Aktionen

X. Flottille MAS: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 15: Zeile 15:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die Decima Flottiglia MAS (deutsch X. MAS-Flottille; zunächst offiziell 10 Flottiglia MAS, später X Flottiglia MAS, kurz 10 MAS oder X MAS) war eine Spezialeinheit der italienischen Marine im Zweiten Weltkrieg.
+
| colspan="3" | Die X. Flottille MAS (Decima MAS) war das italienische Vorbild für das spätere deutsche Kommando der Kleinkampfmittel und gilt als eine der erfolgreichsten Spezialeinheiten des Seekrieges.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die Abkürzung MAS stand in der Marine in der Regel für Motoscafo Armato Silurante, einen mit Torpedos ausgerüsteten Motorboottyp, der bei verschiedenen MAS-Flottillen eingesetzt wurde. Bei 10 Flottiglia MAS handelte es sich jedoch um einen Decknamen, da die Einheit in erster Linie mit Sprengbooten und bemannten Torpedos ausgerüstet war. In diesem Fall stand MAS auch für mezzi d’assalto oder Kleinkampfmittel.
+
| ||
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
| colspan="3" | Entstehung: Hervorgegangen aus der „1. Flottiglia MAS“. Aufgrund der Geheimhaltung wurde sie am 15.03.1941 offiziell in X. Flottiglia MAS umbenannt.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Funktion: Eliteeinheit für asymmetrische Seekriegsführung.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Mezzi d’assalto (MAS): Wie du richtig anmerkst, stand die Abkürzung hier als Deckname für Kleinkampfmittel.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Waffensysteme: Bemannte Torpedos (SLC, genannt Maiale / Schwein), Sprengboote (MT), Kleinst-U-Boote (Klasse CA und CB) sowie Kampfschwimmer (Gamma-Gruppe).
 +
|-
 +
| colspan="3" | Herausragende Operation: Der Angriff auf Alexandria (19.12.1941), bei dem die britischen Schlachtschiffe Queen Elizabeth und Valiant durch SLCs im Hafen versenkt wurden.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Ende: Nach dem Waffenstillstand Italiens (08.09.1943) spaltete sich die Einheit. Ein Teil kämpfte unter Junio Valerio Borghese auf deutscher Seite in der Republik von Salò weiter.  
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | In den ersten Kriegsmonaten verzeichnete die Decima MAS im Mittelmeer bei verschiedenen erfolglosen Einsätzen Verluste. Im weiteren Verlauf gelang es ihr bis September 1943, fünf Kriegsschiffe und 20 andere Schiffe außer Gefecht zu setzen. Bedeutend war insbesondere der Angriff auf Alexandria in der Nacht vom 18. auf den 19.12.1941, dem unter anderem zwei britische Schlachtschiffe zum Opfer fielen. Weitere Erfolge erzielte eine kleinere, aus der Decima MAS entstandene Spezialeinheit im Schwarzen Meer.
+
| colspan="3" | Mutterschiffe: Die X. MAS arbeitete eng mit der italienischen U-Boot-Waffe zusammen. Speziell umgebaute U-Boote (z. B. die Scirè) dienten als Transporter für die bemannten Torpedos bis kurz vor die feindlichen Häfen (Gibraltar, Alexandria).
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Nach dem Waffenstillstand von Cassibile und der folgenden Besetzung Italiens durch deutsche Truppen kam es im September 1943 zu einer traumatischen Spaltung der Flottille. In der unter deutschem Schutz stehenden Italienischen Sozialrepublik kämpfte ein als X Flottiglia MAS bezeichneter Großverband unter Junio Valerio Borghese bis Kriegsende an der Seite der Wehrmacht weiter.
+
| colspan="3" | Deutsches Vorbild: Die Erfolge der X. MAS (insbes. in Gibraltar) beeindruckten die deutsche Seekriegsleitung so stark, dass sie als direkte Blaupause für die Gründung der deutschen Kleinkampfverbände im Jahr 1944 dienten.
 +
|-
 +
| colspan="3" | Stützpunkt La Spezia: Hier fand ein reger Austausch zwischen deutschen Verbindungsoffizieren und der X. MAS statt, um die Technik der Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote zu studieren.weiter.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]
 
|-
 
|-
 
| ||  
 
| ||  
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenangabe
+
| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung. Enthält detaillierte Berichte der deutschen V.O.s über die Einsätze der X. MAS im Mittelmeer.
 +
|-
 +
| BArch RM 111 || colspan="3" | Kleinkampfverbände. Dokumentiert den Technologietransfer von Italien nach Deutschland.
 +
|-
 +
| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Werdegänge deutscher Offiziere, die bei der X. MAS in Italien geschult wurden.
 +
|-
 +
| ||
 +
|-
 +
! colspan="3" | Literaturverweise
 
|-
 
|-
| ||  
+
| ||
 +
|-
 +
| Marinedienstvorschrift Nr. 32 || colspan="3" | Bestimmungen für die personelle Verwaltung
 +
|-
 +
| Junio Valerio Borghese || colspan="3" | Die Unterwasser-Pioniere. X. Flottiglia MAS. (Erlebnisbericht des Kommandeurs).
 +
|-
 +
| Lawrence Paterson || colspan="3" | Waffen der Verzweiflung. (Kapitel über die italienischen Vorbilder der deutschen K-Verbände).
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aus Wikipedia/Deutschland [https://de.wikipedia.org/wiki/Decima_Flottiglia_MAS | → X. Flottille MAS]
+
| V.E. Tarrant || colspan="3" | The Last Year of the Kriegsmarine. (Details zur Zusammenarbeit in der Adria 1944/45).
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||

Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 12:28 Uhr

Datenblatt X. Flottille MAS
Die X. Flottille MAS (Decima MAS) war das italienische Vorbild für das spätere deutsche Kommando der Kleinkampfmittel und gilt als eine der erfolgreichsten Spezialeinheiten des Seekrieges.
Entstehung, Funktion und Ende
Entstehung: Hervorgegangen aus der „1. Flottiglia MAS“. Aufgrund der Geheimhaltung wurde sie am 15.03.1941 offiziell in X. Flottiglia MAS umbenannt.
Funktion: Eliteeinheit für asymmetrische Seekriegsführung.
Mezzi d’assalto (MAS): Wie du richtig anmerkst, stand die Abkürzung hier als Deckname für Kleinkampfmittel.
Waffensysteme: Bemannte Torpedos (SLC, genannt Maiale / Schwein), Sprengboote (MT), Kleinst-U-Boote (Klasse CA und CB) sowie Kampfschwimmer (Gamma-Gruppe).
Herausragende Operation: Der Angriff auf Alexandria (19.12.1941), bei dem die britischen Schlachtschiffe Queen Elizabeth und Valiant durch SLCs im Hafen versenkt wurden.
Ende: Nach dem Waffenstillstand Italiens (08.09.1943) spaltete sich die Einheit. Ein Teil kämpfte unter Junio Valerio Borghese auf deutscher Seite in der Republik von Salò weiter.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Mutterschiffe: Die X. MAS arbeitete eng mit der italienischen U-Boot-Waffe zusammen. Speziell umgebaute U-Boote (z. B. die Scirè) dienten als Transporter für die bemannten Torpedos bis kurz vor die feindlichen Häfen (Gibraltar, Alexandria).
Deutsches Vorbild: Die Erfolge der X. MAS (insbes. in Gibraltar) beeindruckten die deutsche Seekriegsleitung so stark, dass sie als direkte Blaupause für die Gründung der deutschen Kleinkampfverbände im Jahr 1944 dienten.
Stützpunkt La Spezia: Hier fand ein reger Austausch zwischen deutschen Verbindungsoffizieren und der X. MAS statt, um die Technik der Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote zu studieren.weiter.
Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung. Enthält detaillierte Berichte der deutschen V.O.s über die Einsätze der X. MAS im Mittelmeer.
BArch RM 111 Kleinkampfverbände. Dokumentiert den Technologietransfer von Italien nach Deutschland.
BArch PERS 6 Personalakten. Werdegänge deutscher Offiziere, die bei der X. MAS in Italien geschult wurden.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung
Junio Valerio Borghese Die Unterwasser-Pioniere. X. Flottiglia MAS. (Erlebnisbericht des Kommandeurs).
Lawrence Paterson Waffen der Verzweiflung. (Kapitel über die italienischen Vorbilder der deutschen K-Verbände).
V.E. Tarrant The Last Year of the Kriegsmarine. (Details zur Zusammenarbeit in der Adria 1944/45).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132