Aktionen

Marinedienststelle Boulogne: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
Zeile 1: Zeile 1:
{| style="background-color:#FFFFE0;border-color:black;border-width:3px;border-style:double;width:100%;align:center"
+
{| style="background-color:#FFFFE0; border:3px double black; width:100%; table-layout:fixed; border-collapse:separate; padding:10px; font-weight:normal;"
 
|-
 
|-
| || colspan="3" |
+
|
{| class="wikitable"
+
{| class="wikitable" style="width:100%; table-layout:fixed; background-color:#FFFFE0; font-weight:normal;"
 
|-
 
|-
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:25%" |
 
| style="width:75%" |
 
| style="width:75%" |
 
|-
 
|-
! Datenblatt
+
! Dienststelle
! '''Marinedienststelle Boulogne'''
+
! Marinedienststelle Boulogne
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 14: Zeile 14:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Die Marinedienststelle Boulogne (zeitweise als Hafenkommandantur oder Seekommandantur Pas-de-Calais geführt) war die verantwortliche Dienststelle für die Organisation des Hafenbetriebs, die Küstenverteidigung und die logistische Unterstützung der im Raum Boulogne stationierten Flottillen. Aufgrund der geografischen Nähe zu England war sie einer der am stärksten umkämpften Stützpunkte der Kriegsmarine im Westraum und ein zentraler Knotenpunkt für die Geleitsicherung im Ärmelkanal.
+
| colspan="3" | Die Marinedienststelle Boulogne (auch Hafen- oder Seekommandantur Pas-de-Calais) war die zentrale Instanz für Hafenbetrieb, Küstenverteidigung und Logistik im Raum Boulogne. Aufgrund der geografischen Nähe zu England fungierte sie als einer der am stärksten umkämpften Stützpunkte und als kritischer Knotenpunkt für die Geleitsicherung im Ärmelkanal sowie für operative Durchbruchsversuche der Kriegsmarine.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 24: Zeile 24:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aufstellung und Standort: Die Dienststelle wurde unmittelbar nach der Besetzung der Stadt am 25.05.1940 eingerichtet. Sie unterstand operativ dem Kommandierenden Admiral Frankreich (später Marinegruppenkommando West) und truppendienstlich dem Befehlshaber der Sicherung West. Der Hafen von Boulogne diente als Sammelpunkt für die Invasionsflotte des Unternehmens „Seelöwe“ und beherbergte zahlreiche Räum- und Vorpostenflottillen.
+
| Aufstellung: || colspan="3" | Eingerichtet am 25.05.1940 unmittelbar nach der Besetzung der Stadt.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Aufgaben und Küstensicherung: Zu den Kernaufgaben gehörten die Instandsetzung der Hafenanlagen nach den Kämpfen von 1940, die Leitung des Hafenschutzbootes und die Koordination mit der Marineartillerie (z. B. Batterie „Siegfried“/„Todt“). Die Dienststelle war zudem für die Versorgung der Durchgangsgeleite verantwortlich, die unter ständigem Beschuss durch britische Fernkampfbatterien aus Dover und Angriffen durch Schnellboote standen.
+
| Unterstellung: || colspan="3" | Operativ dem Kommandierenden Admiral Frankreich (später Marinegruppenkommando West); truppendienstlich dem Befehlshaber der Sicherung West.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Nach der alliierten Landung in der Normandie wurde Boulogne zur „Festung“ erklärt. Die Marinedienststelle koordinierte die letzten Sicherungseinsätze, bevor die Stadt im September 1944 von kanadischen Truppen eingeschlossen wurde. Nach schweren Kämpfen kapitulierten die verbliebenen Marineteile am 22.09.1944. Ein Großteil der Hafenanlagen wurde vor der Übergabe planmäßig gesprengt, um sie für den Gegner unbrauchbar zu machen.
+
| Aufgaben: || colspan="3" | Instandsetzung der Hafenanlagen, Leitung des Hafenschutzes und Koordination mit der Marineartillerie (u. a. Batterien „Siegfried“/„Todt“). Versorgung der Durchgangsgeleite unter britischem Fernfeuer aus Dover.
 +
|-
 +
| Kriegsende: || colspan="3" | Erklärung zur „Festung“ 1944. Kapitulation der Marineteile am 22.09.1944 nach kanadischer Einschließung und planmäßiger Sprengung der Hafenanlagen.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 36: Zeile 38:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Nothafen und Stützpunkt für Kleinkampfverbände: Obwohl Boulogne kein primärer Frontstützpunkt für schwere U-Boote war, diente der Hafen als wichtiger Nothafen für beschädigte Boote auf dem Marsch durch den Ärmelkanal. In der Spätphase des Krieges ab 1944 war die Dienststelle zudem in die logistische Vorbereitung für den Einsatz von Kleinst-U-Booten (z. B. Typ „Biber“ oder „Molch“) eingebunden.
+
| Nothafen: || colspan="3" | Wichtige Anlaufstelle für beschädigte U-Boote bei Märschen durch den Ärmelkanal oder Verlegungen von den Werften zu den Biskaya-Flottillen.
 +
|-
 +
| Kleinkampfverbände: || colspan="3" | Ab 1944 logistische Basis und Vorbereitungszentrum für den Einsatz von Kleinst-U-Booten (Typen „Biber“ und „Molch“).
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Sicherung der Geleitwege: Die von Boulogne aus geführten Minensuch- und Räumbootsflottillen hielten die Zwangswege im Ärmelkanal frei. Dies war von entscheidender Bedeutung für U-Boote, die den Kanal als Abkürzung in den Atlantik nutzten oder von den Werften im Osten zu den Frontflottillen in der Biskaya verlegten.
+
| Wegesicherung: || colspan="3" | Führung von Minensuchflottillen zur Freihaltung der Zwangswege, die für U-Boote als „Abkürzung“ in den Atlantik lebensnotwendig waren.
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Nachrichten- und Wetterfunk: Die Marinedienststelle betrieb wichtige Nachrichtenstellen, die Wetterdaten und Lageberichte über britische Schiffsbewegungen an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) meldeten. Diese Informationen waren für die Planung von Durchbrüchen durch die Straße von Dover unverzichtbar.
+
| Nachrichtenwesen: || colspan="3" | Betrieb von Funk- und Wetterstellen zur Meldung britischer Schiffsbewegungen an den B.d.U. für die Planung von Durchbrüchen durch die Straße von Dover.
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
+
! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 45 / 33 || colspan="3" | Akten der Seekommandantur Pas-de-Calais (Enthält die Kriegstagebücher der Marinedienststelle Boulogne und Berichte zur Hafenverteidigung).
+
| BArch RM 45 / 33 || colspan="3" | Akten der Seekommandantur Pas-de-Calais (KTB Boulogne und Berichte zur Hafenverteidigung).
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 61 / 12 || colspan="3" | Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Dokumentiert die Unterstellung der in Boulogne stationierten Sicherungsflottillen).
+
| BArch RM 61 / 12 || colspan="3" | Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Unterstellung der Sicherungsflottillen).
 
|-
 
|-
| B.Arch. RM 7 / 2333 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Westraum (Belegt die strategische Planung für den Hafen Boulogne im Rahmen von Unternehmen Seelöwe).
+
| BArch RM 7 / 2333 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Strategische Planung Boulogne / Unternehmen Seelöwe).
 
|-
 
|-
 
| ||
 
| ||
Zeile 60: Zeile 64:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Hafenkommandanturen in Frankreich).
+
| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Hafenkommandanturen in Frankreich).
 
|-
 
|-
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Dienststellenleiter im Bereich Boulogne).
+
| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
|-
 
|-
| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, Informationen zu den Hafenschutz- und Sicherungsfahrzeugen im Bereich Pas-de-Calais).
+
| Gröner, Erich || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, Hafenschutzfahrzeuge).
 +
|-
 +
| ||
 
|-
 
|-
| ||
+
| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
|-
 
|-
 
! colspan="3" |
 
! colspan="3" |
Zeile 72: Zeile 78:
 
| ||
 
| ||
 
|-
 
|-
| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
+
| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|-
 
| ||
 
|-
 
| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
 
|-
 
| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
 
|-
 
|-
 +
|}
 
|}
 
|}

Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 17:18 Uhr

Dienststelle Marinedienststelle Boulogne
Die Marinedienststelle Boulogne (auch Hafen- oder Seekommandantur Pas-de-Calais) war die zentrale Instanz für Hafenbetrieb, Küstenverteidigung und Logistik im Raum Boulogne. Aufgrund der geografischen Nähe zu England fungierte sie als einer der am stärksten umkämpften Stützpunkte und als kritischer Knotenpunkt für die Geleitsicherung im Ärmelkanal sowie für operative Durchbruchsversuche der Kriegsmarine.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Eingerichtet am 25.05.1940 unmittelbar nach der Besetzung der Stadt.
Unterstellung: Operativ dem Kommandierenden Admiral Frankreich (später Marinegruppenkommando West); truppendienstlich dem Befehlshaber der Sicherung West.
Aufgaben: Instandsetzung der Hafenanlagen, Leitung des Hafenschutzes und Koordination mit der Marineartillerie (u. a. Batterien „Siegfried“/„Todt“). Versorgung der Durchgangsgeleite unter britischem Fernfeuer aus Dover.
Kriegsende: Erklärung zur „Festung“ 1944. Kapitulation der Marineteile am 22.09.1944 nach kanadischer Einschließung und planmäßiger Sprengung der Hafenanlagen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nothafen: Wichtige Anlaufstelle für beschädigte U-Boote bei Märschen durch den Ärmelkanal oder Verlegungen von den Werften zu den Biskaya-Flottillen.
Kleinkampfverbände: Ab 1944 logistische Basis und Vorbereitungszentrum für den Einsatz von Kleinst-U-Booten (Typen „Biber“ und „Molch“).
Wegesicherung: Führung von Minensuchflottillen zur Freihaltung der Zwangswege, die für U-Boote als „Abkürzung“ in den Atlantik lebensnotwendig waren.
Nachrichtenwesen: Betrieb von Funk- und Wetterstellen zur Meldung britischer Schiffsbewegungen an den B.d.U. für die Planung von Durchbrüchen durch die Straße von Dover.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45 / 33 Akten der Seekommandantur Pas-de-Calais (KTB Boulogne und Berichte zur Hafenverteidigung).
BArch RM 61 / 12 Akten des Befehlshabers der Sicherung West (Unterstellung der Sicherungsflottillen).
BArch RM 7 / 2333 Unterlagen der Seekriegsleitung (Strategische Planung Boulogne / Unternehmen Seelöwe).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Hafenkommandanturen in Frankreich).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945" (Band 8, Hafenschutzfahrzeuge).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132