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Funktechnischer Offizier: Unterschied zwischen den Versionen

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! '''Funktechnischer Offizier (F.T.O.)'''
 
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| colspan="3" | In der allgemeinen Struktur der Kriegsmarine war der Funktechnische Offizier (F.T.O.) der technologische „Schutzschild“ eines Verbandes oder Schiffes. Während der Nachrichtenoffizier (N.O.) für den Inhalt und die Übermittlung von Funksprüchen zuständig war, verantwortete der F.T.O. die Hardware und die Physik der Ortung.
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| colspan="3" | Der Funktechnische Offizier war der fachliche Leiter der Funkmess- und Nachrichtenabteilung an Bord. Er vereinte tiefgehende ingenieurtechnische Kenntnisse in der Hochfrequenztechnik mit der taktischen Anwendung moderner Ortungsverfahren. Mit der zunehmenden Bedeutung des Radarkrieges ab 1943 wurde der F.T.O. zu einer der kritischsten Personalien für die Überlebensfähigkeit der Einheiten, da er die Abwehrmaßnahmen gegen feindliche Ortung koordinierte und die Funktion der komplexen Bordelektronik unter Gefechtsbedingungen sicherstellte.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Entstehung: Die Dienststellung wurde ab 1942 massiv ausgebaut, als klar wurde, dass der Krieg auf See durch Radar (Funkmess) und dessen Abwehr entschieden wird.
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| colspan="3" | Aufgabengebiet und Ausbildung: Der Funktechnische Offizier rekrutierte sich meist aus der Laufbahn der Ingenieuroffiziere oder spezialisierten Nachrichtenoffiziere. Nach einer fundierten technischen Grundausbildung absolvierte er den Funktechnischen Offizierslehrgang. Sein Aufgabengebiet umfasste die technische Aufsicht über Funkmessgeräte (Fu.M.G.), Funkmessbeobachtungsgeräte (Fu.M.B. - Radarwarnempfänger) sowie alle Sende- und Empfangsanlagen. Er leitete das technische Fachpersonal (Funkmeister und Funkmaate) an und war für die Behebung komplexer Störungen verantwortlich.
 
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| colspan="3" | Taktische Funktion: Im Gefecht beriet der F.T.O. den Kommandanten über die Reichweite und Genauigkeit der eigenen Ortung sowie über die Gefahr einer feindlichen Einpeilung. Er war verantwortlich für die korrekte Justierung der Geräte, um eine präzise Feuerleitung oder Navigation bei Nacht und Nebel zu ermöglichen. Zudem überwachte er die Wirksamkeit von Störschutzmaßnahmen und neuen Täuschungsverfahren (z. B. Düppel).
 
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| colspan="3" | Funktion: Er war der technische Leiter für alle Hochfrequenzanlagen.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war die Expertise der Funktechnischen Offiziere für die Alliierten von höchstem Interesse. Viele Offiziere erhielten den Befehl, die hochgeheime Elektronik und die dazugehörigen Schaltpläne vor der Kapitulation zu vernichten. Nach dem Krieg wurden zahlreiche F.T.O. von britischen und US-amerikanischen Kommissionen interniert, um technische Details der deutschen Radar- und Infrarottechnik (z. B. „Uhu“ oder „Spanner“) preiszugeben.
 
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| colspan="3" | Funkmessortung (Fu.M.O.): Bedienung und Justierung der Radaranlagen zur Zielsuche und Feuerleitung (besonders auf Zerstörern und Kreuzern).
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Funkmessbeobachtung (Fu.M.B.): Überwachung des Äthers auf feindliche Radarsignale (Radarwarnung).
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| colspan="3" | Abwehr der Radarortung: Auf U-Booten oder in den Stäben der U-Flottillen war der F.T.O. (oft in Personalunion mit dem Nachrichtenoffizier) für den Einsatz von Radarwarnempfängern verantwortlich. Er stellte sicher, dass die Geräte (z. B. „Metox“ oder „Naxos“) korrekt kalibriert waren, um die Besatzung rechtzeitig vor herannahenden alliierten Flugzeugen zu warnen, die mit Zentimeterwellen-Radar operierten.
 
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| colspan="3" | Wartung unter extremen Bedingungen: Die hohe Feuchtigkeit und die Erschütterungen durch Wasserbombenangriffe führten bei der empfindlichen Röhrentechnik der U-Boote häufig zu Ausfällen. Der F.T.O. koordinierte die oft lebensnotwendigen improvisierten Reparaturen auf hoher See, um die Kommunikation zum Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) und die Ortungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
 
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| colspan="3" | Instandsetzung: Er führte das technische Personal (Funkmeister, Funkmechaniker) und war für die Einsatzbereitschaft der komplexen Geräte verantwortlich.
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| colspan="3" | Einführung neuer Technologien: Funktechnische Offiziere begleiteten die Baubelehrungen der neuen Elektro-U-Boote (Typ XXI und XXIII), um die Besatzungen in die Bedienung der weitaus komplexeren Funkmess- und Horchanlagen einzuweisen, die für diese modernen Bootstypen vorgesehen waren.
 
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| colspan="3" | Ende: Mit der Kapitulation im Mai 1945 endete die Dienststellung. Viele F.T.O.s wurden jedoch von den Alliierten (besonders Briten und US-Amerikanern) gezielt verhört, um die deutschen Entwicklungen bei den Zentimeterwellen-Geräten und der Infrarot-Ortung zu analysieren.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Kommandanten
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| B.Arch. RM 123 / 15 || colspan="3" | Akten der Marinenachrichtenschulen (Dokumentiert die Fachcurricula und Prüfungsordnungen für funktechnisches Personal).
 
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| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Ortungsdienst (Belegt die taktischen Anweisungen für Funktechnische Offiziere im Radarkrieg).
 
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| colspan="3" | Technisches Profil: Er war kein reiner Taktiker, sondern verstand die Funktionsweise von Wellenlängen und Impulsfolgen.
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| B.Arch. RM 20 / 893 || colspan="3" | Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur technischen Ausrüstung (Enthält Berichte über die Wirksamkeit von Funkmess-Abwehrmaßnahmen).
 
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| colspan="3" | Sicherungskompetenz: Viele Kommandanten der Sicherungsverbände (wie der 11. Sicherungsdivision) hatten F.T.O.s in ihren Stäben, um die Geleitzüge gegen alliierte Luftortung zu schützen.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| colspan="3" | Abkommandierung: Oft wurden F.T.O.s zur Erprobungsstelle für Funkmesstechnik oder an Schulen wie die Luft-Nachrichtenschule 6 Dievenow kommandiert.
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Nachrichtenwesen und die technischen Fachlaufbahnen).
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
 
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| Giessler, Helmuth || colspan="3" | Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Umfassende Darstellung der technischen Entwicklung und der Rolle der Fachoffiziere).
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 6 || colspan="3" | Oberkommando der Kriegsmarine (OKM). Enthält die Grundsatzbefehle zur Einführung der F.T.O.-Stellen in den Flottenstäben.
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| Trenkle, Fritz || colspan="3" | Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945. (Standardwerk zur Radartechnik der Wehrmacht und deren personeller Betreuung).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 12:54 Uhr

Datenblatt Funktechnischer Offizier (F.T.O.)
Der Funktechnische Offizier war der fachliche Leiter der Funkmess- und Nachrichtenabteilung an Bord. Er vereinte tiefgehende ingenieurtechnische Kenntnisse in der Hochfrequenztechnik mit der taktischen Anwendung moderner Ortungsverfahren. Mit der zunehmenden Bedeutung des Radarkrieges ab 1943 wurde der F.T.O. zu einer der kritischsten Personalien für die Überlebensfähigkeit der Einheiten, da er die Abwehrmaßnahmen gegen feindliche Ortung koordinierte und die Funktion der komplexen Bordelektronik unter Gefechtsbedingungen sicherstellte.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet und Ausbildung: Der Funktechnische Offizier rekrutierte sich meist aus der Laufbahn der Ingenieuroffiziere oder spezialisierten Nachrichtenoffiziere. Nach einer fundierten technischen Grundausbildung absolvierte er den Funktechnischen Offizierslehrgang. Sein Aufgabengebiet umfasste die technische Aufsicht über Funkmessgeräte (Fu.M.G.), Funkmessbeobachtungsgeräte (Fu.M.B. - Radarwarnempfänger) sowie alle Sende- und Empfangsanlagen. Er leitete das technische Fachpersonal (Funkmeister und Funkmaate) an und war für die Behebung komplexer Störungen verantwortlich.
Taktische Funktion: Im Gefecht beriet der F.T.O. den Kommandanten über die Reichweite und Genauigkeit der eigenen Ortung sowie über die Gefahr einer feindlichen Einpeilung. Er war verantwortlich für die korrekte Justierung der Geräte, um eine präzise Feuerleitung oder Navigation bei Nacht und Nebel zu ermöglichen. Zudem überwachte er die Wirksamkeit von Störschutzmaßnahmen und neuen Täuschungsverfahren (z. B. Düppel).
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war die Expertise der Funktechnischen Offiziere für die Alliierten von höchstem Interesse. Viele Offiziere erhielten den Befehl, die hochgeheime Elektronik und die dazugehörigen Schaltpläne vor der Kapitulation zu vernichten. Nach dem Krieg wurden zahlreiche F.T.O. von britischen und US-amerikanischen Kommissionen interniert, um technische Details der deutschen Radar- und Infrarottechnik (z. B. „Uhu“ oder „Spanner“) preiszugeben.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Abwehr der Radarortung: Auf U-Booten oder in den Stäben der U-Flottillen war der F.T.O. (oft in Personalunion mit dem Nachrichtenoffizier) für den Einsatz von Radarwarnempfängern verantwortlich. Er stellte sicher, dass die Geräte (z. B. „Metox“ oder „Naxos“) korrekt kalibriert waren, um die Besatzung rechtzeitig vor herannahenden alliierten Flugzeugen zu warnen, die mit Zentimeterwellen-Radar operierten.
Wartung unter extremen Bedingungen: Die hohe Feuchtigkeit und die Erschütterungen durch Wasserbombenangriffe führten bei der empfindlichen Röhrentechnik der U-Boote häufig zu Ausfällen. Der F.T.O. koordinierte die oft lebensnotwendigen improvisierten Reparaturen auf hoher See, um die Kommunikation zum Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) und die Ortungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Einführung neuer Technologien: Funktechnische Offiziere begleiteten die Baubelehrungen der neuen Elektro-U-Boote (Typ XXI und XXIII), um die Besatzungen in die Bedienung der weitaus komplexeren Funkmess- und Horchanlagen einzuweisen, die für diese modernen Bootstypen vorgesehen waren.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 123 / 15 Akten der Marinenachrichtenschulen (Dokumentiert die Fachcurricula und Prüfungsordnungen für funktechnisches Personal).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Ortungsdienst (Belegt die taktischen Anweisungen für Funktechnische Offiziere im Radarkrieg).
B.Arch. RM 20 / 893 Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur technischen Ausrüstung (Enthält Berichte über die Wirksamkeit von Funkmess-Abwehrmaßnahmen).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Nachrichtenwesen und die technischen Fachlaufbahnen).
Giessler, Helmuth Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Umfassende Darstellung der technischen Entwicklung und der Rolle der Fachoffiziere).
Trenkle, Fritz Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945. (Standardwerk zur Radartechnik der Wehrmacht und deren personeller Betreuung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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