Aktionen

Unternehmen Seelöwe: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 2: Zeile 2:
 
|-
 
|-
 
| || colspan="3" |
 
| || colspan="3" |
 +
 
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed;"
 
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed;"
 
|-
 
|-
Zeile 7: Zeile 8:
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Operation
 
! '''Unternehmen Seelöwe'''
 
! '''Unternehmen Seelöwe'''
 
|-
 
|-
Zeile 14: Zeile 15:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Unternehmen Seelöwe war der Deckname für die geplante, aber nie ausgeführte Invasion Großbritanniens durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1940. Nach dem Sieg über Frankreich sollte eine amphibische Landung an der englischen Südküste die Entscheidung im Krieg gegen das Vereinigte Königreich herbeiführen. Die Kriegsmarine war dabei für den Transport der Invasionsarmee und die Sicherung der Überfahrtswege verantwortlich. Das Unternehmen wurde aufgrund der fehlenden Luftherrschaft und mangelnder Transportkapazitäten mehrfach verschoben und schließlich am 12.10.1940 auf unbestimmte Zeit vertagt.
+
| colspan="3" | Unternehmen Seelöwe war der Deckname für die geplante, aber nie ausgeführte Invasion Großbritanniens im Jahr 1940. Nach dem Sieg über Frankreich sollte eine amphibische Landung an der englischen Südküste die Entscheidung herbeiführen. Die Kriegsmarine war für den Transport der Invasionsarmee und die Sicherung der Überfahrtswege verantwortlich.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 24: Zeile 25:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Operative Planung: Die Leitung der maritimen Operation lag beim Oberkommando der Marine (O.K.M.) unter Großadmiral Erich Raeder. Geplant war die Überquerung des Ärmelkanals an der schmalsten Stelle (Bereich Pas-de-Calais). Hierfür wurden hunderte Binnenschiffe, Schlepper und Fischereifahrzeuge in den Häfen von Boulogne, Calais, Dünkirchen und Ostende zusammengezogen und für Landungszwecke umgebaut.
+
| Operative Planung: || colspan="3" | Leitung durch das O.K.M. unter Großadmiral Raeder. Geplant war die Überquerung des Ärmelkanals (Pas-de-Calais). Hunderte Binnenschiffe, Schlepper und Fischereifahrzeuge wurden in Häfen wie Calais, Dünkirchen und Ostende zusammengezogen und provisorisch für Landungszwecke umgebaut.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Voraussetzungen: Die Kriegsmarine forderte als Grundvoraussetzung für die Landung die absolute Luftherrschaft der Luftwaffe über dem Kanal sowie die weitgehende Ausschaltung der britischen Royal Navy durch weiträumige Minensperren und U-Boot-Sperrgürtel an beiden Enden des Ärmelkanals.
+
| Voraussetzungen: || colspan="3" | Die Marine forderte zwingend die absolute Luftherrschaft der Luftwaffe über dem Kanal sowie die Ausschaltung der Royal Navy durch Minensperren und U-Boot-Sperrgürtel.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Abbruch: Da die Luftwaffe in der "Schlacht um England" keine dauerhafte Luftüberlegenheit erzielen konnte und die Verluste unter den Invasionsflotten in den französischen Häfen durch britische Luftangriffe zunahmen, wurde das Unternehmen faktisch aufgegeben. Das Personal und die Schiffe wurden in der Folgezeit für andere Sicherungsaufgaben (Minensuch- und Vorpostenflottillen) umgegliedert.
+
| Abbruch: || colspan="3" | Aufgrund fehlender Luftüberlegenheit in der "Schlacht um England" und mangelnder Transportkapazitäten wurde die Operation am 12.10.1940 auf unbestimmte Zeit vertagt. Das Personal wurde in Minensuch- und Vorpostenflottillen umgegliedert.
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 36: Zeile 39:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Sperrung der Seewege: Der Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) plante, fast alle verfügbaren Front-U-Boote zur Absicherung der Landungsflotte einzusetzen. Sie sollten an den westlichen und östlichen Ausgängen des Ärmelkanals patrouillieren, um Vorstöße der Royal Navy gegen die Landungszonen abzuriegeln.
+
| Sperrung der Seewege: || colspan="3" | Der B.d.U. plante den massiven Einsatz fast aller Front-U-Boote zur Abriegelung des Ärmelkanals gegen Vorstöße der britischen Flotte.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Einschränkung des Handelskrieges: Während der Vorbereitungsphase von Seelöwe mussten zahlreiche U-Boote vom freien Handelskrieg im Atlantik abgezogen werden, um für Sicherungsaufgaben im Küstenvorfeld bereitzustehen. Dies führte zu einer kurzzeitigen Entlastung der alliierten Geleitzüge.
+
| Strategische Folgen: || colspan="3" | Für die Vorbereitungen mussten zahlreiche Boote vom Handelskrieg im Atlantik abgezogen werden. Dies führte zu einer kurzzeitigen Entlastung der alliierten Geleitzüge (die sog. "Sicherungspause").
 
|-
 
|-
| colspan="3" | U-Boot-Abwehrschulung: Im Rahmen der Vorbereitungen wurden die Invasionsflotten intensiv im Schutz gegen feindliche U-Boote geschult, wobei Übungs-U-Boote der Lehrdivisionen als Zieldarsteller fungierten, um die Abwehrtaktiken der Sicherungsfahrzeuge zu optimieren.
+
| U-Abwehrschulung: || colspan="3" | Im Rahmen der Vorbereitungen trainierten Sicherungsfahrzeuge der Invasionsflotte intensiv mit Übungs-U-Booten der Lehrdivisionen, um Abwehrtaktiken gegen feindliche U-Boote zu optimieren.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
|-
 
| ||
 
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 7 / 705 || colspan="3" | Operationsakten zum Unternehmen Seelöwe (Enthält die detaillierten Aufmarschpläne und Befehle der Seekriegsleitung).
+
| ||  
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 7 / 2333 || colspan="3" | Unterlagen zum Westraum 1940 (Dokumentiert die logistische Bereitstellung in den französischen Häfen).
+
| BArch RM 7 || colspan="3" | Akten der Seekriegsleitung zur Planung und Vorbereitung der Landungsflotte für Seelöwe
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 20 / 893 || colspan="3" | Weisungen des B.d.U. für die Zusammenarbeit bei Invasionsunternehmungen.
+
| BArch RM 87 || colspan="3" | Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote zum geplanten Sperreinsatz der U-Boot-Waffe im Kanal
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 60: Zeile 61:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band II, Kapitel über strategische Großoperationen).
+
| Schenk, Peter || colspan="3" | "Landung in England: Das Unternehmen Seelöwe 1940" (Standardwerk zur maritimen Planung und den Umbauarbeiten an den Landungsfahrzeugen)
|-
 
| Klee, Karl || colspan="3" | Das Unternehmen „Seelöwe“. Die geplante Landung in England 1940. (Standardwerk zur militärischen Planung).
 
|-
 
| Schenk, Peter || colspan="3" | Landung in England. Das Unternehmen „Seelöwe“ 1940.
 
 
|-
 
|-
 +
| Kieser, Egbert || colspan="3" | "Unternehmen Seelöwe: Die geplante Invasion in England 1940" (Umfassende Darstellung der strategischen Gesamtlage)
 +
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" |
 
! colspan="3" |
Zeile 74: Zeile 73:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
|-
 
|-
 
|}
 
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 15:16 Uhr

Operation Unternehmen Seelöwe
Unternehmen Seelöwe war der Deckname für die geplante, aber nie ausgeführte Invasion Großbritanniens im Jahr 1940. Nach dem Sieg über Frankreich sollte eine amphibische Landung an der englischen Südküste die Entscheidung herbeiführen. Die Kriegsmarine war für den Transport der Invasionsarmee und die Sicherung der Überfahrtswege verantwortlich.
Historischer Kontext & Organisation
Operative Planung: Leitung durch das O.K.M. unter Großadmiral Raeder. Geplant war die Überquerung des Ärmelkanals (Pas-de-Calais). Hunderte Binnenschiffe, Schlepper und Fischereifahrzeuge wurden in Häfen wie Calais, Dünkirchen und Ostende zusammengezogen und provisorisch für Landungszwecke umgebaut.
Voraussetzungen: Die Marine forderte zwingend die absolute Luftherrschaft der Luftwaffe über dem Kanal sowie die Ausschaltung der Royal Navy durch Minensperren und U-Boot-Sperrgürtel.
Abbruch: Aufgrund fehlender Luftüberlegenheit in der "Schlacht um England" und mangelnder Transportkapazitäten wurde die Operation am 12.10.1940 auf unbestimmte Zeit vertagt. Das Personal wurde in Minensuch- und Vorpostenflottillen umgegliedert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sperrung der Seewege: Der B.d.U. plante den massiven Einsatz fast aller Front-U-Boote zur Abriegelung des Ärmelkanals gegen Vorstöße der britischen Flotte.
Strategische Folgen: Für die Vorbereitungen mussten zahlreiche Boote vom Handelskrieg im Atlantik abgezogen werden. Dies führte zu einer kurzzeitigen Entlastung der alliierten Geleitzüge (die sog. "Sicherungspause").
U-Abwehrschulung: Im Rahmen der Vorbereitungen trainierten Sicherungsfahrzeuge der Invasionsflotte intensiv mit Übungs-U-Booten der Lehrdivisionen, um Abwehrtaktiken gegen feindliche U-Boote zu optimieren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Akten der Seekriegsleitung zur Planung und Vorbereitung der Landungsflotte für Seelöwe
BArch RM 87 Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote zum geplanten Sperreinsatz der U-Boot-Waffe im Kanal
Literaturverweise
Schenk, Peter "Landung in England: Das Unternehmen Seelöwe 1940" (Standardwerk zur maritimen Planung und den Umbauarbeiten an den Landungsfahrzeugen)
Kieser, Egbert "Unternehmen Seelöwe: Die geplante Invasion in England 1940" (Umfassende Darstellung der strategischen Gesamtlage)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132