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1. Torpedobootshalbflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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! '''1. Torpedobootshalbflottille'''
 
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| colspan="3" | In der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der frühen Kriegsmarine war die 1. Torpedobootshalbflottille eine taktische Untereinheit, die als spezialisierte Kaderschmiede für die spätere U-Boot-Waffe diente. Die Halbflottille (meist bestehend aus vier bis sechs Booten) stellte eine überschaubare operative Einheit dar, in der die Ausbildung und Erprobung neuer Taktiken unter intensiver persönlicher Führung des Halbflottillenchefs stattfand.
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| colspan="3" | Die 1. Torpedobootshalbflottille war eine taktische Untereinheit der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der frühen Kriegsmarine. Sie fungierte als spezialisierte Kaderschmiede und operative Testeinheit, in der unter intensiver persönlicher Führung des Halbflottillenchefs neue Taktiken und Ausbildungsverfahren erprobt wurden, die später maßgeblich in den Aufbau der U-Boot-Waffe einflossen.
 
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! colspan="3" | Historische Entwicklung und Standorte
 
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| colspan="3" | Bereits nach dem Ersten Weltkrieg formierte sich die Halbflottille innerhalb der Reichsmarine (ab 1921) als tragende Säule der verbliebenen Seestreitkräfte. Ihr fester Stützpunkt war Swinemünde, von wo aus sie die Ostseezugänge kontrollierte. In enger Abstimmung mit der 1. Marine-Nachrichtenabteilung wurden hier die Kommunikationsverfahren für schnelle Verbände entwickelt. Mit der offiziellen Aufstellung der Kriegsmarine im Jahr 1935 wurden die Halbflottillen im Zuge der Expansion meist zu vollwertigen Flottillen (wie der 1. Torpedobootsflottille) erweitert.
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| Reichsmarine: || colspan="3" | Formierung ab 1921 als tragende Säule der verbliebenen Seestreitkräfte. Stützpunkt in Swinemünde zur Kontrolle der Ostseezugänge und Entwicklung von Kommunikationsverfahren mit der 1. Marine-Nachrichtenabteilung.
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| Kriegsmarine: || colspan="3" | Mit der offiziellen Aufstellung 1935 und der massiven Flottenexpansion gingen die Halbflottillenstrukturen meist in vollwertigen Flottillen (wie der 1. Torpedobootsflottille) auf.
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| Einheiten: || colspan="3" | Meist bestehend aus vier bis sechs Booten, oft noch robusten Typen aus der Kaiserzeit, die als Rückgrat der praktischen Seeausbildung in der Zwischenkriegszeit dienten.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Die Tradition dieser kleinen Verbände endete mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945. Das verbliebene Personal sicherte zuletzt die Evakuierungstransporte in der Ostsee.
 
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| colspan="3" | Küsten- und Ausbildungsschiffahrt: In der Zwischenkriegszeit bildeten die Boote (oft noch veraltete Typen aus der Kaiserzeit) das Rückgrat der praktischen Seeausbildung.
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| Ausbildungslabor: || colspan="3" | Da U-Boote offiziell verboten waren, diente die Halbflottille als Experimentierfeld für künftige Kommandanten zur Erlernung von Angriffsverhalten bei Nacht und schneller Verbandsführung.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Übungsgebiete: Die Halbflottille sicherte die Seegebiete, in denen die ersten geheimen Erprobungen für künftige U-Boote stattfanden.
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| Torpedometrik: || colspan="3" | Intensive Schulung in der Berechnung von Schussbahnen und Vorhaltewinkeln, deren Erkenntnisse unmittelbar in den späteren Torpedooffizierslehrgang übertragen wurden.
 
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| colspan="3" | Zusammenarbeit: Es bestand eine enge taktische Verzahnung mit dem FdM Nord und den Sicherungsverbänden der 1. Minensuchhalbflottille.
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| Härtegrad: || colspan="3" | Die Ausbildung zum Steuermannsmaatschüler auf den kleinen, unruhigen Booten bereitete Mannschaften und Offiziere auf die extremen Bewegungsverhältnisse in U-Booten vor.
 
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! colspan="3" | Bedeutung für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Da die Reichsmarine offiziell keine U-Boote unterhalten durfte, war die 1. Torpedobootshalbflottille das „Labor“ für die künftige U-Boot-Führung. Seeoffiziere der Fähnrichskompanie lernten hier die präzise Torpedometrik und das Angriffsverhalten im schnellen Verband bei Nacht – Fähigkeiten, die unmittelbar in den späteren Torpedooffizierslehrgang einflossen. Die Ausbildung zum Steuermannsmaatschüler und die Anforderungen im Navigationslehrgang waren auf den kleinen, unruhigen Booten extrem hart, was die Offiziere und Mannschaften auf die engen, bewegten Verhältnisse in U-Booten vorbereitete. Ein künftiger Kommandant, der hier als Adjutant oder Divisionsoffizier gedient hatte, beherrschte die koordinierte Angriffsführung, bevor er sein erstes eigenes Boot übernahm.
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| Künftige Führung: || colspan="3" | Offiziere der Fähnrichskompanie lernten hier die koordinierte Angriffsführung; ein Dienst als Adjutant oder Divisionsoffizier galt als ideale Vorbereitung auf ein eigenes Bootskommando.
 
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| Übungssicherung: || colspan="3" | Die Halbflottille sicherte jene Seegebiete, in denen die ersten geheimen Erprobungen für künftige Unterseeboote stattfanden.
 
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! colspan="3" | Das Ende 1945
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| Zusammenarbeit: || colspan="3" | Enge taktische Verzahnung mit dem FdM Nord und den Sicherungsverbänden der 1. Minensuchhalbflottille zur Perfektionierung des Küstenvorfeldschutzes.
 
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| colspan="3" | Nachdem die Halbflottillenstrukturen bereits vor dem Krieg in Flottillen aufgegangen waren, endete die Tradition dieser kleinen Verbände mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945. Das verbliebene Personal der Nachfolgeeinheiten wurde oft in die Personalreserve überführt oder zur Sicherung der Evakuierungstransporte in der Ostsee eingesetzt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 71 || colspan="3" | Akten der Torpedobootsverbände (Aufstellungsbefehle und Kriegstagebücher der Halbflottillen).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die taktische Ausbildung und Torpedometrik auf kleinen Kampfschiffen.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über Verwendungen als Seeoffizier in der 1. Torpedobootshalbflottille bei späteren U-Boot-Führern.
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 20 || colspan="3" | Dienststellen der Reichsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Dokumentiert die Aufstellung der Halbflottillen in Swinemünde.
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| Bundesarchiv, Signatur RM 37 || colspan="3" | Torpedoboots-Verbände. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Enthält taktische Berichte und Stammrollen.
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Torpedobootsverbände).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Mehl, Hans || colspan="3" | "Torpedoboote und Zerstörer" (Kontext zur taktischen Rolle der Halbflottillen in der Reichsmarine).
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:45 Uhr

Verband 1. Torpedobootshalbflottille
Die 1. Torpedobootshalbflottille war eine taktische Untereinheit der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der frühen Kriegsmarine. Sie fungierte als spezialisierte Kaderschmiede und operative Testeinheit, in der unter intensiver persönlicher Führung des Halbflottillenchefs neue Taktiken und Ausbildungsverfahren erprobt wurden, die später maßgeblich in den Aufbau der U-Boot-Waffe einflossen.
Historische Entwicklung und Standorte
Reichsmarine: Formierung ab 1921 als tragende Säule der verbliebenen Seestreitkräfte. Stützpunkt in Swinemünde zur Kontrolle der Ostseezugänge und Entwicklung von Kommunikationsverfahren mit der 1. Marine-Nachrichtenabteilung.
Kriegsmarine: Mit der offiziellen Aufstellung 1935 und der massiven Flottenexpansion gingen die Halbflottillenstrukturen meist in vollwertigen Flottillen (wie der 1. Torpedobootsflottille) auf.
Einheiten: Meist bestehend aus vier bis sechs Booten, oft noch robusten Typen aus der Kaiserzeit, die als Rückgrat der praktischen Seeausbildung in der Zwischenkriegszeit dienten.
Ende 1945: Die Tradition dieser kleinen Verbände endete mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945. Das verbliebene Personal sicherte zuletzt die Evakuierungstransporte in der Ostsee.
Spezifische Merkmale & Taktik
Ausbildungslabor: Da U-Boote offiziell verboten waren, diente die Halbflottille als Experimentierfeld für künftige Kommandanten zur Erlernung von Angriffsverhalten bei Nacht und schneller Verbandsführung.
Torpedometrik: Intensive Schulung in der Berechnung von Schussbahnen und Vorhaltewinkeln, deren Erkenntnisse unmittelbar in den späteren Torpedooffizierslehrgang übertragen wurden.
Härtegrad: Die Ausbildung zum Steuermannsmaatschüler auf den kleinen, unruhigen Booten bereitete Mannschaften und Offiziere auf die extremen Bewegungsverhältnisse in U-Booten vor.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Künftige Führung: Offiziere der Fähnrichskompanie lernten hier die koordinierte Angriffsführung; ein Dienst als Adjutant oder Divisionsoffizier galt als ideale Vorbereitung auf ein eigenes Bootskommando.
Übungssicherung: Die Halbflottille sicherte jene Seegebiete, in denen die ersten geheimen Erprobungen für künftige Unterseeboote stattfanden.
Zusammenarbeit: Enge taktische Verzahnung mit dem FdM Nord und den Sicherungsverbänden der 1. Minensuchhalbflottille zur Perfektionierung des Küstenvorfeldschutzes.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 71 Akten der Torpedobootsverbände (Aufstellungsbefehle und Kriegstagebücher der Halbflottillen).
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die taktische Ausbildung und Torpedometrik auf kleinen Kampfschiffen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen als Seeoffizier in der 1. Torpedobootshalbflottille bei späteren U-Boot-Führern.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Torpedobootsverbände).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Mehl, Hans "Torpedoboote und Zerstörer" (Kontext zur taktischen Rolle der Halbflottillen in der Reichsmarine).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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