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Unteroffizierslehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Der Unteroffizierslehrgang war die entscheidende Hürde für Mannschaftsdienstgrade (wie den Obermatrosen), um in das Unteroffizierskorps der Reichsmarine oder Kriegsmarine aufzusteigen. Er transformierte einen Fachspezialisten in einen militärischen Vorgesetzten.
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| colspan="3" | Der Unteroffizierslehrgang war die entscheidende Hürde für Mannschaftsdienstgrade (wie den Obermatrosen), um in das Unteroffizierskorps der Reichsmarine oder Kriegsmarine aufzusteigen. Er transformierte einen Fachspezialisten in einen militärischen Vorgesetzten und bildete das disziplinarische Fundament für die Führung kleinerer personeller Einheiten an Bord und an Land.
 
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| colspan="3" | Der Lehrgang diente der Ausbildung zum Maat. Die Teilnehmer wurden für die Dauer des Kurses meist an eine Marineunteroffizierslehrabteilung (beispielsweise die II. Marine-Unteroffizierslehrabteilung in Glückstadt) kommandiert. Voraussetzung war eine überdurchschnittliche fachliche Eignung und die charakterliche Bewährung im Kompaniedienst oder an Bord.
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| Funktion: || colspan="3" | Ausbildung zum Maat; Voraussetzung war eine überdurchschnittliche fachliche Eignung sowie die charakterliche Bewährung im Kompaniedienst oder im Bordbetrieb.
 
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| Standorte: || colspan="3" | Durchführung an Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.), u. a. in Glückstadt (II. M.U.L.A.), Kiel-Friedrichsort oder Wesermünde.
 
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| Methodik: || colspan="3" | Intensive Schulung in der Menschenführung gemäß M.Dv. Nr. 293 (Bordordnung) sowie Ausbildung zum Gruppenführer für den Schützenlehrgang.
 
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| Rechtskunde: || colspan="3" | Vermittlung von Grundkenntnissen in der Disziplinarstrafordnung, im Beschwerdewesen und im militärischen Recht zur Ausübung der Vorgesetztenfunktion.
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| colspan="3" | Anfang: Die Lehrgänge wurden mit der Expansion der Kriegsmarine ab 1935 systematisiert. Hauptstandorte waren die Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.), wie etwa in Kiel-Friedrichsort oder Wesermünde.
 
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| colspan="3" | In der Reichsmarine war der Lehrgang aufgrund der personellen Verknappung durch den Versailler Vertrag extrem selektiv:
 
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| colspan="3" | Menschenführung: Intensive Schulung in der Erziehung und Führung von Untergebenen gemäß der Marine-Dienstvorschrift Nummer 293 (Bordordnung).
 
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| colspan="3" | Infanteristische Qualifikation: Ausbildung zum Gruppenführer, um Rekruten in der Grundausbildung oder im Schützenlehrgang anleiten zu können.
 
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| colspan="3" | Militärisches Recht: Vermittlung von Grundkenntnissen in der Disziplinarstrafordnung und im Beschwerdewesen.
 
 
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| colspan="3" | Mit dem Fokus auf die U-Boote wurde der Lehrgang um psychologische Komponenten ergänzt:
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| Psychologie: || colspan="3" | Training der Belastbarkeit unter extremen Bedingungen (Enge, Luftmangel, Wasserbombenverfolgung), um eine Gruppe auch in kritischen Gefechtslagen zusammenzuhalten.
 
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| colspan="3" | Belastbarkeit: Training für das Führen einer Gruppe unter den extremen Bedingungen einer Feindfahrt (Enge, Luftmangel, Wasserbombenverfolgung).
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| Fachbasis: || colspan="3" | Der Lehrgang war die zwingende Basis für spätere Spezialisierungen wie den Steuermannsmaatschüler-Lehrgang oder technische Einweisungen am Fahrgerät (F-Gerät).
 
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| colspan="3" | Spezialisierung: Der Lehrgang bildete die Basis, um anschließend fachspezifische Kurse wie den Steuermannsmaatschüler-Lehrgang oder technische Einweisungen am F-Gerät (Fahrgerät) zu besuchen.
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| Selektion: || colspan="3" | In der Reichsmarine aufgrund personeller Verknappung extrem selektiv; nur die besten Obermatrosen wurden für den Aufstieg zum Maat zugelassen.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Kaderschmiede für das Boot: Da U-Boote auf hochqualifizierte Fachvorgesetzte angewiesen waren, bildete dieser Lehrgang das Fundament für die späteren Diesel-, Elektro- oder Obermechanikermaate.
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| Kaderschmiede: || colspan="3" | Fundament für hochqualifizierte Fachvorgesetzte wie Diesel-, Elektro- oder Obermechanikermaate, die für den technischen Betrieb der Boote unverzichtbar waren.
 
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| colspan="3" | Selektion für den Aufstieg: Besonders bewährte Absolventen konnten später über die Schiene der Kriegsoffiziers-Laufbahn (wie etwa bei Hans Buscher oder Johann Buttjer) bis zum Kommandanten aufsteigen.
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| Aufstiegspotenzial: || colspan="3" | Besonders bewährte Absolventen konnten über die Schiene der Kriegsoffiziers-Laufbahn (z. B. Hans Buscher oder Johann Buttjer) bis zum Kommandanten aufsteigen.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den entscheidenden Karriereschritt vom Befehlsempfänger zum Vorgesetzten.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den entscheidenden Karriereschritt vom Befehlsempfänger zum militärischen Vorgesetzten.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.)
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.).
 
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Stammrollen der Marine-Lehrabteilungen (Dokumentation der Lehrgangsteilnehmer und Prüfungsergebnisse)
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Akten des OKM zur Vereinheitlichung der Unteroffiziersausbildung in der Kriegsmarine
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Ausbildung und Laufbahn der Unteroffiziere)
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Ausbildung und Laufbahn der Unteroffiziere).
 
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Lehrabteilungen)
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, systematische Übersicht der Marine-Lehrabteilungen).
| Hildebrand, Hans H.: || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Kontext zur Bedeutung der Unteroffiziere für das innere Gefüge der Bordgemeinschaft)
 
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Bedeutung der Unteroffiziere für das innere Gefüge der Bordgemeinschaft).
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 15:54 Uhr

Ausbildung Unteroffizierslehrgang
Der Unteroffizierslehrgang war die entscheidende Hürde für Mannschaftsdienstgrade (wie den Obermatrosen), um in das Unteroffizierskorps der Reichsmarine oder Kriegsmarine aufzusteigen. Er transformierte einen Fachspezialisten in einen militärischen Vorgesetzten und bildete das disziplinarische Fundament für die Führung kleinerer personeller Einheiten an Bord und an Land.
Zielsetzung, Status und Standorte
Funktion: Ausbildung zum Maat; Voraussetzung war eine überdurchschnittliche fachliche Eignung sowie die charakterliche Bewährung im Kompaniedienst oder im Bordbetrieb.
Standorte: Durchführung an Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.), u. a. in Glückstadt (II. M.U.L.A.), Kiel-Friedrichsort oder Wesermünde.
Methodik: Intensive Schulung in der Menschenführung gemäß M.Dv. Nr. 293 (Bordordnung) sowie Ausbildung zum Gruppenführer für den Schützenlehrgang.
Rechtskunde: Vermittlung von Grundkenntnissen in der Disziplinarstrafordnung, im Beschwerdewesen und im militärischen Recht zur Ausübung der Vorgesetztenfunktion.
Spezifische Merkmale & Belastbarkeit
Psychologie: Training der Belastbarkeit unter extremen Bedingungen (Enge, Luftmangel, Wasserbombenverfolgung), um eine Gruppe auch in kritischen Gefechtslagen zusammenzuhalten.
Fachbasis: Der Lehrgang war die zwingende Basis für spätere Spezialisierungen wie den Steuermannsmaatschüler-Lehrgang oder technische Einweisungen am Fahrgerät (F-Gerät).
Selektion: In der Reichsmarine aufgrund personeller Verknappung extrem selektiv; nur die besten Obermatrosen wurden für den Aufstieg zum Maat zugelassen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede: Fundament für hochqualifizierte Fachvorgesetzte wie Diesel-, Elektro- oder Obermechanikermaate, die für den technischen Betrieb der Boote unverzichtbar waren.
Aufstiegspotenzial: Besonders bewährte Absolventen konnten über die Schiene der Kriegsoffiziers-Laufbahn (z. B. Hans Buscher oder Johann Buttjer) bis zum Kommandanten aufsteigen.
Personalhistorie: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den entscheidenden Karriereschritt vom Befehlsempfänger zum militärischen Vorgesetzten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Einrichtung und den Lehrbetrieb der Marine-Unteroffizierslehrabteilungen (M.U.L.A.).
BArch RM 121 / 642 Stammrollen der Marine-Lehrabteilungen (Dokumentation der Lehrgangsteilnehmer und Prüfungsergebnisse).
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur Vereinheitlichung der Unteroffiziersausbildung in der Kriegsmarine.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel zur Ausbildung und Laufbahn der Unteroffiziere).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, systematische Übersicht der Marine-Lehrabteilungen).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Bedeutung der Unteroffiziere für das innere Gefüge der Bordgemeinschaft).
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