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7. Vorpostenflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Die 7. Vorpostenflottille war ein wesentlicher Sicherungsverband in der Ostsee und im Westraum wo die 7. Vorpostenflottille dort direkt zum „Schutzschild“ der großen U-Boot-Basen wurde.
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| colspan="3" | Die 7. Vorpostenflottille war ein wesentlicher Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vornehmlich in der östlichen Nordsee und im Skagerrak operierte. Ihre Hauptaufgabe lag in der Überwachung der strategisch bedeutsamen Durchgangswege zwischen der Ostsee und der Nordsee sowie im Geleitschutz für kriegswichtige Transporte. Wie viele Vorpostenverbände stützte sich die Flottille materiell auf umgerüstete Fischereifahrzeuge, die aufgrund ihrer Hochseetauglichkeit ideal für den Dienst in den rauen nordeuropäischen Gewässern geeignet waren.
 
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! colspan="3" | Einsatz vor 1940 (Aufstellung und Ostsee)
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Aufstellung: Die Flottille wurde unmittelbar bei Mobilmachung im September 1939 formiert.
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| colspan="3" | Aufstellung und Standorte: Die Flottille wurde bereits im September 1939 bei Ausbruch des Krieges mobilgemacht. Ihr primärer Stützpunkt war zunächst Kiel, später verlegte der Schwerpunkt nach Esbjerg (Dänemark) und in norwegische Häfen wie Stavanger. Truppendienstlich unterstand die Flottille dem Führer der Vorpostenboote Nord (später Befehlshaber der Sicherung der Nordsee). Die Einheiten bestanden fast ausschließlich aus umgebauten Fischdampfern, die mit Flak-Geschützen, Wasserbomben und teilweise Funkmesstechnik (Radar) nachgerüstet wurden.
 
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| colspan="3" | Basis: Der erste Heimatstützpunkt war Kiel.
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| colspan="3" | Aufgabenprofil: Die Kernaufgaben umfassten die lückenlose Überwachung der Hoheitsgewässer, die U-Boot-Jagd sowie den Minenschutz. Die Flottille sicherte die kriegswichtigen Erzeinfuhren aus Skandinavien und fungierte als Vorwarnposten gegen einfliegende alliierte Bomberverbände. Ein besonderer Schwerpunkt lag in der Sicherung der Schifffahrt durch das Skagerrak, wo die Gefahr durch britische U-Boote und Luftangriffe besonders hoch war.
 
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| colspan="3" | Einsatzgebiet: Die westliche Ostsee sowie die dänischen Gewässer (Großer Belt, Kleiner Belt, Sund).
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 war die Flottille intensiv in die Sicherung der Rückzugswege in dänischen und norwegischen Gewässern eingebunden. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die verbliebenen Boote teilweise in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) überführt, um die lebenswichtigen Fahrrinnen in der Nordsee von Minen zu befreien. Das Personal geriet vorwiegend in dänischen oder deutschen Häfen in britische Gefangenschaft.
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| colspan="3" | Funktion: Überwachung der Ostsee-Eingänge: Sicherstellung, dass keine feindlichen Einheiten (insbes. britische U-Boote) in die Ostsee eindrangen, um die dortigen deutschen Seewege zu stören.
 
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| colspan="3" | Sicherung der U-Boot-Ausbildung: Dies ist der wichtigste Punkt für euer Wiki. Die Flottille sicherte die Übungsgebiete der frühen U-Boot-Schulflottillen (wie der Unterrichtsflottille in Neustadt/Kiel). Sie sorgte dafür, dass die Boote bei ihren ersten Tauch- und Schießversuchen vor Störungen durch neutrale oder feindliche Schifffahrt geschützt waren.
 
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| colspan="3" | Minensicherung: Überwachung der eigenen Defensiv-Minensperren in der Kieler Bucht.
 
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe (1939)
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | In den Biografien der frühen U-Boot-Kommandanten ist die 7. Vp.-Flottille die Einheit, die ihnen in der Kieler Förde den Rücken freihielt. Wenn ein Boot wie U 1 oder U 2 im Herbst 1939 zu Übungen auslief, passierte es die Vorpostenketten dieser Flottille.
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| colspan="3" | Sicherung der Ausbildungsgebiete: Die 7. Vorpostenflottille überwachte die westlichen Zugänge zu den Ausbildungs- und Erprobungsgebieten in der Ostsee. Sie verhinderte das Eindringen feindlicher U-Boote in das Kattegat, um einen ungestörten Übungsbetrieb für die Unterseeboot-Lehrdivisionen zu gewährleisten.
 
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| colspan="3" | Geleitschutz für Frontboote: Bei der Überführung von U-Booten von den Werften in der Ostsee (z. B. Kiel oder Danzig) zu den Frontstützpunkten in Norwegen übernahm die Flottille den Geleitschutz im gefährdeten Bereich der dänischen Küste. Die Vorpostenboote dienten als Flak-Schutz gegen tieffliegende alliierte Jagdbomber.
 
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! colspan="3" | Der Wechsel 1940
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| colspan="3" | Meldewesen und Funkaufklärung: Die Flottille betrieb auf ihren Fahrzeugen Horchstellen, die Sicht- und Hörmeldungen über feindliche Flugzeug- oder Schiffsbewegungen an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) weitergaben. Diese Daten waren für die Planung sicherer Auslaufrouten der Front-U-Boote unverzichtbar.
 
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| colspan="3" | Erst nach dem Abschluss der Operationen in Dänemark und dem Westfeldzug wurde die Flottille – wie von dir richtig angemerkt – nach Brest verlegt, um dort die weitaus gefährlichere Aufgabe an der Atlantikküste zu übernehmen.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Einsatz im Westraum (Brest) 1940–1944
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| B.Arch. RM 65 / 10 || colspan="3" | Kriegstagebuch (KTB) der 7. Vorpostenflottille (Dokumentiert die täglichen Einsätze, Gefechtsberichte und Unterstellungen in Nordsee und Skagerrak).
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| colspan="3" | Verlegung: Unmittelbar nach der Besetzung Frankreichs im Sommer 1940 wurde die Flottille von der Ostsee an die Atlantikküste verlegt.
 
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| colspan="3" | Stützpunkt: Hauptbasis war Brest, einer der wichtigsten U-Boot-Stützpunkte (Sitz der 1. und 9. U-Flottille).
 
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| colspan="3" | Hauptaufgabe: Die Flottille stellte die Vorposten- und Geleitgruppen für die ein- und auslaufenden U-Boote in der gefährlichen Biskaya.
 
 
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| colspan="3" | Minensicherung: Freihalten der Wege von britischen Minen direkt vor der Goulet von Brest.
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| B.Arch. RM 61 / 11 || colspan="3" | Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Belegt die materielle Ausrüstung und die personelle Struktur der Flottille).
 
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| colspan="3" | U-Jagd-Abwehr: Patrouillen gegen alliierte U-Boote, die vor Brest auf deutsche Boote lauerten.
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| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Sicherung der skandinavischen Gewässer (Enthält Berichte über die Wirksamkeit der Sicherungsverbände).
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| colspan="3" | Ende im Westraum: Die Flottille wurde im August/September 1944 bei der Belagerung von Brest weitgehend aufgerieben oder die verbliebenen Schiffe wurden im Hafen selbst versenkt, um sie unbrauchbar zu machen. Nur Reste des Personals konnten sich nach Deutschland oder in andere Stützpunkte absetzen.
 
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe (Brest)
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| colspan="3" | In den Biografien fast aller „Brest-Boote“ (z. B. U 96, U 201) taucht die 7. Vp.-Flottille indirekt auf.
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Vorpostenflottillen).
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| colspan="3" | Sicherungsbegleitung: Wenn ein Boot im KTB vermerkt: „Aufgenommen durch Sicherung vor Brest“, waren das meist die umgebauten Fischdampfer der 7. Flottille (Kennungen V 701 bis V 730).
 
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| colspan="3" | Flak-Schutz: In der Endphase 1943/44 dienten die Boote im Hafenbecken von Brest als zusätzliche Flak-Plattformen zum Schutz der U-Boot-Bunker.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 106 || colspan="3" | Flottillen der Sicherungsstreitkräfte. Enthält die KTB der 7. Vp.-Flottille aus der Brest-Zeit (RM 106/72 ff.). Hier finden sich die Geleitlisten für die U-Boote.
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Flottillenchefs und Standorte).
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sicherungsflott/VFlottillen/7VFlott.htm| → 7. Vorpostenflottille]
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, technische Daten zu den umgerüsteten Fischdampfern des Verbandes).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 12:45 Uhr

Datenblatt 7. Vorpostenflottille
Die 7. Vorpostenflottille war ein wesentlicher Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vornehmlich in der östlichen Nordsee und im Skagerrak operierte. Ihre Hauptaufgabe lag in der Überwachung der strategisch bedeutsamen Durchgangswege zwischen der Ostsee und der Nordsee sowie im Geleitschutz für kriegswichtige Transporte. Wie viele Vorpostenverbände stützte sich die Flottille materiell auf umgerüstete Fischereifahrzeuge, die aufgrund ihrer Hochseetauglichkeit ideal für den Dienst in den rauen nordeuropäischen Gewässern geeignet waren.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standorte: Die Flottille wurde bereits im September 1939 bei Ausbruch des Krieges mobilgemacht. Ihr primärer Stützpunkt war zunächst Kiel, später verlegte der Schwerpunkt nach Esbjerg (Dänemark) und in norwegische Häfen wie Stavanger. Truppendienstlich unterstand die Flottille dem Führer der Vorpostenboote Nord (später Befehlshaber der Sicherung der Nordsee). Die Einheiten bestanden fast ausschließlich aus umgebauten Fischdampfern, die mit Flak-Geschützen, Wasserbomben und teilweise Funkmesstechnik (Radar) nachgerüstet wurden.
Aufgabenprofil: Die Kernaufgaben umfassten die lückenlose Überwachung der Hoheitsgewässer, die U-Boot-Jagd sowie den Minenschutz. Die Flottille sicherte die kriegswichtigen Erzeinfuhren aus Skandinavien und fungierte als Vorwarnposten gegen einfliegende alliierte Bomberverbände. Ein besonderer Schwerpunkt lag in der Sicherung der Schifffahrt durch das Skagerrak, wo die Gefahr durch britische U-Boote und Luftangriffe besonders hoch war.
Das Schicksal bei Kriegsende: In den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 war die Flottille intensiv in die Sicherung der Rückzugswege in dänischen und norwegischen Gewässern eingebunden. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die verbliebenen Boote teilweise in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) überführt, um die lebenswichtigen Fahrrinnen in der Nordsee von Minen zu befreien. Das Personal geriet vorwiegend in dänischen oder deutschen Häfen in britische Gefangenschaft.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Ausbildungsgebiete: Die 7. Vorpostenflottille überwachte die westlichen Zugänge zu den Ausbildungs- und Erprobungsgebieten in der Ostsee. Sie verhinderte das Eindringen feindlicher U-Boote in das Kattegat, um einen ungestörten Übungsbetrieb für die Unterseeboot-Lehrdivisionen zu gewährleisten.
Geleitschutz für Frontboote: Bei der Überführung von U-Booten von den Werften in der Ostsee (z. B. Kiel oder Danzig) zu den Frontstützpunkten in Norwegen übernahm die Flottille den Geleitschutz im gefährdeten Bereich der dänischen Küste. Die Vorpostenboote dienten als Flak-Schutz gegen tieffliegende alliierte Jagdbomber.
Meldewesen und Funkaufklärung: Die Flottille betrieb auf ihren Fahrzeugen Horchstellen, die Sicht- und Hörmeldungen über feindliche Flugzeug- oder Schiffsbewegungen an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) weitergaben. Diese Daten waren für die Planung sicherer Auslaufrouten der Front-U-Boote unverzichtbar.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 65 / 10 Kriegstagebuch (KTB) der 7. Vorpostenflottille (Dokumentiert die täglichen Einsätze, Gefechtsberichte und Unterstellungen in Nordsee und Skagerrak).
B.Arch. RM 61 / 11 Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Belegt die materielle Ausrüstung und die personelle Struktur der Flottille).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Sicherung der skandinavischen Gewässer (Enthält Berichte über die Wirksamkeit der Sicherungsverbände).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Vorpostenflottillen).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Flottillenchefs und Standorte).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, technische Daten zu den umgerüsteten Fischdampfern des Verbandes).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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