Murmansk und Archangelsk.
Geleitzugschlacht: Maßgebliche Beteiligung an der Ortung und taktischen Beschattung des Konvois PQ 17 im Sommer 1942 zur Vorbereitung koordinierter Angriffe.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zuarbeit B.d.U.: Funkmeldungen über gesichtete Geleitzüge bildeten die Grundlage für die Bildung von U-Boot-Rudeln im Nordatlantik und Nordmeer.
Seenotdienst: Unterstützung bei der Suche nach Überlebenden versenkter Einheiten und Sicherung der eigenen U-Boot-Stützpunkte gegen Überraschungsangriffe.
Biografischer Marker: In den Stammrollen dokumentiert der Dienst bei der 406er eine hochspezialisierte Verwendung in der kombinierten See-Luftkriegführung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Verbände der Luftwaffe: Kriegstagebücher und taktische Berichte der Küstenfliegergruppe 406 sowie deren Unterstellung unter den Führer der Luftstreitkräfte West.
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung: Akten zur operativen Zusammenarbeit zwischen der Marineluftwaffe und der Flottenführung im Nordmeer (1940–1944).
BArch RL 2-III Luftwaffe: Dokumentation zur Umrüstung der Staffeln auf BV 138 und He 115 sowie personelle Strukturpläne der Seeaufklärungsverbände.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe und den Küstenfliegerverbänden im skandinavischen Raum).
Koos, Volker Arado, Heinkel, Dornier - See- und Bordflugzeuge (Technische Daten und Einsatzprofile der bei der Gruppe 406 eingesetzten Flugzeugmuster).
Hildebrand, Hans H. Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur strategischen Kooperation zwischen Seestreitkräften und der Küstenaufklärung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132