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12. Vorpostenflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Die 12. Vorpostenflottille war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine, der für den weiträumigen Vorposten- und Geleitdienst in der Deutschen Bucht verantwortlich war. Durch ihre dezentrale Struktur und hohe Präsenz an der Nordseeküste bildete sie einen wesentlichen Schutzschirm für die taktischen Bewegungen der Flotte und die Sicherung der küstennahen Schifffahrtswege.
 
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| colspan="3" | Die Flottille wurde am 26.09.1939 in Wesermünde mobilgemacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Vorpostenverbänden bestand ihr Kern aus 12 Küstenfrachtschiffen, die für den militärischen Sicherungsdienst umgerüstet wurden. Die Einheit unterstand dem Führer der Vorpostenboote Nord.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Mobilmachung am 26.09.1939 in Wesermünde; unterstellt dem Führer der Vorpostenboote Nord (F.d.V. Nord).
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| Einheiten: || colspan="3" | Kern aus 12 umgerüsteten Küstenfrachtschiffen, die für den militärischen Sicherungsdienst mit Flak und Ortungsgerät ausgestattet wurden.
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| Gliederung: || colspan="3" | Aufteilung in acht Gruppen zur effektiven Raumabdeckung; Stützpunkte u. a. in Esbjerg, Hörnum, Tönning, Cuxhaven, Wesermünde, Norderney, Terschelling und Borkum.
 
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| Aufgaben: || colspan="3" | Weiträumiger Vorpostendienst in der Nordsee sowie Geleit- und Minensuchdienst im gesamten Bereich der Deutschen Bucht ab 1940.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Nach der Kapitulation im Mai 1945 geschlossene Übernahme in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) zur Säuberung der Seewege unter britischer Aufsicht.
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| colspan="3" | Vorpostendienst: Zunächst wurde die Flottille zum reinen Vorpostendienst in der Nordsee mit Schwerpunkt Wesermünde eingesetzt.
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| Frachtschiff-Umbau: || colspan="3" | Nutzung ziviler Tonnage (Küstensegler/Dampfer), was eine hohe Seeausdauer bei gleichzeitig geringem Tiefgang für Operationen in Wattenmeer-Gewässern ermöglichte.
 
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| colspan="3" | Geleit- und Minensuchdienst: Ab 1940 erweiterte sich das Aufgabengebiet auf den Geleit- und Minensuchdienst im gesamten Bereich der Deutschen Bucht. Dies war entscheidend für die Sicherung der Auslaufwege der U-Boote.
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| Revierkenntnis: || colspan="3" | Die Besatzungen verfügten über exzellente Kenntnisse der Gezeitenströme und Sandbänke, was die Navigation bei Nacht und Nebel ohne Leuchtfeuer sicherstellte.
 
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| colspan="3" | Dezentrale Struktur: Um das große Seegebiet effektiv zu sichern, wurde die Flottille nach und nach in acht Gruppen aufgeteilt. Diese operierten von zahlreichen Stützpunkten aus, darunter Esbjerg, Hörnum, Tönning, Cuxhaven, Wesermünde, Norderney, Terschelling und Borkum.
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| U-Jagd-Komponente: || colspan="3" | Ausrüstung der Boote mit Wasserbomben-Ablaufbühnen zur aktiven Bekämpfung feindlicher U-Boot-Lauerstellungen in den Mündungsgebieten von Weser und Elbe.
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Die 12. Vorpostenflottille stellte durch ihre weitreichende Präsenz an der gesamten Nordseeküste sicher, dass U-Boote beim Passieren der Küstengewässer und während ihrer Erprobungsphasen vor feindlichen Angriffen und Minen geschützt waren. Die Gruppen in den verschiedenen Stützpunkten koordinierten die lokalen Geleite und hielten die Fahrrinnen für die frontreifen Einheiten frei.
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| Auslaufsicherung: || colspan="3" | Entscheidender Beitrag zur Freihaltung der Fahrrinnen und Zwangswege für auslaufende Frontboote gegen britische Luft- und Seeminen.
 
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| Erprobungsschutz: || colspan="3" | Sicherung der Seegebiete während der technischen Erprobungsphasen neuer Einheiten vor feindlichen Schnellboot-Angriffen und Aufklärern.
 
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! colspan="3" | Das Ende und Nachkriegszeit
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| Lokale Koordination: || colspan="3" | Die dezentralen Gruppen in den Küstenstützpunkten gewährleisteten eine lückenlose Kette an Geleitschutz für Frontboote beim Transit durch das Küstenvorfeld.
 
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| colspan="3" | Nach der Kapitulation im Mai 1945 wurde der verbliebene Rest der Flottille geschlossen in den [[Deutscher Minenräumdienst|Deutschen Minenräumdienst]] (GMSA) übernommen. Aufgrund ihrer detaillierten Revierkenntnisse an der gesamten Nordseeküste leisteten die Schiffe und Besatzungen unter britischer Aufsicht einen wesentlichen Beitrag zur Säuberung der Seewege von Minensperren.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 65 || colspan="3" | Akten der Vorpostenflottillen (Kriegstagebücher und Einsatzberichte der 12. Vp.-Flottille).
 
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| BArch RM 61 || colspan="3" | Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Materielle Ausstattung und personelle Struktur).
 
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Berichte über die Geleitsicherung in der Deutschen Bucht.
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 65 || colspan="3" | Vorpostenflottillen der Kriegsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Enthält die Kriegstagebücher mit den Berichten der einzelnen Gruppen.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sicherungsflott/VFlottillen/12VFlott.htm| → 12. Vorpostenflottille]
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Vorpostenverbände).
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| Lenton, H. T. || colspan="3" | "German Warships of the Second World War" (Details zu umgerüsteten Hilfsschiffen und Vorpostenbooten).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:50 Uhr

Verband 12. Vorpostenflottille
Die 12. Vorpostenflottille war ein zentraler Sicherungsverband der Kriegsmarine, der für den weiträumigen Vorposten- und Geleitdienst in der Deutschen Bucht verantwortlich war. Durch ihre dezentrale Struktur und hohe Präsenz an der Nordseeküste bildete sie einen wesentlichen Schutzschirm für die taktischen Bewegungen der Flotte und die Sicherung der küstennahen Schifffahrtswege.
Aufstellung, Einsatz und Struktur
Aufstellung: Mobilmachung am 26.09.1939 in Wesermünde; unterstellt dem Führer der Vorpostenboote Nord (F.d.V. Nord).
Einheiten: Kern aus 12 umgerüsteten Küstenfrachtschiffen, die für den militärischen Sicherungsdienst mit Flak und Ortungsgerät ausgestattet wurden.
Gliederung: Aufteilung in acht Gruppen zur effektiven Raumabdeckung; Stützpunkte u. a. in Esbjerg, Hörnum, Tönning, Cuxhaven, Wesermünde, Norderney, Terschelling und Borkum.
Aufgaben: Weiträumiger Vorpostendienst in der Nordsee sowie Geleit- und Minensuchdienst im gesamten Bereich der Deutschen Bucht ab 1940.
Ende 1945: Nach der Kapitulation im Mai 1945 geschlossene Übernahme in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) zur Säuberung der Seewege unter britischer Aufsicht.
Spezifische Merkmale & Sicherung
Frachtschiff-Umbau: Nutzung ziviler Tonnage (Küstensegler/Dampfer), was eine hohe Seeausdauer bei gleichzeitig geringem Tiefgang für Operationen in Wattenmeer-Gewässern ermöglichte.
Revierkenntnis: Die Besatzungen verfügten über exzellente Kenntnisse der Gezeitenströme und Sandbänke, was die Navigation bei Nacht und Nebel ohne Leuchtfeuer sicherstellte.
U-Jagd-Komponente: Ausrüstung der Boote mit Wasserbomben-Ablaufbühnen zur aktiven Bekämpfung feindlicher U-Boot-Lauerstellungen in den Mündungsgebieten von Weser und Elbe.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Auslaufsicherung: Entscheidender Beitrag zur Freihaltung der Fahrrinnen und Zwangswege für auslaufende Frontboote gegen britische Luft- und Seeminen.
Erprobungsschutz: Sicherung der Seegebiete während der technischen Erprobungsphasen neuer Einheiten vor feindlichen Schnellboot-Angriffen und Aufklärern.
Lokale Koordination: Die dezentralen Gruppen in den Küstenstützpunkten gewährleisteten eine lückenlose Kette an Geleitschutz für Frontboote beim Transit durch das Küstenvorfeld.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 65 Akten der Vorpostenflottillen (Kriegstagebücher und Einsatzberichte der 12. Vp.-Flottille).
BArch RM 61 Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Materielle Ausstattung und personelle Struktur).
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung: Berichte über die Geleitsicherung in der Deutschen Bucht.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Vorpostenverbände).
Lenton, H. T. "German Warships of the Second World War" (Details zu umgerüsteten Hilfsschiffen und Vorpostenbooten).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132