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1. Minensuchhalbflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! 1. Minensuchhalbflottille
 
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| colspan="3" | Die 1. Minensuchhalbflottille war ein traditionsreicher Verband, dessen Geschichte eng mit der Entwicklung der Minensuchstreitkräfte von der Reichsmarine bis in die frühen Jahre der Kriegsmarine verbunden ist. Die Halbflottille bildete in der Zwischenkriegszeit den Kern der deutschen Minensuchverbände und war maßgeblich an der Erprobung neuer Taktiken und der Ausbildung des Stammpersonals beteiligt.
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| colspan="3" | Die 1. Minensuchhalbflottille war ein traditionsreicher Verband, der den Kern der deutschen Minensuchstreitkräfte in der Zwischenkriegszeit bildete. Sie war maßgeblich an der Räumung der Altlasten des Ersten Weltkriegs sowie an der Erprobung neuer Räumtaktiken beteiligt und diente als personelle Keimzelle für die späteren Sicherungsverbände der Kriegsmarine.
 
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| colspan="3" | Aufstellung und Standort: Die 1. Minensuchhalbflottille wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Rahmen der Neuorganisation der Reichsmarine formiert. Ihr Hauptstützpunkt befand sich über weite Strecken in Pillau (Ostpreußen) und später in Kiel. Sie unterstand dem Befehlshaber der Minensuchboote. Die Einheit war ursprünglich mit den bewährten Flachgehenden Minensuchbooten (F-Booten) und den Minensuchbooten vom Typ 1916 ausgestattet.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formiert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Rahmen der Neuorganisation der Reichsmarine.
 
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| colspan="3" | Aufgaben und Spezialisierung: Die Hauptaufgabe in den 1920er und frühen 1930er Jahren bestand in der Räumung der noch vorhandenen Minensperren aus dem Ersten Weltkrieg in der Ost- und Nordsee. Darüber hinaus diente die Halbflottille als Erprobungsverband für neue Räumgeräte und als Ausbildungsschmiede für Offiziere und Mannschaften. Mit der zunehmenden Aufrüstung ab 1935 bildete sie den Grundstock für die Aufstellung der späteren Minensuchflottillen.
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| Standorte: || colspan="3" | Hauptstützpunkte in Pillau (Ostpreußen) und später in Kiel.
 
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Im Zuge der massiven Expansion der Kriegsmarine wurde die 1. Minensuchhalbflottille am 01.10.1937 zur 1. Minensuchflottille umgegliedert und erweitert. Damit endete die Ära der Halbflottille als eigenständige Bezeichnung. Das Personal und die Boote (wie beispielsweise M 111, M 132 und M 146) wurden direkt in den neuen Verband übernommen, der bei Kriegsausbruch am 01.09.1939 sofort für aktive Sicherungsaufgaben in der Nordsee bereitstand.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Befehlshaber der Minensuchbootsflottillen (B.d.M.).
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| Ausstattung: || colspan="3" | Flachgehende Minensuchboote (F-Boote) und Minensuchboote vom Typ 1916 (z. B. M 111, M 132, M 146).
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| Umgliederung: || colspan="3" | Am 01.10.1937 Erweiterung und Umbenennung zur 1. Minensuchflottille.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Aufgaben & Spezialisierung
 
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| colspan="3" | Sicherung der Ausbildungsgewässer: In ihrer aktiven Zeit in der Ostsee stellte die Halbflottille die Minenfreiheit in den Übungsgebieten sicher, die später für die Unterseeboot-Lehrdivisionen von zentraler Bedeutung waren. Sie schuf die Voraussetzungen für einen gefahrlosen Ausbildungsbetrieb der frühen U-Boot-Crews.
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| Räumdienst: || colspan="3" | Systematische Säuberung der Nord- und Ostsee von Minensperren des Ersten Weltkriegs in den 1920er und frühen 1930er Jahren.
 
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| colspan="3" | Kaderschmiede für Spezialisten: Viele erfahrene Unteroffiziere und Offiziere der 1. Minensuchhalbflottille wechselten später zur U-Boot-Waffe. Die dort erlernten Kenntnisse in der Navigation unter schwierigen Bedingungen und in der Handhabung von Sperrwaffen waren für den Dienst auf U-Booten hochgeschätzt.
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| Erprobung: || colspan="3" | Einsatz als Versuchsverband für neuartige Räumgeräte und taktische Verfahren zur Minenabwehr.
 
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| colspan="3" | Entwicklung von Geleittaktiken: Die bei der Halbflottille entwickelten Verfahren zum Schutz von Schiffseinheiten gegen Unterwassergefahren bildeten eine wichtige taktische Grundlage für die späteren Sicherungsverbände, welche die Front-U-Boote durch die gefährdeten Küstengewässer geleiteten.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Zentrale Schulungsstätte für Offiziere und Mannschaften der Sperrwaffenlaufbahn.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Spezifische Besonderheiten
 
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| B.Arch. RM 69 / 1 || colspan="3" | Kriegstagebuch und Akten der 1. Minensuchflottille (Enthält die Übergabeprotokolle und Berichte aus der Zeit der Umgliederung der Halbflottille).
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| Pillau-Faktor: || colspan="3" | Einzige permanente Sicherungseinheit für den Seeweg nach Ostpreußen während der Korridor-Zeit.
 
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| B.Arch. RM 61 || colspan="3" | Akten des Führers der Minensuchboote (Dokumentiert die organisatorische Entwicklung der Halbflottillen in der Reichsmarine).
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| Tiefgang-Vorteil: || colspan="3" | Einsatz des Typs 1916 mit geringem Tiefgang, ideal für die Küstensicherung und Überwachung flacher Ausbildungsreviere der U-Boot-Waffe.
 
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| B.Arch. RM 20 / 893 || colspan="3" | Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen Sicherungsstreitkräften und der U-Boot-Führung (Belegt die frühen Abstimmungen im Bereich der Küstensicherung).
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| Taktik-Pionier: || colspan="3" | Perfektionierung des Scherdrachen-Räumverfahrens zur Tiefensteuerung der Räumkabel in variablen Wassertiefen.
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| Personalstruktur: || colspan="3" | Hoher Grad an Spezialisierung; personelle Keimzelle für das nautische Führungspersonal der frühen U-Boot-Waffe.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Sicherung der Gewässer: || colspan="3" | Gewährleistung der Minenfreiheit in den Übungsgebieten der Ostsee, was den gefahrlosen Betrieb der späteren Unterseeboot-Lehrdivisionen (U.L.D.) ermöglichte.
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| Kaderschmiede: || colspan="3" | Zahlreiche Spezialisten und Offiziere wechselten von der Halbflottille zur U-Boot-Waffe; ihre nautische Erfahrung in schwierigen Gewässern war dort hochgeschätzt.
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| Taktikgrundlagen: || colspan="3" | Die hier entwickelten Geleitverfahren bildeten die Basis für den Schutz der Front-U-Boote bei der Passage gefährdeter Küstenzonen.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Entwicklung der Minensuchverbände aus der Reichsmarine).
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| BArch RM 69 / 1 || colspan="3" | Kriegstagebuch und Akten der 1. Minensuchflottille (Übergabeprotokolle aus der Zeit der Halbflottille).
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| BArch RM 61 || colspan="3" | Akten des Führers der Minensuchboote (Organisatorische Entwicklung der Halbflottillen).
 
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2, technische Daten zu den Booten des Typs 1916, die den Kern der Halbflottille bildeten).
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| BArch RM 20 / 893 || colspan="3" | Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen Sicherungsstreitkräften und der U-Boot-Führung.
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Flottillenchefs der 1. Minensuchhalbflottille).
 
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über Minensuchverbände).
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| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten zum Typ 1916).
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 15:31 Uhr

Verband 1. Minensuchhalbflottille
Die 1. Minensuchhalbflottille war ein traditionsreicher Verband, der den Kern der deutschen Minensuchstreitkräfte in der Zwischenkriegszeit bildete. Sie war maßgeblich an der Räumung der Altlasten des Ersten Weltkriegs sowie an der Erprobung neuer Räumtaktiken beteiligt und diente als personelle Keimzelle für die späteren Sicherungsverbände der Kriegsmarine.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Formiert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Rahmen der Neuorganisation der Reichsmarine.
Standorte: Hauptstützpunkte in Pillau (Ostpreußen) und später in Kiel.
Unterstellung: Befehlshaber der Minensuchbootsflottillen (B.d.M.).
Ausstattung: Flachgehende Minensuchboote (F-Boote) und Minensuchboote vom Typ 1916 (z. B. M 111, M 132, M 146).
Umgliederung: Am 01.10.1937 Erweiterung und Umbenennung zur 1. Minensuchflottille.
Aufgaben & Spezialisierung
Räumdienst: Systematische Säuberung der Nord- und Ostsee von Minensperren des Ersten Weltkriegs in den 1920er und frühen 1930er Jahren.
Erprobung: Einsatz als Versuchsverband für neuartige Räumgeräte und taktische Verfahren zur Minenabwehr.
Ausbildung: Zentrale Schulungsstätte für Offiziere und Mannschaften der Sperrwaffenlaufbahn.
Spezifische Besonderheiten
Pillau-Faktor: Einzige permanente Sicherungseinheit für den Seeweg nach Ostpreußen während der Korridor-Zeit.
Tiefgang-Vorteil: Einsatz des Typs 1916 mit geringem Tiefgang, ideal für die Küstensicherung und Überwachung flacher Ausbildungsreviere der U-Boot-Waffe.
Taktik-Pionier: Perfektionierung des Scherdrachen-Räumverfahrens zur Tiefensteuerung der Räumkabel in variablen Wassertiefen.
Personalstruktur: Hoher Grad an Spezialisierung; personelle Keimzelle für das nautische Führungspersonal der frühen U-Boot-Waffe.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Gewässer: Gewährleistung der Minenfreiheit in den Übungsgebieten der Ostsee, was den gefahrlosen Betrieb der späteren Unterseeboot-Lehrdivisionen (U.L.D.) ermöglichte.
Kaderschmiede: Zahlreiche Spezialisten und Offiziere wechselten von der Halbflottille zur U-Boot-Waffe; ihre nautische Erfahrung in schwierigen Gewässern war dort hochgeschätzt.
Taktikgrundlagen: Die hier entwickelten Geleitverfahren bildeten die Basis für den Schutz der Front-U-Boote bei der Passage gefährdeter Küstenzonen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 69 / 1 Kriegstagebuch und Akten der 1. Minensuchflottille (Übergabeprotokolle aus der Zeit der Halbflottille).
BArch RM 61 Akten des Führers der Minensuchboote (Organisatorische Entwicklung der Halbflottillen).
BArch RM 20 / 893 Unterlagen zur Zusammenarbeit zwischen Sicherungsstreitkräften und der U-Boot-Führung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel über Minensuchverbände).
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 2, technische Daten zum Typ 1916).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132