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II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die Abteilung wurde im Februar 1940 in Wesermünde (Bremerhaven) aufgestellt und unterstand zunächst der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
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| colspan="3" | Aufstellung: Die Abteilung wurde im Februar 1940 in Wesermünde (Bremerhaven) aufgestellt und unterstand zunächst der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
 
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| colspan="3" | Verlegung: Im Juni 1940 erfolgte der Umzug nach Glückstadt, wo die Abteilung dem 2. Admiral der Ostsee unterstellt wurde.
 
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| colspan="3" | Umbenennungen: Am 01.01.1944 wurde sie in 1. Marinelehrabteilung umbenannt. Nach einer weiteren Verlegung nach Leer in Ostfriesland im September 1944 erhielt sie im Oktober 1944 die Bezeichnung 18. Marine-Ersatz-Abteilung.
 
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| colspan="3" | Das Ende: Das Ende der II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung (zu diesem Zeitpunkt als 18. Marine-Ersatz-Abteilung firmierend) im Jahr 1945 war durch die vollständige Umstellung auf den infanteristischen Erdkampf und die anschließende Gefangennahme durch britische Truppen geprägt.
 
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| colspan="3" | Im Juni 1940 erfolgte der Umzug nach Glückstadt, wo die Abteilung dem 2. Admiral der Ostsee unterstellt wurde.
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| colspan="3" | Fachausbildung: Die Hauptaufgabe war die weiterführende Ausbildung angehender Unteroffiziere, die zuvor ihre Grundausbildung in den Schiffsstammabteilungen abgeschlossen hatten.
 
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| colspan="3" | Am 01.01.1944 wurde sie in 1. Marinelehrabteilung umbenannt. Nach einer weiteren Verlegung nach Leer in Ostfriesland im September 1944 erhielt sie im Oktober 1944 die Bezeichnung 18. Marine-Ersatz-Abteilung.  
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| colspan="3" | Mobilmachung zum Erdkampf: Im Frühjahr 1945 wurde der reguläre Ausbildungsbetrieb für künftige Unteroffiziere der U-Boot-Waffe (wie für den Typ XXI) eingestellt. Die Abteilung wurde als infanteristischer Verband mobilisiert, um den Vormarsch der alliierten Bodentruppen in Nordwestdeutschland aufzuhalten.
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! colspan="3" | Fachausbildung:  
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| colspan="3" | Einsatzraum Leer und Emsland: Die Einheit war im Raum Leer (Ostfriesland) stationiert. Das Personal, vom Ausbilder bis zum Unteroffiziersschüler, wurde in hastig errichteten Verteidigungslinien eingesetzt. Dabei kam es zu verlustreichen Rückzugsgefechten gegen kanadische und britische Einheiten, die von Süden her vorstießen.
 
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| colspan="3" | Eingliederung in die 2. Marine-Infanterie-Division: Teile der Abteilung wurden im Rahmen der personellen „Auskämmung“ der Marine in die 2. Marine-Infanterie-Division eingegliedert. Diese Division sollte die „Festung Emden“ und das umliegende Küstengebiet verteidigen, wurde aber durch die materielle Überlegenheit der Alliierten zerschlagen Lexikon der Wehrmacht: 2. Marine-Infanterie-Division.
 
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| colspan="3" | Die Hauptaufgabe war die weiterführende Ausbildung angehender Unteroffiziere, die zuvor ihre Grundausbildung in den Schiffsstammabteilungen abgeschlossen hatten.
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| colspan="3" | Kapitulation und Gefangenschaft: Mit der Teilkapitulation im Nordraum am 04.05.1945 stellten die Reste der Abteilung die Kampfhandlungen ein. Die Soldaten gerieten in britische Kriegsgefangenschaft und wurden in Lagern im Raum Ostfriesland und Schleswig-Holstein interniert.
 
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| colspan="3" | Personal, das für den Dienst als Maate auf U-Booten vorgesehen war, durchlief hier die notwendigen Qualifikationen in Menschenführung und militärischer Vorgesetztenkunde, bevor sie zu spezifischen Fachlehrgängen (wie dem Nachrichtenlehrgang) kommandiert wurden.
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| colspan="3" | Führungsnachwuchs: Für die U-Boot-Waffe war die II. M.U.L.A. eine wichtige Station für technisches und seemännisches Personal der Nordsee-Station. Hier wurde die Eignung der Männer geprüft, in der extremen Belastungssituation eines U-Bootes eine Gruppe (z. B. im Maschinenraum) zu führen.
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! colspan="3" | Das Ende:
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert der Besuch der II. M.U.L.A. den Übergang vom Mannschaftssoldaten zum Vorgesetzten. Für „Aufsteiger“, die später eine Offizierslaufbahn einschlugen (wie Heinz-Ehlert Clausen), war dies oft eine entscheidende Phase der Bewährung.
 
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| colspan="3" | Das Ende der II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung (zu diesem Zeitpunkt als 18. Marine-Ersatz-Abteilung firmierend) im Jahr 1945 war durch die vollständige Umstellung auf den infanteristischen Erdkampf und die anschließende Gefangennahme durch britische Truppen geprägt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Mobilmachung zum Erdkampf:
 
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| colspan="3" | Im Frühjahr 1945 wurde der reguläre Ausbildungsbetrieb für künftige Unteroffiziere der U-Boot-Waffe (wie für den Typ XXI) eingestellt. Die Abteilung wurde als infanteristischer Verband mobilisiert, um den Vormarsch der alliierten Bodentruppen in Nordwestdeutschland aufzuhalten.
 
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! colspan="3" | Einsatzraum Leer und Emsland:
 
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| colspan="3" | Die Einheit war im Raum Leer (Ostfriesland) stationiert. Das Personal, vom Ausbilder bis zum Unteroffiziersschüler, wurde in hastig errichteten Verteidigungslinien eingesetzt. Dabei kam es zu verlustreichen Rückzugsgefechten gegen kanadische und britische Einheiten, die von Süden her vorstießen.
 
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! colspan="3" | Eingliederung in die 2. Marine-Infanterie-Division:
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.)
 
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Stammrollen und Lehrgangslisten der II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung Wesermünde
 
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| colspan="3" | Teile der Abteilung wurden im Rahmen der personellen „Auskämmung“ der Marine in die 2. Marine-Infanterie-Division eingegliedert. Diese Division sollte die „Festung Emden“ und das umliegende Küstengebiet verteidigen, wurde aber durch die materielle Überlegenheit der Alliierten zerschlagen Lexikon der Wehrmacht: 2. Marine-Infanterie-Division.
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Akten des OKM zur Vereinheitlichung der Unteroffiziersausbildung in der Kriegsmarine
 
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| colspan="3" | Mit der Teilkapitulation im Nordraum am 04.05.1945 stellten die Reste der Abteilung die Kampfhandlungen ein. Die Soldaten gerieten in britische Kriegsgefangenschaft und wurden in Lagern im Raum Ostfriesland und Schleswig-Holstein interniert.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Ausbildung der Unteroffiziere)
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| Bundesarchiv, Signatur RM 11 || colspan="3" | Schiffsstamm- und Ausbildungseinheiten - Enthält Stammrollen und Dokumente zur II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung.
 
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://lexikon-wehrmacht.de/Gliederungen/Marinelehrabteilungen/MLA2.htm| → II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung]
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Lehrabteilungen)
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| Hildebrand, Hans H.: || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur Bedeutung von Wesermünde als Ausbildungsstandort)
 
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 16:30 Uhr

Datenblatt II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung
Die II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung (offiziell oft als 2. Marine-Lehrabteilung bezeichnet) war eine zentrale Ausbildungseinheit der Kriegsmarine, die primär für die fachliche Unteroffiziersausbildung nach der Grundausbildung zuständig war.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Die Abteilung wurde im Februar 1940 in Wesermünde (Bremerhaven) aufgestellt und unterstand zunächst der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
Verlegung: Im Juni 1940 erfolgte der Umzug nach Glückstadt, wo die Abteilung dem 2. Admiral der Ostsee unterstellt wurde.
Umbenennungen: Am 01.01.1944 wurde sie in 1. Marinelehrabteilung umbenannt. Nach einer weiteren Verlegung nach Leer in Ostfriesland im September 1944 erhielt sie im Oktober 1944 die Bezeichnung 18. Marine-Ersatz-Abteilung.
Das Ende: Das Ende der II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung (zu diesem Zeitpunkt als 18. Marine-Ersatz-Abteilung firmierend) im Jahr 1945 war durch die vollständige Umstellung auf den infanteristischen Erdkampf und die anschließende Gefangennahme durch britische Truppen geprägt.
Fachausbildung: Die Hauptaufgabe war die weiterführende Ausbildung angehender Unteroffiziere, die zuvor ihre Grundausbildung in den Schiffsstammabteilungen abgeschlossen hatten.
Einsatz 1945
Mobilmachung zum Erdkampf: Im Frühjahr 1945 wurde der reguläre Ausbildungsbetrieb für künftige Unteroffiziere der U-Boot-Waffe (wie für den Typ XXI) eingestellt. Die Abteilung wurde als infanteristischer Verband mobilisiert, um den Vormarsch der alliierten Bodentruppen in Nordwestdeutschland aufzuhalten.
Einsatzraum Leer und Emsland: Die Einheit war im Raum Leer (Ostfriesland) stationiert. Das Personal, vom Ausbilder bis zum Unteroffiziersschüler, wurde in hastig errichteten Verteidigungslinien eingesetzt. Dabei kam es zu verlustreichen Rückzugsgefechten gegen kanadische und britische Einheiten, die von Süden her vorstießen.
Eingliederung in die 2. Marine-Infanterie-Division: Teile der Abteilung wurden im Rahmen der personellen „Auskämmung“ der Marine in die 2. Marine-Infanterie-Division eingegliedert. Diese Division sollte die „Festung Emden“ und das umliegende Küstengebiet verteidigen, wurde aber durch die materielle Überlegenheit der Alliierten zerschlagen Lexikon der Wehrmacht: 2. Marine-Infanterie-Division.
Kapitulation und Gefangenschaft: Mit der Teilkapitulation im Nordraum am 04.05.1945 stellten die Reste der Abteilung die Kampfhandlungen ein. Die Soldaten gerieten in britische Kriegsgefangenschaft und wurden in Lagern im Raum Ostfriesland und Schleswig-Holstein interniert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungsnachwuchs: Für die U-Boot-Waffe war die II. M.U.L.A. eine wichtige Station für technisches und seemännisches Personal der Nordsee-Station. Hier wurde die Eignung der Männer geprüft, in der extremen Belastungssituation eines U-Bootes eine Gruppe (z. B. im Maschinenraum) zu führen.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert der Besuch der II. M.U.L.A. den Übergang vom Mannschaftssoldaten zum Vorgesetzten. Für „Aufsteiger“, die später eine Offizierslaufbahn einschlugen (wie Heinz-Ehlert Clausen), war dies oft eine entscheidende Phase der Bewährung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.)
BArch RM 121 / 642 Stammrollen und Lehrgangslisten der II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung Wesermünde
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur Vereinheitlichung der Unteroffiziersausbildung in der Kriegsmarine
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Ausbildung der Unteroffiziere)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Lehrabteilungen)
Hildebrand, Hans H.: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur Bedeutung von Wesermünde als Ausbildungsstandort)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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