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Kampfgruppe 606: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! Datenblatt
 
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! '''Kampfgruppe 606'''
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! '''Kampfgruppe 606 (K.Gr. 606)'''
 
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| colspan="3" | In der militärischen Terminologie wurde die Küstenfliegergruppe 606 (K.Fl.Gr. 606) ab ihrer Neuaufstellung im November 1939 oft synonym als Kampfgruppe 606 (K.Gr. 606) bezeichnet. Dieser Verband ist als Beispiel für die enge Verzahnung von See- und Luftkriegführung besonders relevant. Die Kampfgruppe 606 war ein fliegender Verband, der trotz seiner Zugehörigkeit zur Luftwaffe taktisch und personell tief in der Tradition der Marine verwurzelt war.
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| colspan="3" | Die Kampfgruppe 606 war ein spezialisierter fliegender Verband der Luftwaffe, der für den Einsatz über See sowie zur direkten Unterstützung maritimer Operationen aufgestellt wurde. Ursprünglich als Küstenfliegergruppe formiert, entwickelte sie sich zu einer schlagkräftigen Einheit für die Seezielbekämpfung und Fernaufklärung. Sie war ein zentrales Element im Zusammenwirken zwischen Luftwaffe und Kriegsmarine bei der Bekämpfung des alliierten Schiffsverkehrs im Atlantik und im Mittelmeer.
 
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! colspan="3" | Aufstellung und maritime Wurzeln
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Die Einheit wurde am 01.11.1939 in Kiel-Holtenau mit einem Stab und drei Staffeln neu aufgestellt.  
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| colspan="3" | Aufstellung und Ausrüstung: Die Gruppe entstand im Jahr 11.1939 durch die Umbenennung der Küstenfliegergruppe 606. In der Anfangsphase war sie mit Flugzeugen vom Typ Dornier Do 17 Z ausgestattet, rüstete jedoch im Jahr 1941 auf die leistungsstärkere Junkers Ju 88 A um. Die Gruppe unterstand operativ dem Fliegerführer Atlantik und später verschiedenen Luftflottenkommandos im Mittelmeerraum. Zu den wichtigsten Stützpunkten gehörten Brest und Lannion in Frankreich sowie später Stützpunkte in Italien und Nordafrika.
 
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| colspan="3" | Personal: Viele Offiziere stammten aus den aktiven Jahrgängen der Reichsmarine und hatten ihre Beobachterausbildung (See) noch unter den Bedingungen der Zwischenkriegszeit absolviert.
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| colspan="3" | Einsatzprofil: Die Hauptaufgabe der K.Gr. 606 war der bewaffnete Aufklärungsflug über See sowie Angriffe auf feindliche Geleitzüge mit Bomben und Lufttorpedos. Die Besatzungen waren speziell für die Navigation über weiten Wasserflächen und die Identifizierung von Schiffstypen geschult. Ein weiterer Schwerpunkt lag im Legen von Luftminen vor britischen Häfen und strategischen Engpässen.
 
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| colspan="3" | Tradition: Sie brachten das Verständnis für den Signaldienst und die maritime Navigation aus ihrer Zeit in der Kaiserlichen Marine oder auf Einheiten wie der 1. Minensuchhalbflottille mit.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Aufgrund schwerer Verluste und des Mangels an Ersatzmaschinen wurde die Gruppe im Jahr 1942 aufgelöst und ihre Reste in das Kampfgeschwader 77 (I./KG 77) eingegliedert. Das Personal, das über enorme Erfahrung im Seekrieg verfügte, bildete den Kern für spätere spezialisierte See-Kampfverbände. Bis zum 08.05.1945 dienten ehemalige Angehörige der Gruppe in verschiedenen Stäben zur Koordinierung der Luft-Marine-Zusammenarbeit.
 
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! colspan="3" | Einsatzspektrum und Zusammenarbeit mit U-Booten
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | In der ersten Kriegsphase war die Gruppe primär mit der Dornier Do 17 Z ausgerüstet – einem Landflugzeug, das jedoch speziell für See-Einsätze optimiert wurde.  
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| colspan="3" | Zusammenwirken bei der Geleitzugsuche: Die Kampfgruppe 606 flog weitreichende Aufklärungseinsätze im Ostatlantik, um Geleitzüge für die U-Boot-Rudel aufzuspüren. Die Sichtmeldungen der Gruppe wurden direkt an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) weitergegeben, der daraufhin die taktische Aufstellung der Boote koordinierte.
 
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| colspan="3" | U-Boot-Jagd: Im April 1940 wurde die Gruppe dem Führer der Seeluftstreitkräfte Ost unterstellt und zur U-Boot-Jagd im Kattegat und Skagerrak eingesetzt.
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| colspan="3" | Abwehr feindlicher Sicherungskräfte: Bei Angriffen auf Geleitzüge griffen die Maschinen der K.Gr. 606 gezielt die alliierten Geleitschiffe an, um die Verteidigung zu schwächen und den U-Booten den Durchbruch durch den Sicherungsgürtel zu erleichtern. Diese kombinierte Taktik war besonders in den Jahren 1940 und 1941 im Bereich der Biskaya effektiv.
 
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| colspan="3" | Fernaufklärung: Nach der Verlegung nach Lannion (Bretagne) im Juli 1940 fungierte die Kampfgruppe 606 als wichtigster Aufklärer für die U-Boote am Atlantik. Die Beobachter nutzten ihre maritimen Fachkenntnisse, um Geleitzüge zu identifizieren und die Daten an den Befehlshaber der Unterseeboote weiterzugeben.
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| colspan="3" | Schutz der Ein- und Auslaufwege: Die Gruppe führte Sicherungsflüge über den französischen Stützpunkten durch, um britische U-Boote und Schnellboote abzuwehren, die in den Zufahrtswegen der U-Boot-Bunker (z. B. Brest und Lorient) lauerten. Damit trug sie unmittelbar zur Sicherheit der Front-U-Boote bei.
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| colspan="3" | Abwehr: Die Besatzungen waren im Nachrichtenlehrgang geschult, um Erkennungssignale mit Sicherungsverbänden wie dem Führer der Vorpostenboote West auszutauschen und folgenschweren Eigenbeschuss zu vermeiden.  
 
 
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! colspan="3" | Technologischer Wandel und Mittelmeer-Einsatz
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Ab 1941 erfolgte die Umrüstung auf die Junkers Ju 88 A-4, was die Schlagkraft gegen Seeziele massiv erhöhte.  
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| B.Arch. RL 10 || colspan="3" | Akten der Verbände der Luftwaffe (Enthält die Kriegstagebücher und Einsatzberichte der Kampfgruppe 606).
 
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| colspan="3" | Mittelmeer: Im Dezember 1941 verlegte die Gruppe nach Catania (Sizilien), um von dort aus Einsätze über dem Mittelmeer zu fliegen.
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| B.Arch. RM 7 / 2333 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die operative Zusammenarbeit zwischen der K.Gr. 606 und der U-Boot-Führung im Westraum).
 
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| colspan="3" | Ende der Eigenständigkeit: Im September 1942 wurde die Gruppe offiziell in die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 77 umbenannt, womit ihre Phase als spezialisierte Küstenflieger-Kampfgruppe endete.  
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| B.Arch. RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Dokumentiert die personelle Stärke und die materiellen Verluste des Verbandes).
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Luftwaffenunterstützung im Seekrieg).
 
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| Dierich, Wolfgang || colspan="3" | Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945. (Systematische Übersicht der Einsatzgeschichte und Unterstellungen der Kampfgruppen).
 
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| Bundesarchiv, Signatur RL 10/499 || colspan="3" | Kriegstagebücher Küstenfliegergruppe 606. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio].
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| Tessin, Georg || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. (Band 12, zu den Luftwaffeneinheiten im Mittelmeerraum).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 13:27 Uhr

Datenblatt Kampfgruppe 606 (K.Gr. 606)
Die Kampfgruppe 606 war ein spezialisierter fliegender Verband der Luftwaffe, der für den Einsatz über See sowie zur direkten Unterstützung maritimer Operationen aufgestellt wurde. Ursprünglich als Küstenfliegergruppe formiert, entwickelte sie sich zu einer schlagkräftigen Einheit für die Seezielbekämpfung und Fernaufklärung. Sie war ein zentrales Element im Zusammenwirken zwischen Luftwaffe und Kriegsmarine bei der Bekämpfung des alliierten Schiffsverkehrs im Atlantik und im Mittelmeer.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Ausrüstung: Die Gruppe entstand im Jahr 11.1939 durch die Umbenennung der Küstenfliegergruppe 606. In der Anfangsphase war sie mit Flugzeugen vom Typ Dornier Do 17 Z ausgestattet, rüstete jedoch im Jahr 1941 auf die leistungsstärkere Junkers Ju 88 A um. Die Gruppe unterstand operativ dem Fliegerführer Atlantik und später verschiedenen Luftflottenkommandos im Mittelmeerraum. Zu den wichtigsten Stützpunkten gehörten Brest und Lannion in Frankreich sowie später Stützpunkte in Italien und Nordafrika.
Einsatzprofil: Die Hauptaufgabe der K.Gr. 606 war der bewaffnete Aufklärungsflug über See sowie Angriffe auf feindliche Geleitzüge mit Bomben und Lufttorpedos. Die Besatzungen waren speziell für die Navigation über weiten Wasserflächen und die Identifizierung von Schiffstypen geschult. Ein weiterer Schwerpunkt lag im Legen von Luftminen vor britischen Häfen und strategischen Engpässen.
Das Schicksal bei Kriegsende: Aufgrund schwerer Verluste und des Mangels an Ersatzmaschinen wurde die Gruppe im Jahr 1942 aufgelöst und ihre Reste in das Kampfgeschwader 77 (I./KG 77) eingegliedert. Das Personal, das über enorme Erfahrung im Seekrieg verfügte, bildete den Kern für spätere spezialisierte See-Kampfverbände. Bis zum 08.05.1945 dienten ehemalige Angehörige der Gruppe in verschiedenen Stäben zur Koordinierung der Luft-Marine-Zusammenarbeit.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Zusammenwirken bei der Geleitzugsuche: Die Kampfgruppe 606 flog weitreichende Aufklärungseinsätze im Ostatlantik, um Geleitzüge für die U-Boot-Rudel aufzuspüren. Die Sichtmeldungen der Gruppe wurden direkt an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) weitergegeben, der daraufhin die taktische Aufstellung der Boote koordinierte.
Abwehr feindlicher Sicherungskräfte: Bei Angriffen auf Geleitzüge griffen die Maschinen der K.Gr. 606 gezielt die alliierten Geleitschiffe an, um die Verteidigung zu schwächen und den U-Booten den Durchbruch durch den Sicherungsgürtel zu erleichtern. Diese kombinierte Taktik war besonders in den Jahren 1940 und 1941 im Bereich der Biskaya effektiv.
Schutz der Ein- und Auslaufwege: Die Gruppe führte Sicherungsflüge über den französischen Stützpunkten durch, um britische U-Boote und Schnellboote abzuwehren, die in den Zufahrtswegen der U-Boot-Bunker (z. B. Brest und Lorient) lauerten. Damit trug sie unmittelbar zur Sicherheit der Front-U-Boote bei.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RL 10 Akten der Verbände der Luftwaffe (Enthält die Kriegstagebücher und Einsatzberichte der Kampfgruppe 606).
B.Arch. RM 7 / 2333 Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die operative Zusammenarbeit zwischen der K.Gr. 606 und der U-Boot-Führung im Westraum).
B.Arch. RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Dokumentiert die personelle Stärke und die materiellen Verluste des Verbandes).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Luftwaffenunterstützung im Seekrieg).
Dierich, Wolfgang Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945. (Systematische Übersicht der Einsatzgeschichte und Unterstellungen der Kampfgruppen).
Tessin, Georg Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. (Band 12, zu den Luftwaffeneinheiten im Mittelmeerraum).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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