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Gasschutzunteroffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Ein Gasschutzunteroffizier war ein spezialisierter Unteroffizier (meist ein Maat oder Obermaat), der für die Einsatzbereitschaft und Ausbildung im Bereich der chemischen Kriegsführung und des Gasschutzes an Bord oder in Landeinrichtungen verantwortlich war.
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| colspan="3" | Ein Gasschutzunteroffizier war ein spezialisierter Unteroffizier, der für die Einsatzbereitschaft und Ausbildung im Bereich der chemischen Kriegsführung sowie des allgemeinen Gasschutzes verantwortlich zeichnete. An Bord von U-Booten war diese Funktion aufgrund der hermetischen Abriegelung der Atmosphäre von existenzieller Bedeutung. Er koordinierte nicht nur die Abwehr externer Kampfstoffe, sondern überwachte primär die internen Gefahren durch austretende Gase aus den Batterieanlagen, was insbesondere nach Gefechtsschäden über Leben und Tod der Besatzung entschied.
 
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| colspan="3" | Geräteverwaltung: Er war verantwortlich für die Lagerung, Instandhaltung und regelmäßige Überprüfung aller Gasschutzgeräte (Gasmasken, Filter, Schutzbekleidung) und Entgiftungsmittel an Bord eines U-Bootes oder Schiffes.
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| Geräteverwaltung: || colspan="3" | Verantwortung für die fachgerechte Lagerung, Instandhaltung und regelmäßige technische Überprüfung aller Gasmasken, Filter und Gasschutzanzüge an Bord.
 
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| colspan="3" | Ausbildung: Er führte die Gasschutzlehrgänge für die Besatzung durch. Dazu gehörten das schnelle Anlegen der Maske, die Durchführung von Dichtigkeitsprüfungen und das Verhalten bei Gasalarm.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Durchführung von Gasschutzlehrgängen für die Besatzung; Drill zum schnellen Anlegen der Maske, Dichtigkeitsprüfungen und Verhaltenstraining bei chemischem Alarm.
 
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| colspan="3" | Gasspürdienst: Im Falle eines Angriffs oder bei Verdacht auf Schadstoffe in der Luft (insbesondere kritisch in der engen Atmosphäre eines U-Bootes) war er für die Messung und Identifizierung von Kampfstoffen zuständig.
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| Gasspürdienst: || colspan="3" | Identifizierung von Kampfstoffen sowie Messung von Schadstoffkonzentrationen in der engen Bootsatmosphäre mittels Gasspürgeräten und Reagenzien.
 
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| colspan="3" | Zivilschutz: In Landeinrichtungen wie der 9. Schiffsstammabteilung koordinierte er zudem den baulichen Gasschutz der Bunker und Unterkünfte.
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| Landschutz: || colspan="3" | In Ausbildungseinheiten wie der 9. Schiffsstammabteilung Koordination des baulichen Gasschutzes der Bunkeranlagen und Sicherstellung der Entgiftungsmittel-Bestände.
 
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| colspan="3" | Spezialaufgabe: Da U-Boote keinen Platz für überflüssiges Personal hatten, war der Gasschutzunteroffizier meist ein Unteroffizier einer anderen Laufbahn (z. B. ein Sanitätsmaat oder ein Artillerie-Maat), der diese Funktion in Nebenfunktion ausübte.
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| Nebenfunktion: || colspan="3" | Da U-Boote keinen Platz für reine Spezialisten boten, wurde diese Aufgabe meist von einem Sanitäts- oder Artillerie-Maat in personeller Union wahrgenommen.
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| Batterie-Havarie: || colspan="3" | Kritische Überwachung der Luftqualität hinsichtlich Chlorgas-Entwicklung bei Wassereinbruch in die Batterietanks oder Knallgas-Bildung während der Ladung.
 
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| colspan="3" | Batteriegase: Eine seiner kritischsten Aufgaben auf U-Booten war nicht nur der Schutz vor externen Kampfstoffen, sondern auch die Überwachung der Luftqualität hinsichtlich austretender Batteriegase (Chlor- oder Knallgas) nach Wassereinbrüchen oder Schäden.
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| Qualifikation: || colspan="3" | Absolvierung spezialisierter Lehrgänge an der Gasschutzschule der Marine (z. B. Berlin-Tegel oder Kiel); obligatorischer Nachweis im Wehrpass vor Frontkommandierung.
 
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| colspan="3" | Lehrgänge: Bevor ein Soldat zur Front kommandiert wurde, musste er den Gasschutzlehrgang erfolgreich absolvieren, was im Wehrpass dokumentiert wurde.
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| Vernebelung: || colspan="3" | Fachliche Aufsicht über die Nebelgeräte an Bord, die taktisch zur Verschleierung der eigenen Position bei Überwassergefechten eingesetzt werden konnten.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Belegt die Teilnahme an Gasschutzlehrgängen (z. B. an der Gasschutzschule der Marine in Berlin-Tegel oder Kiel).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Belegt die erfolgreiche Teilnahme an Gasschutzlehrgängen mit spezifischen Qualifikationsnachweisen der Marine-Gasschutzschulen.
 
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| BArch RM 11 || colspan="3" | Inspektion der Marineartillerie. Da der Gasschutz oft organisatorisch der Artillerieinspektion (wegen des Nebelwesens) zugeordnet war, finden sich hier Vorschriften und Berichte.
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| BArch RM 11 || colspan="3" | Inspektion der Marineartillerie: Enthält zentrale Vorschriften, da das Gasschutz- und Nebelwesen organisatorisch der Artillerieinspektion zugeordnet war.
 
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| BArch RHD 18 || colspan="3" | M.Dv. 32. Die Bordordnung regelt die Zuständigkeiten des Gasschutzpersonals im Rahmen der Rollenverteilung.
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| BArch RHD 18 || colspan="3" | M.Dv. 32: Die Personalordnung und Bordordnung regeln die exakten Zuständigkeiten des Gasschutzpersonals innerhalb der Gefechtsrollen-Verteilung.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter - Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Sanitäts- und Gasschutzwesen.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945" (Band 2, Abschnitt Sanitätswesen und Gasschutz: Organisation des Abwehrdienstes).
 
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| Marinedienstvorschrift Nr. 310 || colspan="3" | Gasschutzvorschrift für die Kriegsmarine. (Detaillierte Anweisungen für das Fachpersonal).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Kontext zur technischen Überwachung der Luftreinhalteanlagen an Bord).
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| M.Dv. 32 || colspan="3" | "Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine" (Administrative Einordnung der Gasschutz-Sonderausbildungen).
 
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Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 15:04 Uhr

Dienststellung Gasschutzunteroffizier
Ein Gasschutzunteroffizier war ein spezialisierter Unteroffizier, der für die Einsatzbereitschaft und Ausbildung im Bereich der chemischen Kriegsführung sowie des allgemeinen Gasschutzes verantwortlich zeichnete. An Bord von U-Booten war diese Funktion aufgrund der hermetischen Abriegelung der Atmosphäre von existenzieller Bedeutung. Er koordinierte nicht nur die Abwehr externer Kampfstoffe, sondern überwachte primär die internen Gefahren durch austretende Gase aus den Batterieanlagen, was insbesondere nach Gefechtsschäden über Leben und Tod der Besatzung entschied.
Aufgaben und Funktionen
Geräteverwaltung: Verantwortung für die fachgerechte Lagerung, Instandhaltung und regelmäßige technische Überprüfung aller Gasmasken, Filter und Gasschutzanzüge an Bord.
Ausbildung: Durchführung von Gasschutzlehrgängen für die Besatzung; Drill zum schnellen Anlegen der Maske, Dichtigkeitsprüfungen und Verhaltenstraining bei chemischem Alarm.
Gasspürdienst: Identifizierung von Kampfstoffen sowie Messung von Schadstoffkonzentrationen in der engen Bootsatmosphäre mittels Gasspürgeräten und Reagenzien.
Landschutz: In Ausbildungseinheiten wie der 9. Schiffsstammabteilung Koordination des baulichen Gasschutzes der Bunkeranlagen und Sicherstellung der Entgiftungsmittel-Bestände.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nebenfunktion: Da U-Boote keinen Platz für reine Spezialisten boten, wurde diese Aufgabe meist von einem Sanitäts- oder Artillerie-Maat in personeller Union wahrgenommen.
Batterie-Havarie: Kritische Überwachung der Luftqualität hinsichtlich Chlorgas-Entwicklung bei Wassereinbruch in die Batterietanks oder Knallgas-Bildung während der Ladung.
Qualifikation: Absolvierung spezialisierter Lehrgänge an der Gasschutzschule der Marine (z. B. Berlin-Tegel oder Kiel); obligatorischer Nachweis im Wehrpass vor Frontkommandierung.
Vernebelung: Fachliche Aufsicht über die Nebelgeräte an Bord, die taktisch zur Verschleierung der eigenen Position bei Überwassergefechten eingesetzt werden konnten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Belegt die erfolgreiche Teilnahme an Gasschutzlehrgängen mit spezifischen Qualifikationsnachweisen der Marine-Gasschutzschulen.
BArch RM 11 Inspektion der Marineartillerie: Enthält zentrale Vorschriften, da das Gasschutz- und Nebelwesen organisatorisch der Artillerieinspektion zugeordnet war.
BArch RHD 18 M.Dv. 32: Die Personalordnung und Bordordnung regeln die exakten Zuständigkeiten des Gasschutzpersonals innerhalb der Gefechtsrollen-Verteilung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945" (Band 2, Abschnitt Sanitätswesen und Gasschutz: Organisation des Abwehrdienstes).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Kontext zur technischen Überwachung der Luftreinhalteanlagen an Bord).
M.Dv. 32 "Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine" (Administrative Einordnung der Gasschutz-Sonderausbildungen).
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