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Fliegerschule (See) Parow: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Fliegerschule (See) Parow'''
 
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| colspan="3" | Die Fliegerschule (See) Parow bei Stralsund war eine der ältesten und bedeutendsten Ausbildungseinrichtungen für den maritimen Flugdienst in Deutschland. Sie diente primär der fliegerischen Grund- und Fachausbildung von Flugzeugführern und Beobachtern für Seeflugzeuge. Die Schule stellte das personelle Fundament für die Aufklärungs- und Küstenfliegerverbände dar und war ein zentraler Ort für die Vermittlung nautischer und fliegerischer Kenntnisse über See.
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| colspan="3" | Die Fliegerschule (See) Parow bei Stralsund war eine der bedeutendsten Ausbildungseinrichtungen für den maritimen Flugdienst. Sie diente der fliegerischen Grund- und Fachausbildung von Flugzeugführern und Beobachtern für Seeflugzeuge und stellte das personelle Fundament für die Aufklärungs- und Küstenfliegerverbände dar. Als zentrale Bildungsstätte vermittelte sie essentielle nautische und fliegerische Kenntnisse für den Einsatz über See.
 
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Aufstellung und Standort: Der Standort Parow blickt auf eine Tradition seit dem Ersten Weltkrieg zurück und wurde im Zuge der Aufrüstung ab 1935 massiv ausgebaut. Als Große Fliegerschule (See) unterstand sie dem Luftgaukommando und fachlich der Inspektion der See- und Küstenflieger. Die geographische Lage am Strelasund bot optimale Bedingungen für den Start und die Landung von Schwimmerflugzeugen und Flugbooten wie der Heinkel He 59, He 60 und später der Dornier Do 18.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Standort mit Tradition seit dem Ersten Weltkrieg, ab 1935 massiver Ausbau zur Großen Fliegerschule (See). Unterstellung beim Luftgaukommando und der Inspektion der See- und Küstenflieger.
 
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| colspan="3" | Ausbildungsprofil: Der Fokus lag auf der Ausbildung im instrumentengestützten Flug über See, der maritimen Navigation und dem taktischen Beobachterdienst. Die Schüler lernten das Zusammenwirken mit Überwassereinheiten, die Schiffsidentifizierung sowie die Handhabung der Funk- und Signalmittel. Parow fungierte zudem als Kaderschmiede für das Personal der späteren Seenotstaffeln und Bordfliegergruppen.
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| Ausbildungsprofil: || colspan="3" | Fokus auf instrumentengestütztem Flug über See, maritimer Navigation und taktischem Beobachterdienst. Schulung im Zusammenwirken mit Überwassereinheiten und der Schiffsidentifizierung.
 
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges im Frühjahr 1945 wurde der Schulbetrieb durch Treibstoffmangel und die herannahende Front in Pommern fast vollständig eingestellt. Der Fliegerhorst wurde zum Evakuierungspunkt für Verwundete und Flüchtlinge aus dem Osten. Kurz vor der Besetzung durch sowjetische Truppen am 01.05.1945 wurden die technischen Anlagen unbrauchbar gemacht. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurde das Gelände demontiert und später von der Nationalen Volksarmee (NVA) als Marinestandort weitergenutzt.
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| Flugzeugtypen: || colspan="3" | Einsatz von Schwimmerflugzeugen und Flugbooten wie der Heinkel He 59, He 60 und Dornier Do 18 zur Ausbildung unter realnahen maritimen Bedingungen am Strelasund.
 
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| Kriegsende: || colspan="3" | Einstellung des Schulbetriebs im Frühjahr 1945 durch Treibstoffmangel; Nutzung als Evakuierungspunkt. Unbrauchbarmachung der Anlagen vor der sowjetischen Besetzung am 01.05.1945.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Aufklärung für die U-Boot-Führung: Das in Parow ausgebildete Beobachterpersonal lieferte die fachliche Grundlage für die weitreichende Seeaufklärung. Die präzise Meldung von Schiffspositionen und Geleitzuggrößen durch die in Parow geschulten Flieger war essentiell für die operative Planung des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.).
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| Beobachter-Kader: || colspan="3" | Kaderschmiede für das Personal der Seenotstaffeln und Bordfliegergruppen; Vermittlung von Höchststandards in der Funk- und Signalmittelhandhabung.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Ausbildungsräume: Die von Parow aus operierenden Schul- und Sicherungsstaffeln überwachten die westlichen Ostseezugänge. Sie stellten sicher, dass die Übungsgebiete der Unterseeboot-Lehrdivisionen vor feindlicher Beobachtung geschützt blieben und koordinierten die Seenotrettung bei Havarien von U-Booten während der Ausbildung.
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| Wetterkunde: || colspan="3" | Intensive Schulung in maritimer Meteorologie zur Einschätzung von Sichtweiten und Seegangszuständen für weitreichende Aufklärungsflüge.
 
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| colspan="3" | Gemeinsame Taktikschulung: In den Gewässern vor Parow fanden regelmäßige Übungen zwischen Seefliegern und U-Booten statt, um das gegenseitige Erkennen (Freund-Feind-Kennung) und das taktische Verhalten bei kombinierten Angriffen auf Seeziele zu trainieren.
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| Freund-Feind-Kennung: || colspan="3" | Regelmäßige Übungsprogramme zur optischen Identifikation von Schiffstypen und der korrekten Abgabe von Erkennungssignalen gegenüber eigenen Einheiten.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| B.Arch. RL 9 || colspan="3" | Akten der Ausbildungs- und Lehreinheiten der Luftwaffe (Dokumentiert die Organisationsstruktur und Lehrgangspläne der Schule Parow).
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| Aufklärungsdaten: || colspan="3" | In Parow geschultes Personal lieferte die fachliche Grundlage für präzise Meldungen von Schiffspositionen an den [[Befehlshaber der Unterseeboote|B.d.U.]] zur operativen Planung.
 
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| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die Bedeutung der Seeaufklärerausbildung für die strategische Führung).
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| Raumsicherung: || colspan="3" | Überwachung der westlichen Ostseezugänge durch Schul- und Sicherungsstaffeln zum Schutz der Übungsgebiete der [[1. U-Lehrdivision|1. U.L.D.]] vor feindlicher Beobachtung.
 
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| B.Arch. RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Enthält Bestandslisten der in Parow stationierten Flugzeugtypen).
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| Taktikschulung: || colspan="3" | Durchführung gemeinsamer Übungen zur Koordination kombinierter Angriffe auf Seeziele und zur Sicherstellung der Seenotrettung bei Havarien während der Ausbildung.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel zur Kooperation mit den Luftwaffenverbänden).
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| BArch RL 9 || colspan="3" | Akten der Ausbildungs- und Lehreinheiten der Luftwaffe (Organisationsstruktur und Lehrgangspläne der Schule Parow).
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der gemeinsamen Dienststellen im Ostseeraum).
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Bedeutung der Seeaufklärerausbildung für die strategische Führung).
 
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| Ketley, Barry || colspan="3" | Luftwaffen-Seeflieger 1935–1945. (Detaillierte Darstellung der Ausbildungsstandorte und Einheiten).
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| BArch RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Bestandslisten der stationierten Flugzeugtypen).
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Kooperation mit Luftwaffenverbänden).
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| Ketley, Barry || colspan="3" | "Luftwaffen-Seeflieger 1935–1945" (Darstellung der Ausbildungsstandorte und Einheiten).
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 16:24 Uhr

Ausbildung Fliegerschule (See) Parow
Die Fliegerschule (See) Parow bei Stralsund war eine der bedeutendsten Ausbildungseinrichtungen für den maritimen Flugdienst. Sie diente der fliegerischen Grund- und Fachausbildung von Flugzeugführern und Beobachtern für Seeflugzeuge und stellte das personelle Fundament für die Aufklärungs- und Küstenfliegerverbände dar. Als zentrale Bildungsstätte vermittelte sie essentielle nautische und fliegerische Kenntnisse für den Einsatz über See.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Standort mit Tradition seit dem Ersten Weltkrieg, ab 1935 massiver Ausbau zur Großen Fliegerschule (See). Unterstellung beim Luftgaukommando und der Inspektion der See- und Küstenflieger.
Ausbildungsprofil: Fokus auf instrumentengestütztem Flug über See, maritimer Navigation und taktischem Beobachterdienst. Schulung im Zusammenwirken mit Überwassereinheiten und der Schiffsidentifizierung.
Flugzeugtypen: Einsatz von Schwimmerflugzeugen und Flugbooten wie der Heinkel He 59, He 60 und Dornier Do 18 zur Ausbildung unter realnahen maritimen Bedingungen am Strelasund.
Kriegsende: Einstellung des Schulbetriebs im Frühjahr 1945 durch Treibstoffmangel; Nutzung als Evakuierungspunkt. Unbrauchbarmachung der Anlagen vor der sowjetischen Besetzung am 01.05.1945.
Spezifische Merkmale & Taktik
Beobachter-Kader: Kaderschmiede für das Personal der Seenotstaffeln und Bordfliegergruppen; Vermittlung von Höchststandards in der Funk- und Signalmittelhandhabung.
Wetterkunde: Intensive Schulung in maritimer Meteorologie zur Einschätzung von Sichtweiten und Seegangszuständen für weitreichende Aufklärungsflüge.
Freund-Feind-Kennung: Regelmäßige Übungsprogramme zur optischen Identifikation von Schiffstypen und der korrekten Abgabe von Erkennungssignalen gegenüber eigenen Einheiten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Aufklärungsdaten: In Parow geschultes Personal lieferte die fachliche Grundlage für präzise Meldungen von Schiffspositionen an den B.d.U. zur operativen Planung.
Raumsicherung: Überwachung der westlichen Ostseezugänge durch Schul- und Sicherungsstaffeln zum Schutz der Übungsgebiete der 1. U.L.D. vor feindlicher Beobachtung.
Taktikschulung: Durchführung gemeinsamer Übungen zur Koordination kombinierter Angriffe auf Seeziele und zur Sicherstellung der Seenotrettung bei Havarien während der Ausbildung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 9 Akten der Ausbildungs- und Lehreinheiten der Luftwaffe (Organisationsstruktur und Lehrgangspläne der Schule Parow).
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Bedeutung der Seeaufklärerausbildung für die strategische Führung).
BArch RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Bestandslisten der stationierten Flugzeugtypen).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Kooperation mit Luftwaffenverbänden).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945" (Gemeinsame Dienststellen).
Ketley, Barry "Luftwaffen-Seeflieger 1935–1945" (Darstellung der Ausbildungsstandorte und Einheiten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132