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Marinedienststelle Boulogne: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Kriegsmarinedienststelle (K.M.D) Boulogne-sur-Mer. Aufgabe der Kriegsmarinedienststellen war u.a. die Bereitstellung von Hilfsschiffen, die Vorbereitung und Durchführung von Truppen und Nachschubtransporten, die Besetzung der Hilfsschiffe mit Personal usw. Diese Dienststelle war vor allem für die Schifffahrt und Transportaufgaben (u. a. für das [[Unternehmen Seelöwe]]) zuständig. Die Kriegsmarinedienststelle (K.M.D.) Boulogne war eine kurzlebige, aber logistisch zentrale Einrichtung.
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| colspan="3" | Die Marinedienststelle Boulogne (zeitweise als Hafenkommandantur oder Seekommandantur Pas-de-Calais geführt) war die verantwortliche Dienststelle für die Organisation des Hafenbetriebs, die Küstenverteidigung und die logistische Unterstützung der im Raum Boulogne stationierten Flottillen. Aufgrund der geografischen Nähe zu England war sie einer der am stärksten umkämpften Stützpunkte der Kriegsmarine im Westraum und ein zentraler Knotenpunkt für die Geleitsicherung im Ärmelkanal.
 
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! colspan="3" | Eckdaten und Aufgaben
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Zeitraum: Bestehen von August 1940 bis Januar 1941.
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| colspan="3" | Aufstellung und Standort: Die Dienststelle wurde unmittelbar nach der Besetzung der Stadt am 25.05.1940 eingerichtet. Sie unterstand operativ dem Kommandierenden Admiral Frankreich (später Marinegruppenkommando West) und truppendienstlich dem Befehlshaber der Sicherung West. Der Hafen von Boulogne diente als Sammelpunkt für die Invasionsflotte des Unternehmens „Seelöwe“ und beherbergte zahlreiche Räum- und Vorpostenflottillen.
 
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| colspan="3" | Aufgaben und Küstensicherung: Zu den Kernaufgaben gehörten die Instandsetzung der Hafenanlagen nach den Kämpfen von 1940, die Leitung des Hafenschutzbootes und die Koordination mit der Marineartillerie (z. B. Batterie „Siegfried“/„Todt“). Die Dienststelle war zudem für die Versorgung der Durchgangsgeleite verantwortlich, die unter ständigem Beschuss durch britische Fernkampfbatterien aus Dover und Angriffen durch Schnellboote standen.
 
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| colspan="3" | Aufgaben: Die Hauptaufgabe lag in der Bereitstellung von Hilfsschiffen sowie der Vorbereitung und Durchführung von Truppen- und Nachschubtransporten.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Nach der alliierten Landung in der Normandie wurde Boulogne zur „Festung“ erklärt. Die Marinedienststelle koordinierte die letzten Sicherungseinsätze, bevor die Stadt im September 1944 von kanadischen Truppen eingeschlossen wurde. Nach schweren Kämpfen kapitulierten die verbliebenen Marineteile am 22.09.1944. Ein Großteil der Hafenanlagen wurde vor der Übergabe planmäßig gesprengt, um sie für den Gegner unbrauchbar zu machen.
 
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| colspan="3" | Struktur: Die K.M.D. unterhielt eine Zweigstelle in Le Havre.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Verbleib: Nach ihrer Auflösung im Januar 1941 wurden die Funktionen vom Kommandanten der Seeverteidigung (Seekommandant) Boulogne übernommen.  
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| colspan="3" | Nothafen und Stützpunkt für Kleinkampfverbände: Obwohl Boulogne kein primärer Frontstützpunkt für schwere U-Boote war, diente der Hafen als wichtiger Nothafen für beschädigte Boote auf dem Marsch durch den Ärmelkanal. In der Spätphase des Krieges ab 1944 war die Dienststelle zudem in die logistische Vorbereitung für den Einsatz von Kleinst-U-Booten (z. B. Typ „Biber“ oder „Molch“) eingebunden.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Geleitwege: Die von Boulogne aus geführten Minensuch- und Räumbootsflottillen hielten die Zwangswege im Ärmelkanal frei. Dies war von entscheidender Bedeutung für U-Boote, die den Kanal als Abkürzung in den Atlantik nutzten oder von den Werften im Osten zu den Frontflottillen in der Biskaya verlegten.
 
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! colspan="3" | Führung (Personalien)
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| colspan="3" | Nachrichten- und Wetterfunk: Die Marinedienststelle betrieb wichtige Nachrichtenstellen, die Wetterdaten und Lageberichte über britische Schiffsbewegungen an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) meldeten. Diese Informationen waren für die Planung von Durchbrüchen durch die Straße von Dover unverzichtbar.
 
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| colspan="3" | Leiter: Chef der K.M.D. Boulogne war Kapitän zur See Friedrich Frisius (ab August 1940).
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Zusätzliche Details
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| B.Arch. RM 45 / 33 || colspan="3" | Akten der Seekommandantur Pas-de-Calais (Enthält die Kriegstagebücher der Marinedienststelle Boulogne und Berichte zur Hafenverteidigung).
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| B.Arch. RM 61 / 12 || colspan="3" | Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Dokumentiert die Unterstellung der in Boulogne stationierten Sicherungsflottillen).
 
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| colspan="3" | Unterstellung: Die K.M.D unterstand fachlich direkt dem Oberkommando der Kriegsmarine (OKM).
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| B.Arch. RM 7 / 2333 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Westraum (Belegt die strategische Planung für den Hafen Boulogne im Rahmen von Unternehmen Seelöwe).
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
| colspan="3" | Infrastruktur: In Boulogne war zudem die Hafenschutzflottille Boulogne stationiert, die eng mit der KMD zusammenarbeitete, um die Transportwege zu sichern.
 
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Hafenkommandanturen in Frankreich).
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 108 || colspan="3" | Kriegsmarinedienststellen - Spezifische Akten der K.M.D. Boulogne unter Frisius.
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Dienststellenleiter im Bereich Boulogne).
 
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| Wikipedia/Deutschland || colspan="3" | → [https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsmarinedienststelle| Marinedienststelle Boulogne]
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, Informationen zu den Hafenschutz- und Sicherungsfahrzeugen im Bereich Pas-de-Calais).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 11:44 Uhr

Datenblatt Marinedienststelle Boulogne
Die Marinedienststelle Boulogne (zeitweise als Hafenkommandantur oder Seekommandantur Pas-de-Calais geführt) war die verantwortliche Dienststelle für die Organisation des Hafenbetriebs, die Küstenverteidigung und die logistische Unterstützung der im Raum Boulogne stationierten Flottillen. Aufgrund der geografischen Nähe zu England war sie einer der am stärksten umkämpften Stützpunkte der Kriegsmarine im Westraum und ein zentraler Knotenpunkt für die Geleitsicherung im Ärmelkanal.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standort: Die Dienststelle wurde unmittelbar nach der Besetzung der Stadt am 25.05.1940 eingerichtet. Sie unterstand operativ dem Kommandierenden Admiral Frankreich (später Marinegruppenkommando West) und truppendienstlich dem Befehlshaber der Sicherung West. Der Hafen von Boulogne diente als Sammelpunkt für die Invasionsflotte des Unternehmens „Seelöwe“ und beherbergte zahlreiche Räum- und Vorpostenflottillen.
Aufgaben und Küstensicherung: Zu den Kernaufgaben gehörten die Instandsetzung der Hafenanlagen nach den Kämpfen von 1940, die Leitung des Hafenschutzbootes und die Koordination mit der Marineartillerie (z. B. Batterie „Siegfried“/„Todt“). Die Dienststelle war zudem für die Versorgung der Durchgangsgeleite verantwortlich, die unter ständigem Beschuss durch britische Fernkampfbatterien aus Dover und Angriffen durch Schnellboote standen.
Das Schicksal bei Kriegsende: Nach der alliierten Landung in der Normandie wurde Boulogne zur „Festung“ erklärt. Die Marinedienststelle koordinierte die letzten Sicherungseinsätze, bevor die Stadt im September 1944 von kanadischen Truppen eingeschlossen wurde. Nach schweren Kämpfen kapitulierten die verbliebenen Marineteile am 22.09.1944. Ein Großteil der Hafenanlagen wurde vor der Übergabe planmäßig gesprengt, um sie für den Gegner unbrauchbar zu machen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nothafen und Stützpunkt für Kleinkampfverbände: Obwohl Boulogne kein primärer Frontstützpunkt für schwere U-Boote war, diente der Hafen als wichtiger Nothafen für beschädigte Boote auf dem Marsch durch den Ärmelkanal. In der Spätphase des Krieges ab 1944 war die Dienststelle zudem in die logistische Vorbereitung für den Einsatz von Kleinst-U-Booten (z. B. Typ „Biber“ oder „Molch“) eingebunden.
Sicherung der Geleitwege: Die von Boulogne aus geführten Minensuch- und Räumbootsflottillen hielten die Zwangswege im Ärmelkanal frei. Dies war von entscheidender Bedeutung für U-Boote, die den Kanal als Abkürzung in den Atlantik nutzten oder von den Werften im Osten zu den Frontflottillen in der Biskaya verlegten.
Nachrichten- und Wetterfunk: Die Marinedienststelle betrieb wichtige Nachrichtenstellen, die Wetterdaten und Lageberichte über britische Schiffsbewegungen an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) meldeten. Diese Informationen waren für die Planung von Durchbrüchen durch die Straße von Dover unverzichtbar.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 45 / 33 Akten der Seekommandantur Pas-de-Calais (Enthält die Kriegstagebücher der Marinedienststelle Boulogne und Berichte zur Hafenverteidigung).
B.Arch. RM 61 / 12 Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Dokumentiert die Unterstellung der in Boulogne stationierten Sicherungsflottillen).
B.Arch. RM 7 / 2333 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Westraum (Belegt die strategische Planung für den Hafen Boulogne im Rahmen von Unternehmen Seelöwe).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Hafenkommandanturen in Frankreich).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Dienststellenleiter im Bereich Boulogne).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, Informationen zu den Hafenschutz- und Sicherungsfahrzeugen im Bereich Pas-de-Calais).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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