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Zugoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! Zugoffizier (Z.O.)
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| colspan="3" | In der Hierarchie der Kriegsmarine war der Zugoffizier (Z.O.) die unterste Ebene der personellen Führung an Land. Während der Kompaniechef die administrative Verantwortung für die gesamte Kompanie trug, war der Zugoffizier der unmittelbare militärische Vorgesetzte der Rekruten oder Lehrgangsteilnehmer auf der Ebene des Zuges (ca. 30–50 Mann). Dies war die Rolle, in der junge Offiziere das erste Mal Führungsverantwortung lernten – oft direkt an den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.).
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| colspan="3" | In der Hierarchie der Kriegsmarine war der Zugoffizier die unterste Ebene der personellen Führung an Land. Er war der unmittelbare militärische Vorgesetzte einer Einheit in Zugstärke (ca. 30–50 Mann). Diese Rolle diente jungen Offizieren, oft direkt an den Unterseeboots-Lehrdivisionen (U.L.D.), zur Erlernung der ersten praktischen Führungsverantwortung.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
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| colspan="3" | Anfang: Die Dienststellung existierte während der gesamten Zeit der Kriegsmarine (1935–1945) in allen landgebundenen Ausbildungseinheiten.
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| Charakterliche Formung: || colspan="3" | Der Z.O. war für die „militärische Kinderstube“ der Rekruten verantwortlich. Er prägte die Haltung und Disziplin, die später an Bord über Leben und Tod entscheiden konnte.
 
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| colspan="3" | Entstehung: Die Funktion war fester Bestandteil der militärischen Struktur jeder Landeinheit (Schiffsstammabteilungen, Schulen, Ersatzabteilungen).
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| Selektionsinstanz: || colspan="3" | Er fungierte als engmaschiger Filter. Sein Urteil über die psychische Stabilität und Kameradschaftlichkeit war oft ausschlaggebend für die Zulassung zum U-Ausbildungslehrgang (U.A.L.).
 
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| colspan="3" | Funktion: Er war verantwortlich für die tägliche Ausbildung, Disziplin und Ordnung innerhalb seines Zuges.
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| Zusammenarbeit: || colspan="3" | Enge Kooperation mit dem Zugführer (einem erfahrenen Unteroffizier). Während der Z.O. die disziplinarische Leitung hatte, lag die handwerkliche Ausbildung oft beim Zugführer.
 
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| colspan="3" | Ausbildung: Er leitete das Exerzieren, den Unterricht an der Waffe und die infanteristische Grundausstellung (siehe Infanterielehrgang für Fähnriche).
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| Vorbildrolle: || colspan="3" | Er lebte die Marine-Dienstvorschriften (M.Dv.) vor. Für die Rekruten war er das erste Gesicht der Offizierskorps-Autorität.
 
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| colspan="3" | Bewertung: Er war derjenige, der die jungen Matrosen und Unteroffiziersanwärter am genauesten kannte und die ersten Beurteilungen für deren U-Boot-Tauglichkeit verfasste.
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| colspan="3" | Ende: Mit der Versetzung auf ein Boot (Front- oder Schulboot) endete diese Landverwendung. Im Mai 1945 wurden die verbliebenen Zugoffiziere der Schulen meist als Zugführer in Marine-Schützen-Bataillonen im Erdkampf eingesetzt.
 
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Führungsschule: Für junge Seeoffiziere war die Verwendung als Zugoffizier (z. B. bei der 7. Schiffsstammabteilung) oft die erste Gelegenheit, Führungsverantwortung für eine größere Gruppe von Soldaten (ca. 30–40 Mann) zu übernehmen.
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| Front-Feedback: || colspan="3" | In den Lehrdivisionen brachten Z.O.s mit Fronterfahrung aktuelle taktische Erkenntnisse direkt in den Exerzierplatz-Alltag ein.
 
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| colspan="3" | Ausbilder in der U.L.D.: Erfahrene U-Boot-Offiziere wurden zwischen ihren Feindfahrten oft als Zugoffiziere zu den U-Boot-Lehrdivisionen kommandiert, um ihr Frontwissen an den Nachwuchs weiterzugeben.
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| Menschenführung: || colspan="3" | Die Ausbildung von 40 Individualisten zu einem funktionierenden Zug war die perfekte Vorbereitung auf die spätere Führung einer 50-köpfigen Bootsbesatzung auf engstem Raum.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert die Dienststellung als Zugoffizier oft eine Einsatzpause oder eine Ausbildungsphase an Land. Für Kommandanten wie Heinz-Ehlert Clausen war dies eine wichtige Station zur Festigung der Menschenführung.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Aufgaben der Offiziere in den Landdienststellen der Kriegsmarine
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Bestimmungen über die Ausbildung und Führung in den Schiffsstammabteilungen (1939–1945).
 
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Bestimmungen über die Ausbildung und Führung in den Schiffsstammabteilungen (1939–1945)
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von U-Boot-Kommandanten (Dokumentation der Z.O.-Verwendung als Führungsschule).
| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Personalstammrollen der Marinestationen mit Nachweisen über die Verwendung als Zugoffizier
 
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Hierarchie und den Dienststellungen an Land)
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Hierarchie an Land).
 
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der Marine-Lehr- und Stammabteilungen)
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| Mulligan, Timothy P. || colspan="3" | "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Soziologische Struktur der Ausbildungseinheiten).
 
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| Hildebrand, Hans H.: || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Bietet Kontext zur Laufbahnstruktur der Seeoffiziere zwischen Bord- und Landdienst)
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 12:04 Uhr

Dienststellung Zugoffizier (Z.O.)
In der Hierarchie der Kriegsmarine war der Zugoffizier die unterste Ebene der personellen Führung an Land. Er war der unmittelbare militärische Vorgesetzte einer Einheit in Zugstärke (ca. 30–50 Mann). Diese Rolle diente jungen Offizieren, oft direkt an den Unterseeboots-Lehrdivisionen (U.L.D.), zur Erlernung der ersten praktischen Führungsverantwortung.
Spezifische Merkmale & Alltag
Charakterliche Formung: Der Z.O. war für die „militärische Kinderstube“ der Rekruten verantwortlich. Er prägte die Haltung und Disziplin, die später an Bord über Leben und Tod entscheiden konnte.
Selektionsinstanz: Er fungierte als engmaschiger Filter. Sein Urteil über die psychische Stabilität und Kameradschaftlichkeit war oft ausschlaggebend für die Zulassung zum U-Ausbildungslehrgang (U.A.L.).
Zusammenarbeit: Enge Kooperation mit dem Zugführer (einem erfahrenen Unteroffizier). Während der Z.O. die disziplinarische Leitung hatte, lag die handwerkliche Ausbildung oft beim Zugführer.
Vorbildrolle: Er lebte die Marine-Dienstvorschriften (M.Dv.) vor. Für die Rekruten war er das erste Gesicht der Offizierskorps-Autorität.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Front-Feedback: In den Lehrdivisionen brachten Z.O.s mit Fronterfahrung aktuelle taktische Erkenntnisse direkt in den Exerzierplatz-Alltag ein.
Menschenführung: Die Ausbildung von 40 Individualisten zu einem funktionierenden Zug war die perfekte Vorbereitung auf die spätere Führung einer 50-köpfigen Bootsbesatzung auf engstem Raum.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Bestimmungen über die Ausbildung und Führung in den Schiffsstammabteilungen (1939–1945).
BArch PERS 6 Personalakten von U-Boot-Kommandanten (Dokumentation der Z.O.-Verwendung als Führungsschule).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Hierarchie an Land).
Mulligan, Timothy P. "Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945" (Soziologische Struktur der Ausbildungseinheiten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132