I. Wachoffizier: Unterschied zwischen den Versionen
Aus U-Boot-Archiv Wiki
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| − | ! colspan="3" | | + | ! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation |
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| − | | colspan="3" | | + | | colspan="3" | Anfang: Die Dienststellung wurde mit der Indienststellung jedes Frontbootes besetzt. In der Regel handelte es sich um einen Oberleutnant zur See mit mehrjähriger Fronterfahrung. |
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| − | | | | + | | colspan="3" | Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Gefecht: |
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| − | + | | colspan="3" | Während eines Angriffs war der Erste Wachoffizier für die wichtigste Waffe des Bootes zuständig: die Torpedos. Er fungierte als Torpedo-Offizier und bediente den Torpedorechner im Turm. Er gab die vom Kommandanten am Sehrohr oder per Sicht ermittelten Daten wie Entfernung, Geschwindigkeit und Lage-Winkel in den Rechner ein und war für das scharfe Machen und Abfeuern der Rohre verantwortlich. Bei Überwasserangriffen bei Nacht war er oft derjenige, der auf der Brücke die Zieloptik (UZO) bediente, während der Kommandant die taktische Gesamtlage im Auge behielt. | |
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| − | | | | + | | colspan="3" | Aufgaben im täglichen Dienst: |
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| colspan="3" | An Land und während der Marschfahrt war der Erste Wachoffizier der Personalchef des Bootes. Er erstellte die Wachtabellen und den Dienstplan. Er war für die Disziplin an Bord verantwortlich und sorgte dafür, dass die Befehle des Kommandanten bis in den letzten Winkel des Bootes umgesetzt wurden. Eine seiner kritischsten Aufgaben war die Überwachung der Lasten, also der Vorräte und der Munition. Er musste sicherstellen, dass das Gewicht der verbrauchten Lebensmittel und Granaten durch den Leitenden Ingenieur korrekt beim Trimming des Bootes berücksichtigt wurde, um die Stabilität nicht zu gefährden. | | colspan="3" | An Land und während der Marschfahrt war der Erste Wachoffizier der Personalchef des Bootes. Er erstellte die Wachtabellen und den Dienstplan. Er war für die Disziplin an Bord verantwortlich und sorgte dafür, dass die Befehle des Kommandanten bis in den letzten Winkel des Bootes umgesetzt wurden. Eine seiner kritischsten Aufgaben war die Überwachung der Lasten, also der Vorräte und der Munition. Er musste sicherstellen, dass das Gewicht der verbrauchten Lebensmittel und Granaten durch den Leitenden Ingenieur korrekt beim Trimming des Bootes berücksichtigt wurde, um die Stabilität nicht zu gefährden. | ||
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| − | | | + | | colspan="3" | Ausbildung und Qualifikation: |
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| colspan="3" | Um Erster Wachoffizier zu werden, musste ein Offizier nach seiner allgemeinen Ausbildung an der Marineschule Mürwik und dem Torpedolehrgang meist eine oder mehrere Feindfahrten als Zweiter Wachoffizier absolviert haben. Er musste beweisen, dass er das Vertrauen der Männer besaß und in der Lage war, das Boot im Falle eines Ausfalls des Kommandanten sicher nach Hause zu führen. Viele Erste Wachoffiziere wurden nach zwei oder drei erfolgreichen Fahrten zum Kommandanten-Lehrgang nach Memel kommandiert. | | colspan="3" | Um Erster Wachoffizier zu werden, musste ein Offizier nach seiner allgemeinen Ausbildung an der Marineschule Mürwik und dem Torpedolehrgang meist eine oder mehrere Feindfahrten als Zweiter Wachoffizier absolviert haben. Er musste beweisen, dass er das Vertrauen der Männer besaß und in der Lage war, das Boot im Falle eines Ausfalls des Kommandanten sicher nach Hause zu führen. Viele Erste Wachoffiziere wurden nach zwei oder drei erfolgreichen Fahrten zum Kommandanten-Lehrgang nach Memel kommandiert. | ||
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| − | | | + | | colspan="3" | Er hatte zusammengefaßt folgende Aufgaben: |
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| colspan="3" | Führer der Ersten Seewache. | | colspan="3" | Führer der Ersten Seewache. | ||
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| − | | || | + | ! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe |
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| + | | colspan="3" | Torpedo-Offizier: Die wichtigste taktische Aufgabe des I. W.O. war die Rolle des Torpedo-Offiziers. Bei Überwasserangriffen (Nachtangriffen) ermittelte er über das U-Boot-Zieloptik (UZO) auf der Brücke die Angriffsdaten (Gegnerkurs, Lage, Geschwindigkeit) und bediente den Torpedovorhalterechner. | ||
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| + | | colspan="3" | Ausbildung zum Kommandanten: Die Dienstzeit als I. W.O. galt als die "Meisterprüfung". Ein Offizier musste sich hier in mehreren Feindfahrten als taktisch sicher und nervenstark erweisen, um vom Kommandanten zur Beförderung vorgeschlagen zu werden. | ||
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| + | | colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen belegt diese Position eine außergewöhnliche fachliche Qualifikation. Biografien von Kommandanten zeigen fast immer eine vorherige Verwendung als I. W.O. auf einem Frontboot. | ||
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| − | ! colspan="3" | | + | ! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche] |
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| − | | | + | | BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Aufgabenverteilung auf Unterseebooten und die Befugnisse des I. W.O. |
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| − | | | + | | BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens zur taktischen Schulung der I. Wachoffiziere am Torpedovorhalterechner. |
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| − | + | ! colspan="3" | Literaturverweise | |
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| + | | Rössler, Eberhard || colspan="3" | Die Torpedos der deutschen U-Boote. (Beschreibt detailliert die Zusammenarbeit zwischen Kommandant und I. W.O. bei der Feuerleitung). | ||
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| + | | Hessler, Günter || colspan="3" | The U-Boat War in the Atlantic. (Analyse der Führungsstruktur an Bord und der Rolle des I. W.O. im Geleitzugkrieg). | ||
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| + | | Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, zur Laufbahnstruktur der Seeoffiziere auf U-Booten). | ||
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Version vom 8. Februar 2026, 19:21 Uhr
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