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Bordfliegergruppe 196: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | Die '''Bordfliegergruppe 196''' war eine 1937 gegründete und 1945 aufgelöste Einheit der Luftwaffe. Ursprünglich als Gruppe, bestehend aus zwei Staffeln gegründet. Zwei weitere Staffeln und eine Stabseinheit wurden später hinzugefügt. Die Gruppe wurde hauptsächlich für den Dienst auf großen Überwassereinheiten bereitgestellt.
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| || colspan="3" | Aus der 2. Staffel der Küstenaufklärungsgruppe 116 gebildet, wurde die 1. Flottenfliegerstaffel am 1. April 1936 auf Norderney unter dem Kommando von Kapitän Heinrich Minner gegründet. Die Erstausrüstung war der Doppeldecker Heinkel He 60, obwohl eine Reihe älterer Heinkel He 42-Flugzeuge für den Trainingseinsatz in Dienst waren. Bald nach der Gründung wurde das Geschwader in 1. Bordfliegerstaffel umbenannt und im folgenden Jahr nach Zuweisung der Gruppenkennung erneut in Bordfliegerstaffel 1/196 geändert. 1937 zog das Geschwader auch nach Wilhelmshaven, wo es die meiste Zeit des Krieges blieb. Während des Krieges wurden Abteilungen an zahlreiche Orte im besetzten Europa geschickt, darunter Aalborg, Brest, Drontheim, List auf Sylt, Palermo, Pillau, Schellingwoude, Stavanger und Thisted. Das Geschwader zog für ein Jahr nach Norwegen und später im Krieg an die Ostseeküste.
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| colspan="3" | Die Bordfliegergruppe 196 war die zentrale Aufklärungs- und Kampfeinheit der Luftwaffe für den Dienst auf den großen Überwassereinheiten der Kriegsmarine. Hervorgegangen am 01.04.1936 aus der 2. Staffel der Küstenaufklärungsgruppe 116 auf Norderney, entwickelte sich die Gruppe zum personellen und technischen Rückgrat des Bordflugwesens. Ausgerüstet zunächst mit Heinkel He 60, erfolgte später die Umstellung auf die Standardmaschine Arado Ar 196. Die Staffeln waren auf Schlachtschiffen (Bismarck, Tirpitz) und Schweren Kreuzern (Admiral Hipper, Prinz Eugen) stationiert. Neben Wilhelmshaven als Hauptbasis operierten Abteilungen im gesamten besetzten Europa, von Norwegen (Drontheim, Stavanger) über die Biskaya (Brest) bis zum Mittelmeer (Palermo). Die Gruppe leistete essentielle Aufklärungsarbeit für die Seekriegsleitung und unterstützte die Flotte als Artilleriebeobachter, bevor sie 1945 aufgelöst wurde.
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| Struktur: || colspan="3" | Ursprünglich zwei Staffeln; Ausbau auf vier Staffeln plus Stabseinheit zur Abdeckung des wachsenden Bedarfs der schweren Einheiten.
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| Standorte: || colspan="3" | Wilhelmshaven (Hauptstützpunkt); feldmäßige Abteilungen in Aalborg, Brest, Pillau, Schellingwoude, Thisted sowie Einsatzbasen in Norwegen.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Auflösung im Zuge der Gesamtkapitulation; Rückzug der verbliebenen Teile aus den besetzten Gebieten an die Ostseeküste in den letzten Kriegswochen.
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| Artilleriebeobachtung: || colspan="3" | Entscheidende Rolle beim Einschießen der schweren Schiffsartillerie auf große Distanzen durch präzise Funk-Korrekturmeldungen an die Feuerleitstellen.
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Aktuelle Version vom 1. März 2026, 09:01 Uhr

Verband Bordfliegergruppe 196
Die Bordfliegergruppe 196 war die zentrale Aufklärungs- und Kampfeinheit der Luftwaffe für den Dienst auf den großen Überwassereinheiten der Kriegsmarine. Hervorgegangen am 01.04.1936 aus der 2. Staffel der Küstenaufklärungsgruppe 116 auf Norderney, entwickelte sich die Gruppe zum personellen und technischen Rückgrat des Bordflugwesens. Ausgerüstet zunächst mit Heinkel He 60, erfolgte später die Umstellung auf die Standardmaschine Arado Ar 196. Die Staffeln waren auf Schlachtschiffen (Bismarck, Tirpitz) und Schweren Kreuzern (Admiral Hipper, Prinz Eugen) stationiert. Neben Wilhelmshaven als Hauptbasis operierten Abteilungen im gesamten besetzten Europa, von Norwegen (Drontheim, Stavanger) über die Biskaya (Brest) bis zum Mittelmeer (Palermo). Die Gruppe leistete essentielle Aufklärungsarbeit für die Seekriegsleitung und unterstützte die Flotte als Artilleriebeobachter, bevor sie 1945 aufgelöst wurde.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Gründung 1937 aus der 1. Flottenfliegerstaffel (Norderney); Kernzelle unter Kapitän Heinrich Minner mit Heinkel He 42 und He 60.
Struktur: Ursprünglich zwei Staffeln; Ausbau auf vier Staffeln plus Stabseinheit zur Abdeckung des wachsenden Bedarfs der schweren Einheiten.
Standorte: Wilhelmshaven (Hauptstützpunkt); feldmäßige Abteilungen in Aalborg, Brest, Pillau, Schellingwoude, Thisted sowie Einsatzbasen in Norwegen.
Ende 1945: Auflösung im Zuge der Gesamtkapitulation; Rückzug der verbliebenen Teile aus den besetzten Gebieten an die Ostseeküste in den letzten Kriegswochen.
Spezifische operative Details
Arado Ar 196: Einführung der Ar 196 als Standard-Bordflugzeug; robustes Schwimmerflugzeug für Katapultstarts, bewaffnet mit MG und leichten Bomben zur U-Jagd.
Artilleriebeobachtung: Entscheidende Rolle beim Einschießen der schweren Schiffsartillerie auf große Distanzen durch präzise Funk-Korrekturmeldungen an die Feuerleitstellen.
Kurierdienst: Durchführung strategischer Kurierflüge zwischen den Flottenverbänden auf hoher See und den Landstützpunkten unter Umgehung der Funkstille.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fernaufklärung: Zusammenarbeit mit der U-Boot-Waffe durch Aufklärung feindlicher Geleitzüge und Übermittlung der Standorte an den B.d.U. zur Einleitung von Rudelangriffen.
U-Jagd-Abwehr: Die Bordflieger sicherten das unmittelbare Umfeld der schweren Einheiten gegen feindliche U-Boote und unterstützten so indirekt die eigenen Operationen im Atlantik.
Biografischer Marker: In den Stammrollen dokumentiert der Dienst bei der 196er eine hochspezialisierte Ausbildung an der Schnittstelle zwischen Marineluftwaffe und Flotte.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 / [Nr.] Verbände der Luftwaffe: Kriegstagebücher und Einsatzberichte der Bordfliegergruppe 196 sowie Unterlagen der einzelnen Staffeln.
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung: Akten zur taktischen Unterstellung der Bordflieger unter die Flottenkommandos und Berichte über die Luftaufklärung.
BArch RL 2-III Generalstab der Luftwaffe: Dokumente zur personellen Ausstattung und den Ausrüstungsstandarts der Bordfliegerstaffeln (1937–1945).
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe und der Organisation der Bordfliegerverbände).
Koos, Volker Arado Ar 196: Der Alleseskönner der Bordfliegergruppe 196 (Technische Dokumentation und Einsatzgeschichte des Standardflugzeugs).
Hildebrand, Hans H. Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Kontext zur Kooperation zwischen den schweren Einheiten und ihren fliegenden Abteilungen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132