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Schiffsartillerieschule: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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| || colspan="3" | !!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten [[Anmerkungen für Kriegsschiffe|Klick hier → Anmerkungen für Kriegsschiffe]] !!!
  
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! '''Schiffsartillerieschule (S.A.S.)'''
 
! '''Schiffsartillerieschule (S.A.S.)'''
 
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| colspan="3" | Die Schiffsartillerieschule war die zentrale Ausbildungseinrichtung der Kriegsmarine für alle Fragen der artilleristischen Kriegsführung auf See. Sie war verantwortlich für die Schulung des Personals an den Schiffsgeschützen sowie für die Entwicklung neuer Schießverfahren. Die Wurzeln der Einrichtung reichen bis in die Kaiserliche Marine zurück, doch die Geburtsstunde der modernen Schiffsartillerieschule in der Form, wie sie die Crew 1937 und Crew 1938 erlebte, liegt im Jahr 1920.
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| colspan="3" | Die Schiffsartillerieschule war die zentrale Lehr- und Versuchseinrichtung der Kriegsmarine für die bordgestützte Artillerie. Sie bildete Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in der Handhabung aller Bordwaffen aus – von der leichten Flugabwehr bis zur schweren Seeziel-Artillerie.
 
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! colspan="3" | Standorte und Entwicklung
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Die Schule hatte ihren Hauptsitz ursprünglich in Kiel-Wik. Aufgrund des Platzmangels und der intensiveren Ausbildungserfordernisse wurde der Lehrbetrieb für die Seeziel-Artillerie im Jahr 1937 nach Kappeln an der Schlei (Ortsteil Ellenberg) verlegt. Dort entstanden umfangreiche Kasernenanlagen und Übungsplätze. Ein weiterer wichtiger Standort war Saßnitz auf Rügen, wo vor allem die Ausbildung an der leichten Artillerie und der Flugabwehr für Schiffsbesatzungen stattfand. Die Schule unterstand der Inspektion der Marineartillerie.
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| Standorte: || colspan="3" | Ursprünglich in Kiel-Wik beheimatet, wurde der Lehrbetrieb für Seeziel-Artillerie 1937 nach Kappeln an der Schlei (Ellenberg) verlegt. Ein weiterer Hauptstandort war Saßnitz auf Rügen (Leichte Artillerie/Flak).
 
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| Unterstellung: || colspan="3" | Die S.A.S. unterstand der Inspektion der Marineartillerie. Mit Kriegsbeginn am 01.09.1939 wurde die Ausbildung gestrafft und der Fokus zunehmend von der Seeziel-Bekämpfung auf die Flugabwehr verschoben.
 
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! colspan="3" | Aufgaben und Lehrgänge
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| Das Ende: || colspan="3" | Mit der Gesamtkapitulation am 08.05.1945 endete der Schulbetrieb. In der Endphase wurde das Personal in Kappeln in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert, während Saßnitz durch Luftangriffe und den sowjetischen Vormarsch verloren ging.
 
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| colspan="3" | Die Schiffsartillerieschule bildete Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in der Handhabung der Bordkanonen aus. Für die Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 war der Artillerieoffizierslehrgang ein fester Bestandteil ihrer Ausbildung. Hier lernten sie die mathematischen Grundlagen der Feuerleitung, die Bedienung der optischen Entfernungsmesser und die taktische Führung eines Feuergefechts. Die Mannschaften wurden als Geschützführer oder Richtkanoniere an den verschiedenen Kalibern geschult, wobei das Training am 8,8 cm und 10,5 cm Geschütz für das künftige Unterseeboot-Personal im Vordergrund stand.
 
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
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! colspan="3" | Gliederung der Fachschulen & Abteilungen
 
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| colspan="3" | Jeder Wachoffizier eines Unterseebootes musste die Lehrgänge an der Schiffsartillerieschule durchlaufen, da er an Bord für die Deckskanone verantwortlich war. Die Schule verfügte über spezielle Simulatoren, an denen das Schießen von einer schwankenden Plattform aus geübt wurde – eine Fertigkeit, die auf der niedrigen und nassen Brücke eines Unterseebootes überlebenswichtig war. Zudem wurden hier die Waffenwarte ausgebildet, die für die technische Instandhaltung der Geschütze in den Stützpunkten der Unterseeboot-Flottillen zuständig waren.
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| Schiffsartillerieschule I (Kappeln): || colspan="3" | Herzstück für Seeziel-Artillerie. Fokus auf Feuerleitung und mathematische Schussbahnberechnungen für mittlere und schwere Kaliber (inkl. 8,8 cm und 10,5 cm für U-Boote).
 
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| Schiffsartillerieschule II (Saßnitz): || colspan="3" | Spezialisiert auf leichte Artillerie und Flugabwehr (2 cm und 3,7 cm). Hier wurde intensiv das Schießen auf bewegliche Luftziele und die Flugzeugerkennung trainiert.
 
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! colspan="3" | Anpassung an den Kriegsverlauf
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| Lehrabteilung für technisches Personal: || colspan="3" | Ausbildung von Waffenmechanikern und Feuerwerkern für die Wartung komplizierter Verschlüsse und Richtantriebe unter extremen Salzwasserbedingungen.
 
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| Schulschiff-Abteilung: || colspan="3" | Eigene Flottille (u. a. [[Bremse]], [[Brummer]], [[Hela]]) zur praktischen Anwendung der Theorie unter realen Seebedingungen und bei schwerem Seegang.
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| colspan="3" | Mit Beginn des Krieges am 01.09.1939 wurde die Ausbildung gestrafft. Der Schwerpunkt verschob sich zunehmend von der schweren Seeziel-Artillerie hin zur Abwehr von Luftangriffen. Die Schiffsartillerieschule arbeitete eng mit der Flugabwehr- und Küstenartillerieschule zusammen, um die neuesten Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Flugabwehr direkt in die Ausbildung der Schiffsbesatzungen einfließen zu lassen. Ab dem Jahr 1943 lag ein Hauptaugenmerk auf der Schulung an der 3,7 cm Flugabwehrkanone, die zur Standardbewaffnung auf den Wintergärten der Unterseeboote wurde.
 
 
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| colspan="3" | Unter dem Dach der Schiffsartillerieschule gab es eine klare fachliche Aufteilung in spezialisierte Einzelschulen und Abteilungen. Dies war notwendig, da die Anforderungen zwischen der schweren Artillerie eines Schlachtschiffes und der leichten Flugabwehr eines Unterseebootes völlig verschieden waren.
 
 
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| colspan="3" | Die Schiffsartillerieschule I in Kappeln-Ellenberg
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! colspan="3" | Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
 
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| colspan="3" | Diese Schule bildete das Herzstück für die Seeziel-Artillerie. Hier wurden primär die Offiziere und Unteroffiziere für die mittlere und schwere Artillerie geschult. In Kappeln lag der Fokus auf der Feuerleitung und der mathematischen Berechnung von Schussbah0nen. Für die Unterseeboot-Waffe war dieser Standort wichtig, um die Grundlagen für den Einsatz der Deckskanonen vom Kaliber 8,8 cm und 10,5 cm zu vermitteln. Die Ausbildung fand sowohl in modernen Lehrsaalgebäuden als auch an fest installierten Geschützständen direkt an der Schlei statt.
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| Wachoffiziers-Ausbildung: || colspan="3" | Jeder W.O. musste die S.A.S.-Lehrgänge durchlaufen, da er an Bord für die Deckskanone verantwortlich war. Spezielle Simulatoren schulten das Schießen von schwankenden Plattformen aus.
 
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| Spezialisierung ab 1943: || colspan="3" | Aufgrund der Luftgefahr wurde die Schulung an der 3,7-cm-Flak zur absoluten Priorität für fast alle Wachoffiziere und Flak-Gasten der U-Boot-Waffe.
 
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| colspan="3" | Die Schiffsartillerieschule II in Saßnitz
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| Instandhaltung: || colspan="3" | Die an der S.A.S. geschulten Waffenwarte sicherten die Funktionsfähigkeit der Geschütze in den Stützpunkten der U-Flottillen nach extremen Belastungen durch Tauchfahrten.
 
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| colspan="3" | Diese Schule auf Rügen war auf die leichte Artillerie und die Flugabwehr spezialisiert. Hier erhielten die Besatzungsmitglieder ihre Ausbildung an den 2 cm und 3,7 cm Flugabwehrkanonen. Da die Luftabwehr für die Unterseeboot-Waffe ab dem Jahr 1943 zur absoluten Priorität wurde, durchliefen fast alle Wachoffiziere und Flak-Gasten diesen Standort. In Saßnitz wurde besonders das Schießen auf bewegliche Luftziele und die Flugzeugerkennung intensiv trainiert.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Die Lehrabteilungen für technisches Personal
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| BArch RM 45 || colspan="3" | Akten der Inspektion der Marineartillerie. Berichte über Ausbildungsergebnisse und die organisatorische Entwicklung der S.A.S. I und II.
 
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Unterlagen der Schiffsartillerieschulen Kappeln und Saßnitz. Lehrgangspläne und Schießprotokolle der Seeoffizierjahrgänge.
 
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| colspan="3" | Neben der rein militärischen Führung gab es Abteilungen für die Waffenmechaniker und Feuerwerker. Diese Männer wurden in der Wartung der komplizierten Verschlüsse, der elektrischen Richtantriebe und der Munitionspflege ausgebildet. Da die Geschütze auf Unterseebooten durch das ständige Getauchtsein extremen Belastungen durch Salzwasser ausgesetzt waren, war die Ausbildung dieser Spezialisten an der Schiffsartillerieschule entscheidend für die Funktionsfähigkeit der Waffen im Gefecht.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine. Nachweise über die Kommandierung von Spezialisten zu den technischen Lehrabteilungen der S.A.S.
 
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| colspan="3" | Die Schulschiff-Abteilung
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| colspan="3" | Die Schiffsartillerieschule verfügte über eine eigene Flottille von Schulschiffen, wie zum Beispiel die Artillerieschulschiffe [[Bremse]], [[Brummer]] oder den alten Kreuzer Hela. Auf diesen Schiffen wurde das in der Theorie gelernte Wissen unter realen Seebedingungen angewendet. Die Schüler mussten hier beweisen, dass sie auch bei Seegang und schlechter Sicht Treffer erzielen konnten.
 
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! colspan="3" | Das Ende der Schule
 
 
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| colspan="3" | Das offizielle Ende der Schiffsartillerieschule korrespondiert mit der Gesamtkapitulation der Wehrmacht am 08.05.1945. In den letzten Kriegswochen kam der geregelte Lehrbetrieb fast vollständig zum Erliegen. In Kappeln wurden Teile des Stammpersonals und der Schüler in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert, um die Region gegen herannahende britische Truppen zu verteidigen. In Saßnitz auf Rügen wurde der Schulbetrieb durch massive Luftangriffe und die vorrückende sowjetische Armee beendet.
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| Hummel, Karl-Heinz || colspan="3" | "Die deutsche Marineartillerie 1939–1945". (Detaillierte Chronik der Schulstandorte und Einheiten).
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zur Gliederung der Artillerieschulen).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die deutschen U-Boote und ihre Werften". (Informationen zur artilleristischen Erprobung und Bewaffnung).
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 395 || colspan="3" | Diese Vorschrift beschreibt die organisatorische Trennung der Lehrgänge zwischen den Standorten Kappeln und Sassnitz.
 
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| Hans H. Hildebrand || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis heute" (Band 3) - Biblio-Verlag Osnabrück 1993. [https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3DG675DJWMESSGU5OEIZW3Y4XJFOTGJ4 | → Deutsche Digitale Bibliothek]
 
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| Bundesarchiv-Militärarchiv Bestand RM 45 || colspan="3" | Enthält die Stellenbesetzungspläne und die Gliederung der Lehrgruppen innerhalb der Schiffsartillerieschulen I und II.
 
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Version vom 15. Februar 2026, 17:35 Uhr

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Dienststelle Schiffsartillerieschule (S.A.S.)
Die Schiffsartillerieschule war die zentrale Lehr- und Versuchseinrichtung der Kriegsmarine für die bordgestützte Artillerie. Sie bildete Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in der Handhabung aller Bordwaffen aus – von der leichten Flugabwehr bis zur schweren Seeziel-Artillerie.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Ursprünglich in Kiel-Wik beheimatet, wurde der Lehrbetrieb für Seeziel-Artillerie 1937 nach Kappeln an der Schlei (Ellenberg) verlegt. Ein weiterer Hauptstandort war Saßnitz auf Rügen (Leichte Artillerie/Flak).
Unterstellung: Die S.A.S. unterstand der Inspektion der Marineartillerie. Mit Kriegsbeginn am 01.09.1939 wurde die Ausbildung gestrafft und der Fokus zunehmend von der Seeziel-Bekämpfung auf die Flugabwehr verschoben.
Das Ende: Mit der Gesamtkapitulation am 08.05.1945 endete der Schulbetrieb. In der Endphase wurde das Personal in Kappeln in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert, während Saßnitz durch Luftangriffe und den sowjetischen Vormarsch verloren ging.
Gliederung der Fachschulen & Abteilungen
Schiffsartillerieschule I (Kappeln): Herzstück für Seeziel-Artillerie. Fokus auf Feuerleitung und mathematische Schussbahnberechnungen für mittlere und schwere Kaliber (inkl. 8,8 cm und 10,5 cm für U-Boote).
Schiffsartillerieschule II (Saßnitz): Spezialisiert auf leichte Artillerie und Flugabwehr (2 cm und 3,7 cm). Hier wurde intensiv das Schießen auf bewegliche Luftziele und die Flugzeugerkennung trainiert.
Lehrabteilung für technisches Personal: Ausbildung von Waffenmechanikern und Feuerwerkern für die Wartung komplizierter Verschlüsse und Richtantriebe unter extremen Salzwasserbedingungen.
Schulschiff-Abteilung: Eigene Flottille (u. a. Bremse, Brummer, Hela) zur praktischen Anwendung der Theorie unter realen Seebedingungen und bei schwerem Seegang.
Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
Wachoffiziers-Ausbildung: Jeder W.O. musste die S.A.S.-Lehrgänge durchlaufen, da er an Bord für die Deckskanone verantwortlich war. Spezielle Simulatoren schulten das Schießen von schwankenden Plattformen aus.
Spezialisierung ab 1943: Aufgrund der Luftgefahr wurde die Schulung an der 3,7-cm-Flak zur absoluten Priorität für fast alle Wachoffiziere und Flak-Gasten der U-Boot-Waffe.
Instandhaltung: Die an der S.A.S. geschulten Waffenwarte sicherten die Funktionsfähigkeit der Geschütze in den Stützpunkten der U-Flottillen nach extremen Belastungen durch Tauchfahrten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45 Akten der Inspektion der Marineartillerie. Berichte über Ausbildungsergebnisse und die organisatorische Entwicklung der S.A.S. I und II.
BArch RM 123 Unterlagen der Schiffsartillerieschulen Kappeln und Saßnitz. Lehrgangspläne und Schießprotokolle der Seeoffizierjahrgänge.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Nachweise über die Kommandierung von Spezialisten zu den technischen Lehrabteilungen der S.A.S.
Literaturverweise
Hummel, Karl-Heinz "Die deutsche Marineartillerie 1939–1945". (Detaillierte Chronik der Schulstandorte und Einheiten).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zur Gliederung der Artillerieschulen).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften". (Informationen zur artilleristischen Erprobung und Bewaffnung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132