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I. Wachoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Während eines Angriffs war der Erste Wachoffizier für die wichtigste Waffe des Bootes zuständig: die Torpedos. Er fungierte als Torpedo-Offizier und bediente den Torpedorechner im Turm. Er gab die vom Kommandanten am Sehrohr oder per Sicht ermittelten Daten wie Entfernung, Geschwindigkeit und Lage-Winkel in den Rechner ein und war für das scharfe Machen und Abfeuern der Rohre verantwortlich. Bei Überwasserangriffen bei Nacht war er oft derjenige, der auf der Brücke die Zieloptik (UZO) bediente, während der Kommandant die taktische Gesamtlage im Auge behielt.
 
| colspan="3" | Während eines Angriffs war der Erste Wachoffizier für die wichtigste Waffe des Bootes zuständig: die Torpedos. Er fungierte als Torpedo-Offizier und bediente den Torpedorechner im Turm. Er gab die vom Kommandanten am Sehrohr oder per Sicht ermittelten Daten wie Entfernung, Geschwindigkeit und Lage-Winkel in den Rechner ein und war für das scharfe Machen und Abfeuern der Rohre verantwortlich. Bei Überwasserangriffen bei Nacht war er oft derjenige, der auf der Brücke die Zieloptik (UZO) bediente, während der Kommandant die taktische Gesamtlage im Auge behielt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens zur taktischen Schulung der I. Wachoffiziere am Torpedovorhalterechner
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 416 || colspan="3" | Das Lehrbuch für den Torpedodienst beschreibt detailliert die Rolle des Ersten Wachoffiziers bei der Vorbereitung und Durchführung des Torpedoschusses.
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| BArch RM 98 / [Boot-Nummer] || colspan="3" | Kriegstagebücher, in denen die Leistungen des I. W.O. bei der Ermittlung von Torpedoschussdaten vermerkt sind
 
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|Marine-Dienstvorschrift Nummer 320 || colspan="3" | In den Taktischen Anweisungen für U-Boote ist die Stellvertreterregelung und die Befehlsgewalt des Ersten Wachoffiziers gegenüber der Besatzung festgelegt.
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| Bundesarchiv-Militärarchiv Bestand RM 20 ||  colspan="3" | Die Personalunterlagen der Unterseeboot-Lehrdivisionen enthalten Beurteilungen über die Eignung von Offizieren für die Funktion des Ersten Wachoffiziers.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, zur Laufbahnstruktur der Seeoffiziere auf U-Booten)
 
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 10:44 Uhr

Datenblatt: I. Wachoffizier (I. WO)
Der Erste Wachoffizier war der zweitwichtigste Mann an Bord eines Unterseebootes und der unmittelbare Stellvertreter des Kommandanten. Er trug die Hauptverantwortung für den gesamten inneren Dienst und die personelle Einsatzbereitschaft der Besatzung. In der Regel wurde diese Position von einem erfahrenen Oberleutnant zur See oder Leutnant besetzt, der bereits den Kommandanten-Lehrgang ins Auge fasste.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Gefecht
Anfang: Die Dienststellung wurde mit der Indienststellung jedes Frontbootes besetzt. In der Regel handelte es sich um einen erfahrenen Oberleutnant zur See oder Leutnant zur See.
Während eines Angriffs war der Erste Wachoffizier für die wichtigste Waffe des Bootes zuständig: die Torpedos. Er fungierte als Torpedo-Offizier und bediente den Torpedorechner im Turm. Er gab die vom Kommandanten am Sehrohr oder per Sicht ermittelten Daten wie Entfernung, Geschwindigkeit und Lage-Winkel in den Rechner ein und war für das scharfe Machen und Abfeuern der Rohre verantwortlich. Bei Überwasserangriffen bei Nacht war er oft derjenige, der auf der Brücke die Zieloptik (UZO) bediente, während der Kommandant die taktische Gesamtlage im Auge behielt.
Aufgaben im täglichen Dienst
An Land und während der Marschfahrt war der Erste Wachoffizier der Personalchef des Bootes. Er erstellte die Wachtabellen und den Dienstplan. Er war für die Disziplin an Bord verantwortlich und sorgte dafür, dass die Befehle des Kommandanten bis in den letzten Winkel des Bootes umgesetzt wurden. Eine seiner kritischsten Aufgaben war die Überwachung der Lasten, also der Vorräte und der Munition. Er musste sicherstellen, dass das Gewicht der verbrauchten Lebensmittel und Granaten durch den Leitenden Ingenieur korrekt beim Trimming des Bootes berücksichtigt wurde, um die Stabilität nicht zu gefährden.
Ausbildung und Qualifikation
Um Erster Wachoffizier zu werden, musste ein Offizier nach seiner allgemeinen Ausbildung an der Marineschule Mürwik und dem Torpedolehrgang meist eine oder mehrere Feindfahrten als Zweiter Wachoffizier absolviert haben. Er musste beweisen, dass er das Vertrauen der Männer besaß und in der Lage war, das Boot im Falle eines Ausfalls des Kommandanten sicher nach Hause zu führen. Viele Erste Wachoffiziere wurden nach zwei oder drei erfolgreichen Fahrten zum Kommandanten-Lehrgang nach Memel kommandiert.
Er hatte zusammengefaßt folgende Aufgaben
Führer der Ersten Seewache.
Stellvertreter des Kommandanten, insbesondere mit Übernahme der Befehlsgewalt, wenn der Kommandant ausfiel.
Sicherstellung des inneren Dienstbetriebes (z.B. Einteilung der Brückenwachen, Überwachung der Disziplin an Bord, z.T. auch Wahrnehmung einfachster medizinischer Aufgaben bzw. Überwachung derselben u.ä.).
Überwachen der Betriebsbereitschaft der Torpedowaffe und der zugehörigen Feuerleitanlagen.
Durchführung der Torpedo-Überwasser-Angriffe unter Leitung des Kommandanten.
Vertrauensmann zwischen der Mannschaft und dem Kommandanten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Torpedo-Offizier: Seine wichtigste taktische Aufgabe war die des Torpedochefs. Bei Überwasserangriffen (Nachtangriffen) ermittelte er über das U-Boot-Zieloptik (UZO) die Angriffsdaten (Gegnerkurs, Geschwindigkeit) und bediente den Torpedovorhalterechner.
Ausbildungsstufe: Die Zeit als I. W.O. galt als die „Meisterprüfung“. Ein Offizier musste sich hier in mehreren Feindfahrten als taktisch sicher und nervenstark erweisen, um vom Kommandanten für ein eigenes Boot vorgeschlagen zu werden.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) dokumentiert diese Position eine außergewöhnliche fachliche Qualifikation. Biografien von Kommandanten zeigen fast immer eine vorherige Verwendung als I. W.O. auf einem Frontboot.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Aufgabenverteilung auf Unterseebooten und die Befugnisse des I. W.O.
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens zur taktischen Schulung der I. Wachoffiziere am Torpedovorhalterechner
BArch RM 98 / [Boot-Nummer] Kriegstagebücher, in denen die Leistungen des I. W.O. bei der Ermittlung von Torpedoschussdaten vermerkt sind
Literaturverweise
Rössler, Eberhard: Die Torpedos der deutschen U-Boote (Beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Kommandant und I. W.O. bei der Feuerleitung)
Hessler, Günter: The U-Boat War in the Atlantic (Analyse der Führungsstruktur an Bord und der Rolle des I. W.O. im Geleitzugkrieg)
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, zur Laufbahnstruktur der Seeoffiziere auf U-Booten)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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