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Kompaniedienst: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | In der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine bezeichnete der Kompaniedienst den militärischen Alltag und die Ausbildung innerhalb einer Kompanie an Land, abseits des eigentlichen Borddienstes auf See. Er war das zentrale Element der disziplinarischen und formalen Formung des Soldaten.
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| colspan="3" | Der Kompaniedienst bezeichnete den militärischen Alltag und die Ausbildung innerhalb einer Kompanie an Land, abseits des eigentlichen Borddienstes auf See. Er war das zentrale Element der disziplinarischen und formalen Formung des Soldaten in der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine und bildete das Rückgrat der soldatischen Identität.
 
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| colspan="3" | Der Kompaniedienst umfasste alle Tätigkeiten, die zur Aufrechterhaltung der militärischen Ordnung und Einsatzbereitschaft in der Kaserne notwendig waren. Dazu gehörten:
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| Formaldienst: || colspan="3" | Exerzieren, Marschieren und Ausbildung im militärischen Gruß zur Festigung der Disziplin, die für das Funktionieren auf engstem Raum in U-Booten unerlässlich war.
 
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| colspan="3" | Formaldienst: Das Exerzieren, Marschieren und die Ausbildung im militärischen Gruß. Dies diente der Festigung der Disziplin, die später für das reibungslose Funktionieren auf engstem Raum in U-Booten unerlässlich war.
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| Waffenausbildung: || colspan="3" | Unterricht an Handfeuerwaffen sowie Reinigung und Instandhaltung der persönlichen Ausrüstung und des Koppelzeugs.
 
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| colspan="3" | Waffenausbildung: Der Unterricht an Handfeuerwaffen sowie die Reinigung und Instandhaltung der persönlichen Ausrüstung.
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| Innerer Dienst: || colspan="3" | Stubendurchgänge, Revierreinigung und theoretischer Unterricht in der M.Dv. Nr. 293 (Bordordnung) zur Vermittlung soldatischer Pflichten.
 
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| colspan="3" | Innerer Dienst: Die Stubendurchgänge, die Revierreinigung und der Unterricht in der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung).
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| Appelle: || colspan="3" | Regelmäßige Überprüfung der Vollzähligkeit und des äußeren Erscheinungsbildes (Besichtigung) durch den Divisionsoffizier oder den Kompaniechef.
 
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| colspan="3" | Appelle: Die regelmäßige Überprüfung der Vollzähligkeit und des äußeren Erscheinungsbildes durch den Divisionsoffizier oder den Kompaniechef.
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| Erziehung: || colspan="3" | Rein militärisch-erzieherischer Fokus zur Abgrenzung vom fachlich-technischen Borddienst (z. B. dem Fahrgerät-Lehrgang oder Navigationslehrgang).
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| Landphasen: || colspan="3" | Selbst hochspezialisierte Fachkräfte wie Signalgasten oder Personal der 1. Marine-Nachrichtenabteilung unterlagen an Land dem strengen Reglement des Kompaniedienstes.
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| Bewährung: || colspan="3" | Für Offiziere der Fähnrichskompanie bildete die Leitung des Kompaniedienstes die erste praktische Bewährungsprobe in der Menschenführung.
 
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| colspan="3" | Für Offiziere der Fähnrichskompanie (beispielsweise die Crews der 1920er und 30er Jahre) war die Leitung des Kompaniedienstes die erste praktische Bewährungsprobe in der Menschenführung. Als Divisionsoffizier oder Zugführer in einer Schiffsstammabteilung (wie der I. Schiffsstammabteilung der Ostsee) lernten sie, eine Einheit administrativ zu führen und die Personalreserve militärisch zu festigen. Ein Kommandant musste diesen Dienst beherrschen, um später in den Stützpunkten (wie dem U-Stützpunkt Bergen) die Disziplin seiner Besatzung auch an Land aufrechtzuerhalten.
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| Führungserfahrung: || colspan="3" | Als Zugführer in einer Schiffsstammabteilung (z. B. I. S.D.O.) lernten künftige Kommandanten, eine Einheit administrativ zu führen und die Personalreserve zu festigen.
 
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| Stützpunktdisziplin: || colspan="3" | Die im Kompaniedienst erlernten Standards sicherten die Ordnung der Besatzungen während der Liegezeiten in Basen wie dem [[U-Stützpunkt Bergen]].
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| Integration: || colspan="3" | Vermittlung des Crew-Geistes und der unbedingten Gehorsamspflicht, die bei Wasserbombenverfolgungen oder Havarien überlebenswichtig waren.
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| colspan="3" | Während der Borddienst fachlich-technisch orientiert war (Schnittstelle zum Navigationslehrgang oder Fahrgerät-Lehrgang), war der Kompaniedienst rein militärisch-erzieherisch. Er bildete das Rückgrat der soldatischen Identität. Selbst hochspezialisierte Soldaten wie die Signalgasten oder das Personal der 1. Marine-Nachrichtenabteilung unterlagen in ihren Landphasen dem strengen Reglement des Kompaniedienstes.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen und Schiffsstammabteilungen (Stammrollen und Dienstpläne für den Landdienst).
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über Verwendungen als Kompanieoffizier oder Zugführer in der Ausbildung.
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 11 || colspan="3" | Schiffsstamm-Einheiten. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Enthält Dienstpläne und Richtlinien für den Kompaniedienst in den Stammabteilungen.
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 || colspan="3" | Bordordnung/Innerer Dienst. Das fundamentale Regelwerk für den täglichen Dienstbetrieb.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
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| M.Dv. Nr. 293 || colspan="3" | "Bordordnung für die Kriegsmarine" (Zentrales Regelwerk für den inneren Dienst und die militärische Ordnung).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:11 Uhr

Dienststellung Kompaniedienst
Der Kompaniedienst bezeichnete den militärischen Alltag und die Ausbildung innerhalb einer Kompanie an Land, abseits des eigentlichen Borddienstes auf See. Er war das zentrale Element der disziplinarischen und formalen Formung des Soldaten in der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine und bildete das Rückgrat der soldatischen Identität.
Inhalte und Schwerpunkte des Dienstbetriebs
Formaldienst: Exerzieren, Marschieren und Ausbildung im militärischen Gruß zur Festigung der Disziplin, die für das Funktionieren auf engstem Raum in U-Booten unerlässlich war.
Waffenausbildung: Unterricht an Handfeuerwaffen sowie Reinigung und Instandhaltung der persönlichen Ausrüstung und des Koppelzeugs.
Innerer Dienst: Stubendurchgänge, Revierreinigung und theoretischer Unterricht in der M.Dv. Nr. 293 (Bordordnung) zur Vermittlung soldatischer Pflichten.
Appelle: Regelmäßige Überprüfung der Vollzähligkeit und des äußeren Erscheinungsbildes (Besichtigung) durch den Divisionsoffizier oder den Kompaniechef.
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Erziehung: Rein militärisch-erzieherischer Fokus zur Abgrenzung vom fachlich-technischen Borddienst (z. B. dem Fahrgerät-Lehrgang oder Navigationslehrgang).
Landphasen: Selbst hochspezialisierte Fachkräfte wie Signalgasten oder Personal der 1. Marine-Nachrichtenabteilung unterlagen an Land dem strengen Reglement des Kompaniedienstes.
Bewährung: Für Offiziere der Fähnrichskompanie bildete die Leitung des Kompaniedienstes die erste praktische Bewährungsprobe in der Menschenführung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungserfahrung: Als Zugführer in einer Schiffsstammabteilung (z. B. I. S.D.O.) lernten künftige Kommandanten, eine Einheit administrativ zu führen und die Personalreserve zu festigen.
Stützpunktdisziplin: Die im Kompaniedienst erlernten Standards sicherten die Ordnung der Besatzungen während der Liegezeiten in Basen wie dem U-Stützpunkt Bergen.
Integration: Vermittlung des Crew-Geistes und der unbedingten Gehorsamspflicht, die bei Wasserbombenverfolgungen oder Havarien überlebenswichtig waren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die infanteristische Ausbildung und den Kompaniedienst in der Kriegsmarine.
BArch RM 123 Akten der Marineschulen und Schiffsstammabteilungen (Stammrollen und Dienstpläne für den Landdienst).
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen als Kompanieoffizier oder Zugführer in der Ausbildung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
M.Dv. Nr. 293 "Bordordnung für die Kriegsmarine" (Zentrales Regelwerk für den inneren Dienst und die militärische Ordnung).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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