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Kampfgeschwader 40: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Kampfgeschwader 40 (KG 40)'''
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| colspan="3" | Das Kampfgeschwader 40 (KG 40) war der bedeutendste und gefürchtetste Langstrecken-Seeaufklärer- und Seezielbekämpfungsverband der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Sie operierte fast ausschließlich über dem Atlantik und war der entscheidende strategische Partner für die U-Boote.
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| colspan="3" | Das Kampfgeschwader 40 (KG 40) war der bedeutendste Langstrecken-Seeaufklärer- und Seezielbekämpfungsverband der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Operierend fast ausschließlich über dem Atlantik, bildete das Geschwader den entscheidenden strategischen Partner für die U-Boot-Waffe bei der Lokalisierung und Bekämpfung alliierten Schiffsraums.
 
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! colspan="3" | Aufstellung und Standorte
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| colspan="3" | Das Geschwader wurde am 01.04.1940 aufgestellt. Ihre primären Einsatzorte lagen an der französischen Atlantikküste, in Stützpunkten wie Bordeaux-Mérignac, Nantes und Lorient. Von hier aus operierten die Flugzeuge in den Weiten des Atlantiks.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Formiert am 01.04.1940; Einsatzschwerpunkt an der französischen Atlantikküste in Stützpunkten wie Bordeaux-Mérignac, Nantes und Lorient.
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| Fernaufklärer: || colspan="3" | Rückgrat bildete die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 "Condor". Ab 1943 kam die Heinkel He 177 als Träger für Lenkwaffen zum Einsatz.
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| Lenkwaffen: || colspan="3" | Einsatz modernster Präzisionswaffen wie der Gleitbombe Henschel Hs 293 und Funkmesslenkraketen zur gezielten Bekämpfung schwer gesicherter Einheiten.
 
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| Ende: || colspan="3" | Räumung Frankreichs im Spätsommer 1944; Rückverlegung nach Deutschland. Endgültige Auflösung im Februar 1945 infolge massiven Treibstoffmangels.
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! colspan="3" | Bewaffnung und Aufgaben
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Aufgaben
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| colspan="3" | Das Rückgrat der KG 40 war die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 "Condor", die als Seeaufklärer, Bomber und (später) U-Boot-Jäger eingesetzt wurde. [None] Nach 1943 wurde die Heinkel He 177 das primäre Trägerflugzeug für die gleitbomben Henschel Hs 293 und Funkmesslenkraketen, was ihre Schlagkraft weiter erhöhte.
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| Atlantik-Auge: || colspan="3" | Suche nach Geleitzügen in den Weiten des Ozeans; Übermittlung präziser Sichtungsmeldungen an die 1. Marine-Nachrichtenabteilung zur taktischen Auswertung.
 
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| colspan="3" | Fernaufklärung: Die Hauptaufgabe war die Suche nach alliierten Geleitzügen tief im Atlantik. Die präzisen Sichtungsmeldungen wurden an die 1. Marine-Nachrichtenabteilung und von dort an den Befehlshaber der U-Boote übermittelt.
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| Angriffstaktik: || colspan="3" | Geleitzugbekämpfung mit Bomben und Lenkwaffen, um die Sicherungskräfte zu binden und den Booten den Weg für Angriffe zu ebnen.
 
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| colspan="3" | Geleitzugbekämpfung: Die Flugzeuge griffen Konvois mit Bomben und (später) mit Lenkwaffen an, um die Geleitzugsicherung zu binden und den U-Booten den Weg für ihre Angriffe zu ebnen.
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| Wetterkunde: || colspan="3" | Erfassung meteorologischer Daten über dem Ozean zur Unterstützung der navigatorischen Planung für weiträumige Operationen.
| colspan="3" | U-Boot-Unterstützung: Die KG 40 diente als das strategische "Auge" für die U-Boote.
 
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Für die U-Boot-Waffe war die KG 40 unverzichtbar:
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| Rudelbildung: || colspan="3" | Aufklärungsergebnisse der "Condore" ermöglichten erst die Konzentration der Boote zu den taktischen Wolfsrudelangriffen tief im Atlantik.
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| Kommunikation: || colspan="3" | Exakte Einhaltung der Meldeformeln bei Flugzeugsichtung zur sicheren Freund-Feind-Identifizierung der über große Distanzen operierenden Fernaufklärer.
 
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| colspan="3" | Koordinierte Angriffe: Die Aufklärungsergebnisse der "Condore" ermöglichten erst die Konzentration der U-Boote zu den verheerenden Wolfsrudelangriffen im Atlantik.
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| Taktik-Transfer: || colspan="3" | Integration von Erkenntnissen über neue Lenkwaffen in die U-Ausbildung, da diese das Gefechtsbild auf See und die Abwehranforderungen massiv veränderten.
 
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| colspan="3" | Taktisches Training: U-Boot-Kommandanten, die als Wachoffizier oder Adjutant dienten, mussten die Kommunikationsverfahren mit den Fernaufklärern beherrschen. Die Meldeformeln bei Flugzeugsichtung waren hierbei entscheidend, um die oft über großen Entfernungen operierenden eigenen Flugzeuge sicher als "Freund" zu identifizieren.
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| colspan="3" | Lenkwaffen-Experten: Das Wissen über die neuen Lenkwaffen der KG 40 wurde in der U-Ausbildung relevant, da diese Waffen das Gefechtsbild auf See massiv veränderten und neue Abwehrmethoden erforderten.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Das Ende 1944/1945
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| BArch RL 10 || colspan="3" | Akten der Verbände der Luftwaffe (Kriegstagebücher und Einsatzberichte des Kampfgeschwaders 40).
 
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| BArch RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Materialbestand und Ausrüstung mit Lenkwaffen).
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| BArch RM 7 / 2331 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Berichte über die operative Zusammenarbeit zwischen Fernaufklärern und U-Booten im Atlantik.
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| colspan="3" | Mit der Räumung Frankreichs im Spätsommer 1944 verlegte die KG 40 ihre Reste nach Deutschland zurück. Aufgrund von Treibstoffmangel und der alliierten Luftüberlegenheit wurde die Fernaufklärung eingestellt. Das Geschwader wurde im Februar 1945 endgültig aufgelöst, und das Personal wurde in andere Einheiten oder zur infanteristischen Verteidigung überführt.
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Kooperation mit Kampfverbänden der Luftwaffe).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| Dierich, Wolfgang || colspan="3" | "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Systematische Übersicht der Geschwadergeschichte).
 
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| Griehl, Manfred || colspan="3" | "Focke-Wulf Fw 200 Condor" (Details zum Einsatz als Fernaufklärer und U-Boot-Unterstützer).
 
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| Bundesarchiv, Signatur RL 10/476 ff. || colspan="3" | Kriegstagebücher Kampfgeschwader 40. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 16:29 Uhr

Verband Kampfgeschwader 40 (KG 40)
Das Kampfgeschwader 40 (KG 40) war der bedeutendste Langstrecken-Seeaufklärer- und Seezielbekämpfungsverband der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Operierend fast ausschließlich über dem Atlantik, bildete das Geschwader den entscheidenden strategischen Partner für die U-Boot-Waffe bei der Lokalisierung und Bekämpfung alliierten Schiffsraums.
Aufstellung, Standorte und Bewaffnung
Aufstellung: Formiert am 01.04.1940; Einsatzschwerpunkt an der französischen Atlantikküste in Stützpunkten wie Bordeaux-Mérignac, Nantes und Lorient.
Fernaufklärer: Rückgrat bildete die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 "Condor". Ab 1943 kam die Heinkel He 177 als Träger für Lenkwaffen zum Einsatz.
Lenkwaffen: Einsatz modernster Präzisionswaffen wie der Gleitbombe Henschel Hs 293 und Funkmesslenkraketen zur gezielten Bekämpfung schwer gesicherter Einheiten.
Ende: Räumung Frankreichs im Spätsommer 1944; Rückverlegung nach Deutschland. Endgültige Auflösung im Februar 1945 infolge massiven Treibstoffmangels.
Spezifische Merkmale & Aufgaben
Atlantik-Auge: Suche nach Geleitzügen in den Weiten des Ozeans; Übermittlung präziser Sichtungsmeldungen an die 1. Marine-Nachrichtenabteilung zur taktischen Auswertung.
Angriffstaktik: Geleitzugbekämpfung mit Bomben und Lenkwaffen, um die Sicherungskräfte zu binden und den Booten den Weg für Angriffe zu ebnen.
Wetterkunde: Erfassung meteorologischer Daten über dem Ozean zur Unterstützung der navigatorischen Planung für weiträumige Operationen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rudelbildung: Aufklärungsergebnisse der "Condore" ermöglichten erst die Konzentration der Boote zu den taktischen Wolfsrudelangriffen tief im Atlantik.
Kommunikation: Exakte Einhaltung der Meldeformeln bei Flugzeugsichtung zur sicheren Freund-Feind-Identifizierung der über große Distanzen operierenden Fernaufklärer.
Taktik-Transfer: Integration von Erkenntnissen über neue Lenkwaffen in die U-Ausbildung, da diese das Gefechtsbild auf See und die Abwehranforderungen massiv veränderten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Akten der Verbände der Luftwaffe (Kriegstagebücher und Einsatzberichte des Kampfgeschwaders 40).
BArch RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Materialbestand und Ausrüstung mit Lenkwaffen).
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung: Berichte über die operative Zusammenarbeit zwischen Fernaufklärern und U-Booten im Atlantik.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Kooperation mit Kampfverbänden der Luftwaffe).
Dierich, Wolfgang "Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945" (Systematische Übersicht der Geschwadergeschichte).
Griehl, Manfred "Focke-Wulf Fw 200 Condor" (Details zum Einsatz als Fernaufklärer und U-Boot-Unterstützer).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132